Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 8 (August 1936)
- Article
- Das Filmwesen Palästinas
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 418 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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der Film läuft an jedem Ort nur in jeweils einem Kino, und eine Wiederholung der Vorführung findet nur in Form der »Matinees« statt, das heißt in Vorstellungen am frühen Nachmittag, in denen in der Regel der Film, der in der Vorwoche in den Abendvorstellungen lief, zu verbilligten Preisen wiederholt wird. Abends finden normalerweise zwei Vorstellungen statt, die vollständig geschlossen sind, die Plätze sind sämtlich nummeriert und nach jeder Vorstellung wird der Saal geräumt. Ein Rauchverbot in den Kinos besteht nicht. Zur Erleichterung des Verständnisses weisen die englisch und französisch gesprochenen Filme meist je nach Grundsprache französische oder englische einkopierte Dialogtexte auf. Dazu werden auf einer Nebenleinwand hebräische und arabische Übersetzungen projiziert. Am Freitag sind die Kinos geschlossen, am Samstag beginnt das neue Programm. An Versuchen, in Palästina die Filmproduktion aufzunehmen, hat es natürlich nicht gefehlt. Infolge Fehlens eines Ateliers, der Sprachschwierigkeiten (der Verkauf eines hebräisch gesprochenen Films ist nur schwer durchführbar) und nicht zuletzt Mangels eines großen Stoffes hat man es an Stelle von Spielfilmen einstweilen bei »Dokumentarfilmen« bewenden lassen, die mehr oder weniger geschickt in Form des »Kulturfilms« einen Eindruck vom Werden des Landes vermitteln und in vielen Fällen Propaganda machen sollen. Hiebei konnte man ohne Atelieraufnahmen und Tonaufnahmen auskommen und auch so schöne Wirkungen erzielen. So entstanden »Das ist das Land«, der erfolgreiche offizielle Film »Land der Verheißung« und der künstlerisch sehr gelungene »Arbeit«. Damit ist der Bedarf an filmischen Darstellungen des Landes gedeckt, weshalb auch eine Produktionspause eingetreten ist. Inzwischen erscheint in Tel Aviv weiter Axelrods »Carmel-Wochenschau«, neuerdings auch mit Ton, und vor kurzem erschien auch ein Kurzfilm S. Alexanders, der zum Kauf einheimischer Produkte auffordert, unter Beifall zum erstenmal auf der Leinwand. Bis Palästina eine Filmproduktion besitzt, wie sie beispielsweise Ägypten heute bereits in seinen Misr-Studios (mit dem großen arabischen Markt hinter sich) hat, dürfte wohl noch einige Zeit vergehen. Angesichts der Positionen, die Juden in allen Zweigen der Filmherstellung in den größten Produktionsländern besitzen, sollten sie es aber auch in Palästina durchsetzen. Nachrichten und Daten ftgff»*am POLITIK. Der Krieg gegen das Mandat Die arabische Streik- und Aufstandsbewegung dauert schon mehr als hundert Tage an und hat sich in Palästina in ihren Formen nur wenig geändert. Trotz der Anwesenheit von 15.000 Mann britischer Truppen will es nicht gelingen die Banden zu zerstreuen oder zu vernichten und den Terror zu brechen. Erst in allerletzter Zeit wird — offenbar durch zeitweiliges Abgehen von Befehlen, Zurückhaltung im Kampf gegen die Aufständischen zu üben — die tatsächliche Vernichtung mehrerer Banden gemeldet. Bis jetzt ist es von militärischen Gesichtspunkten schwer einzusehen, wie sich z. B. eine 15köpfige Bande nach anderthalbstündigem Gefecht mit Truppen und einem Flugzeug erfolgreich zurückziehen kann, Die Verluste der arabischen Wirtschaft beginnen sich immer mehr auszuwirken und gewisse Kreise der Kaufmannschaft haben sich gegen das Streikkomitee gewendet und bei der Regierung Schutz vor den Terroristen und der Passivität der arabischen Polizei gesucht. Nach Beendigung des Streiks ist der Zusammenbruch zahlreicher arabischer Kaufleute zu erwarten — wie der Konkursantrag der Barclays-Bank gegen die christlich arabische