Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die PICA-Böden im Hauran
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 449 (sequence 2)
- Language
- German
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Dschillin wurde unter der Aufsicht landwirtschaftlicher Fachleute des Barons eine Siedlung auf gemischter Basis geschaffen. Es wurden Fruchtbäume, Ölbäume und Weinstöcke mit gutem Erfolg gepflanzt. Der Überfluß an Wasser wurde zur Bewässerung der Gärten und Gemüsefelder verwandt. Ein Eukalyptuswald, dessen Reste bis auf den heutigen Tag erhalten sind, konnte zwecks Sanierung des Ortes von Malaria angepflanzt werden. Unter den Arbeitern der Siedlung gab es auch Juden, deren Zahl in den ersten Jahren etwa 20 betrug, davon etwa 12 aus Damaskus. Die Zahl der jüdischen Arbeiter in Dschillin nahm aber ständig ab, so daß in den letzten Vorkriegs jähren, fast die ganze Arbeit von Arabern verrichtet wurde. Die Hauptursache für die Ab-. Wanderung der Juden war die schwere Malaria, die trotz der Sanierungsarbeiten ihre Opfer forderte. Interessant ist der Brief, den am 25. September 1904 Herr Mayersohn,, der Leiter der ICA in Paris, an Herrn Faradschi, den Leiter der Arbeiten im Hauran, geschrieben hat: ». . . Wir bedauern sehr, daß es bis jetzt nicht gelungen ist, jüdische Arbeiter dauernd zu beschäftigen. Wir sind sicher, daß das Klima am Ort nicht schlecht ist, man muß nur die Wohnungen etwa zehn Minuten von dem jetzigen Ort; entfernt einrichten, um die Arbeiter vor Malaria zu schützen . . . Sie werden sicher-, lieh verstehen, von welch großer Bedeutung die Frage für uns ist. Sollte die Lage am Ort so bleiben, wie sie jetzt ist, so wird jede Möglichkeit einer jüdischen Ansiedlung schwinden. Als Ergebnis müssen wir die Böden entweder verkaufen oder umtauschen 1., Die Einnahmen der ICA aus ihren Böden im Hauran deckten nicht einmal ihre Ausgaben. Im Folgenden werden Einzelheiten des Budgets vom Jahre 1913/14 angegeben1:, Ausgaben Einnahmen Allgemeines..... 16.639.57 Frcs. Verschiedenes .... 9.482.84 Frcs. Steuern......11.161.34 Frcs. Vorbereitungsarbeiten . 9.857.91 Frcs. Anleihen an Bauern . . 12.353.39 Frcs. Abgaben an die Regierung 4.187.—- Frcs Defizit ...... 44.716.37 Frcs. Insgesamt . . . 54.199.21 Frcs. ' 54.19.9.21 Frcs.' Die Lage der Siedlung in den letzten Vorkriegsjahren war in jeder Hinsicht unbefriedigend. Das Defizit wurde von Jahr zu Jahr größer und die inneren Streitigkeiten unter den Administratoren mehrten sich. Der Umfang der landwirtschaftlichen Tätigkeit wurde immer kleiner, und damit verminderte sich das Interesse der ICA an ihren Böden im Ostjordanland. Mit dem Eintritt der Türkei in den Weltkrieg konfiszierte die Regierung die dem Baron gehörenden Böden als feindliches Gut. Abdu Farhi, der Verwalter der Ländereien im Hauran, wurde nach Ankara verbannt. Die Siedlung Dschillin wurde zer-, stört, die Frucht- und Eukalyptusbäume durch das Militär ausgerodet. Die Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Krieg« Während der ganzen Kriegsjahre befand sich kein Jude auf den Böden des Barons, im Hauran. Die arabischen Ortseinwohner gebärdeten sich als die Herren der Böden, und Gebäude in den Dörfern Dschillin, Sahem und Nafa. Erst nach der Eroberung des Landes durch die Engländer begaben sich im Mai 1919 die Vertreter der ICA Schabtai-. Levy und Salman Cohen dorthin, um den Stand ihrer Siedlungen zu untersuchen. Am, Anfang fanden die Abgesandten der ICA kein Gehör, als sie von den Pächtern die Ordnung ihrer Rechnungen für die vergangenen Jahre und die Festsetzung der zukünftigen Beziehungen zueinander forderten. Die Pächter fühlten sich bereits als die Besitzer des Bodens und sahen die Notwendigkeit von Verhandlungen, mit. Vertretern- 1 Aus dem PICA-Archiv in Haifa.