Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: August 1936
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 469 (sequence 4)
- Language
- German
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nach Größe bis zu —,700 (Vormonat: —,680) £P pro 100 Stück erzielt. Die Umsätze halten sich in sehr engen Grenzen. Der »Monat der Milch«, der den Absatz der einheimischen Frischmilch erweitern sollte, brachte eine gewisse Enttäuschung, da das Publikum 469 Konserven aus finanziellen Gründen doch noch in großem Umfange am Konsum der importierten kondensierten Milch festhält. Auch Gemüse- und Obstkonserven preiswerten Genres, sowie verschiedene Fischkonserven erfreuen sich lebhafter Nachfrage, angesichts der heute unverhältnismäßig hohen Preise frischer Lebensmittel. Der Geschäftsgang ist immer noch sehr still. Ein belebender Einfluß der bald bevorstehenden jüdischen Herbstfeiertage ist bisher noch nicht Textilwaren wahrnehmbar geworden. Bezeichnend für die Verfassung des Marktes sind einige neueste Einfuhrzahlen, die uns soeben von amtlicher Seite speziell zur Verfügung gestellt wurden. In Jänner—Mai 1936 senkte sich gegenüber Jänner—Mai 1935 der palästinensische Import von Baumwollstückwaren von 244.191 auf nur noch 117.617 £P, von Seidenstoffen (außer »Pongee«) und Kunstseidenstoffen von 149.515 auf 84.211 £P, von Wollstoffen von 102.717 auf 66.246 £P. Aber selbst mit diesen reduzierten Mengen sind die Lager des Groß- und Einzelhandels noch reichlich gefüllt und finden teilweise nur zu Verlustpreisen Abgang. Daher blieben gewisse Erholungssymptome des internationalen Textilmarktes hier völlig unbeachtet. Das Geschäft blieb weiter still, da ein neuerlicher leichter Tendenzumschwung am internationalen Markte zur Vorsicht mahnte. Die Schuh- und Pantoffel- Leder industrie hat inzwischen für die Wintersaison mit der fabriksmäßigen Erzeugung begonnen; sie erreicht jedoch nur etwa die Hälfte wie im Vorjahr, was sich entsprechend in den Lederumsätzen ausdrückt. Gegenwärtig bedingen loko pro Quadratfuß (930 Quadratzentimeter) Chevreaux etwa —,055 £P, Boxcalf und Lackleder — 050 bis — ,055 £P, Rindbox — ,040 £P, ferner pro südpalästinensische Okka (1,442 kg) Sohlenleder —,175 bis —190 £P. I Der Zitruskistenholz -Import für die neue Saison ist nunmehr kräftig _I in Gang gekommen, wobei loko pro Kiste ungefähr —,035 bis —,040 £P (um dieselbe Zeit des Vorjahrs: —,040 £P) bewilligt werden. Das Geschäft in Baumstützen ist im wesentlichen für dieses Jahr vorüber. Sehr still liegt nach wie vor der M ö b e 1 h o 1 z -Markt. Was Bauholz betrifft, so wurde uns soeben bekannt, daß der Import in den ersten fünf Monaten 1936 nur 89.001 £P betrug, gegenüber 196.673 £P in Jänner—Mai des Vorjahrs. Auch die leichte Belebung auf dem internationalen Markte ist hier ohne Einfluß geblieben. Das Preisniveau hat sich gegenüber Juni und Juli nicht wesentlich verändert; weiße Fichten- und Tannenbretter erzielen pro Kubikmeter loko etwa 2,550 £P; demgemäß gestalten sich auch die übrigen Notierungen. Im 1. Halbjahr 1936 wurden in Tel Aviv Baugenehmigungen für insgesamt 139.126 Quadratmeter Neubau-Nu tz- Zement und Baukeramik fläche erteilt, gegenüber 237.023 im 1. Halbjahr 1935. Dieser Rückgang im wichtigsten Zentrum der palästinensischen Bautätigkeit hat natürlich auch den Zementabsatz stark in Mitleidenschaft gezogen. In Jänner—Mai 1936 betrug der palästinensische Zement- Import bloß 73.291 £P gegenüber 132.505 £P in Jänner—Mai 1935. In allerletzter Zeit hat sich jedoch wieder eine gewisse Erholung eingestellt, da im Juli 1936 bei der Tel- Aviver Baupolizei 138 neue Baugenehmigungen beantragt wurden, eine Zahl, welche die des Vormonats um 33 überstieg. Man erhofft davon auchneue Anregungen für den Zementmarkt und ist nicht mehr in dem Maße wie bisher zu Preisabstrichen bereit. Auch für den Baukeramik-Handel erwartet man nach vielen stillen Monaten etwas Belebung.