Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1936)
- Article
- Marktpolitische Probleme der palästinensischen Industrie
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 505 (sequence 9)
- Language
- German
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der Wettbewerb der Firmen in geordnete Bahnen gelenkt werden, könnte das Konzes- 505 sionsrecht der Stadtverwaltungen wirksamer dazu benutzt werden, die Übersetzung mit konkurrierenden Firmen in einzelnen Stadtgegenden zu vermeiden, so wären schon manche der Ursachen beseitigt, die heute den Absatz von Tozereth Haaretz auf dem palästinensischen Markt erschweren. Der Untersuchungskommissär als Prophet — eine Warnung! Von Dr* Walter Preuss» Zum dritten Male in der Nachkriegsgeschichte des zionistischen Aufbauwerks werden wir in Palästina vor einer Untersuchungskommission stehen; wiederum wird in die Hände von wenigen Männern das Schicksal einer Bewegung gelegt und ihre Zukunft vielleicht für längere Zeit festgelegt. Wenn wir auch davon überzeugt sind, daß der Ewigkeitsgehalt der zionistischen Bewegung, das ungeheurliche Elend des Volkes in der Galuth und seine Bindung an Palästina so starke Impulse sind, daß es auf die Dauer keine Widerstände geben kann, die das Aufbauwerk aufhalten, so wollen wir uns doch darüber keiner Täuschung hingeben, daß wir diesmal in noch viel stärkerem Maße als früher vor der Gefahr einer Abschnürung stehen, die vielleicht für lange Zeit hinaus nur schwer abzuschütteln sein könnte. Es ist keine Frage, daß man dieser Gefahr in der Bewegung mit offenen Augen entgegensieht. All das hat gar nichts mit irgendwelchen Zweifeln an der Zukunft oder der immanenten Gerechtigkeit des zionistischen Aufbauwerks oder an der Möglichkeit seiner Verwirklichung ohne Schädigung der Interessen der arabischen Bevölkerung oder Beeinträchtigung ihres Lebensraumes zu tun; es ist vielmehr getragen von der bitteren Erfahrung mit früheren Untersuchungskommissionen, von unserem Zweifel daran, ob fremde »objektive« Richter, die möglichst nach dem Gesichtspunkt ausgewählt sind, daß sie der Judenfrage im Ganzen und speziell dem Palästinaproblem bisher »fremd und unbescholten« gegenüberstanden, psychologisch in der Lage sein werden, dem so schwierigen Problem, an dessen Verständnis so viele bedeutende und auch gutwillige Beurteiler gescheitert sind, gerecht zu werden, ob nicht »allgemein politische« und außerpalästinensische Gesichtspunkte entscheidend, auch psychologisch, gegen uns den Ausschlag geben könnten. Gesichtspunkte, die mit dem eigentlichen jüdischen Palästina- Aufbauwerk überhaupt nichts zu tun haben, ob nicht schließlich die natürliche Atmosphäre, in der sich die Kommission im Lande befinden wird, das Milieu einer, wie bekannt, zu erheblichen Teilen dem jüdischen Aufbauwerk abgeneigten englischen Beamtenschaft, nicht ohne Einfluß bleiben wird. Es kann auch nicht geleugnet werden, daß es bis heute nicht gelungen ist, die verhängnisvolle Tatsache, die Arlosoroff nach den Unruhen des Jahres 1929 so meisterhaft bloßlegte, daß Engländer und Juden so oft, ohne daß sie sich dessen sofort bewußt werden, über dieselbe Sache in ganz verschiedenen Sprachen sprechen, aus der Welt zu schaffen; noch immer ist die psychologische Kluft zwischen englischer Beamtenschaft und jüdischem Aufbauwerk sehr groß. Wir stehen aber, und das ist diesmal gegenüber 1929 unser größtes Plus, wirtschaftlich heute ganz anders da als vor sieben Jahren. Alle diese Schwierigkeiten können sich um das Vielfache steigern, je mehr sich die Verhandlungen vor der Untersuchungskommission vom rein wirtschaftlichen, immerhin