Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die PICA-Böden im Hauran
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 455 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379949-2408915--23411-2409075- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wichtigkeit. Mehrere Male hat der Baron die Vorschläge, die ihm sowohl von seinen Beamten, als auch von anderen Personen betreffs Verkauf oder Umwandlung der Böden unterbreitet wurden, abgelehnt. Auch hier blieb er seinem alten Grundsatz treu, daß Böden, die einmal von Juden erworben wurden, nicht mehr veräußert werden sollen. Iii Verbindung mit den Bestrebungen um die Erneuerung der jüdischen Siedlungen im Hauran ist ein Initiativkomitee, das im Jahre 1907 geschaffen wurde, zu nennen. Zu seinen Mitgliedern gehören Josef Aronowitz, Salmon Gissin, Kounin, Elieser Schochat, Mania Wilbuschewitz. Das Komitee arbeitete geheim. Es wurde ein allgemeiner Plan der Ansiedlung auf den Böden des Barons ausgearbeitet und Mania Wilbuschewitz als Vertreterin des Komitees zwecks Verhandlungen mit Meyersohn, dem damaligen Leiter der ICA, nach Paris delegiert. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem Ergebnis. Laut Mitteilungen des Herrn Aronowitz soll Meyersohn damals erklärt haben, daß die ICA nicht in der Lage sei, auf der Hälfte der ihr gehörigen Böden Juden anzusiedeln, da sie sich beim Kauf dieser Böden verpflichtete, die arabischen Fellachen für ewig dort zu belassen; der Rest des Gebietes stände aber nicht mehr zur freien Verfügung, da er an arabische Pächter vergeben sei. Nur in Dschillin wurde eine jüdische Siedlung unter der direkten Leitung der ICA geschaffen. Wie jetzt von der Leitung der ICA erklärt wird, bestanden zwar in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit den Pächtern. Zurzeit sind jedoch die im Besitz der PICA befindlichen Böden frei von jeder Verpflichtung gegenüber den Pächtern. Die Körperschaft, die sich am meisten für die Böden der PICA interessierte, war der »Schomer«, dessen Mitglieder nicht aufhörten, Pläne in dieser Richtung aufzustellen. Unter den Chawerim in Deganiah gab es nicht wenige, die ihre Aufgabe in der Ausbreitung nach dem Osten sahen, und der Boden des Barons erschien ihnen wie ein Leuchtturm im weiter Ferne. Nach dem Weltkrieg, als die dritte Alijah ins Land strömte, und mit der Aufgabe, den Emek zu erobern, neue Möglichkeiten des Aufbaus auftauchten, verlor der Hauran die Bedeutung, die er vor dem Kriege hatte. Im Jahre 1923 wurde die Frage der jüdischen Arbeit auf den Böden der PICA wieder aktuell. Damals wandte sich die Verwaltung der PICA an den Gdud Awodah mitdem Vorschlag, das Pflügen des Bodens mit einem Traktor zu übernehmen. Der Gdud Awodah sandte daraufhin eine Delegation nach dem Hauran, um die Frage an Ort und Stelle zu prüfen. Die Delegation stellte. als Ergebnis der Untersuchung fest, daß nur 5000 Dunam für die Bebauung durch Traktoren geeignet sind. Der Plan der Vergebung der Arbeit an den Gdud Awodah wurde jedoch in der Folge nicht verwirklicht. Im Jahre 1926 sandte die Zentrale des Hapoel Hazair eine Delegation nach dem Hauran, um die Möglichkeit der Arbeit auf den PICA-Böden zu untersuchen. Die Verhandlungen blieben erfolglos. Von Zeit zu Zeit erinnerten Besuche von Palästinensern im Hauran die Öffentlichkeit an das Vorhandensein von jüdischen Böden im Hauran. Obwohl alle diese Pläne nicht verwirklicht wurden, lebt der Gedanke einer jüdischen Siedlung im Hauran weiter. Die Frage des Hauran gehört zu den dramatischsten Kapiteln in der Geschichte der Bemühungen des jüdischen Volkes um die Eroberung des Bodens. Der Hauran, Golan und Baschan» zusammen mit anderen Gebieten jenseits des Jordan, die ein historischer Bestandteil des jüdischen Landes sind und an der Bildung seiner geistigen und materiellen Kultur teilgenommen hatten, üben auch nach tausenden von Jahren der Zerstreuung noch eine ungebrochene Anziehungskraft auf Juden aus.