Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Der Kampf um die jüdische Einwanderung [Nachricht]
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 476 (sequence 3)
- Language
- German
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Mit der Unterzeichnung des Vertrages mit Ägypten, in dem England die Kontrolle des ägyptischen Heeres und der Polizei stark lockert und sich verpflichtet, nach 20 Jahren seine stark verringerten Truppen selbst aus der Suez-Kanalzone zurückzuziehen, wird Palästina der wichtigste Waffenplatz des Reiches im Nahen Osten. Die wirkliche und wirksame Befriedung des Landes ist daher eine Notwendigkeit und wird jetzt energisch durchgeführt werden. Sie wird viel Blut kosten und neue Anforderungen an den Jischuw und die Zionistische Organisation stellen. In der Verwaltung des Landes wird für die nächste Zeit das Schwergewicht bei den Militärbehörden liegen und es wird für den Jischuw von entscheidender Bedeutung sein, zu verhindern, daß das Militär die gleiche zionistenfeindliche Haltung einnimmt, wie in den ersten Jahren nach dem Kriege. Die Tagung des Aktionskomitees* Am 25. August wurde in Zürich die Tagung des Aktionskomitees eröffnet, an der fast 100 Mitglieder und Ersatzmitglieder teilnahmen. Prof. Weitzmann erklärte die Suspendierung der Einwanderung für eine große Gefahr, die mit allen Kräften bekämpft werden müsse. Es wurde die Einsetzung einer ständig tagenden politischen Subkommission beschlossen. Am 31. August wurde die Tagung des Aktionskomitees geschlossen und beschlossen, eine Tagung des Council des Administrativkomitees der Jewish Agency für den 2. September nach London einzuberufen. Es fand auch eine Unterredung Prof. Weitzmanns mit dem Kolonienminister Ormaby-Gore statt, die abgewartet wurde. Es wurde ein Manifest an das jüdische Volk erlassen. Aus dem Verlauf der Tagung und den ganzen Umständen derselben ist zu ersehen, welch schwerer Fehler es war, trotz wohlbegründeter Warnungen, einem kurzsichtigen Lokalpatriotismus nachzugeben und die Organisation nach Jerusalem zu verlegen, ohne in London für eine organisierte Vertretung zu sorgen. Die Tagung der Assefath Haniwcharim. Am 17. August fand in Jerusalem eine Tagung der Delegiertenversammlung statt, in der nach einem Referat von Scheitok in einer Resolution die Enttäuschung des Jischuw über die Haltung der Regierung und das Verhalten eines Teiles der Beamtenschaft zu dem Terror zum Ausdruck gebracht wurde. Es wurde die Bewaffnung aller "Juden und Entschädigung der Opfer verlangt. Es wurde auch beschlossen, eine Adresse an das englische und arabische Volk zu richten und eine Abordnung an den Hochkommissär zu schicken. Die Abordnung an den Hochkommissär* Am 24. August erschien eine Delegation der Assefath Haniwcharim und überreichte die Forderungen des Jischuw. Vor allem wurde von Ben Zwi und anderen darauf hingewiesen, daß infolge Nichtanwendung der Notverordnungen der Terror weiter wachse. Die Forderungen des Jischuw sind: 1. Jüdische Wachen auf Straßen, Eisenbahnen und sonstigen Verkehrswegen. 2. Mitwirkung der Jugend an der Bekämpfung des Terrors. 3. Eingliederung der jüdischen Grenzviertel von Jaffa in den Stadtbezirk von Tel Aviv. 4. Fertigstellung der Straße Tel Aviv—Haifa. Der Bericht der Mandatskommission des Völkerbundes an den Rat, In dem Bericht erhebt die Mandatskommission die Forderung, die Mandatsverwaltung solle noch einen Nachtragsbericht über die Unruhen geben und läßt die Einwendung der Regierung, sie müsse noch den Bericht der Königlichen Kommission erwarten, nicht gelten. Nach Erklärungen des Vizepräsidenten der Kommission, Pierre Orts (Belgien), würde dadurch Artikel 22 des Völkerbundstatuts und das Überwachungsrecht desselben illusorisch, wenn die Mandatsregierung erst in der Herbsttagung 1937 einen Bericht über die Unruhen geben würde.