Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 8 (August 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Juli 1936
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 414 (sequence 5)
- Language
- German
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saison bestellt hatte, und die seit Monaten im Jaffaer Hafen lagerten, infolge der arabischen Streikunruhen erst jetzt aus dem Zollverschluß herausgenommen werden konnten und damit natürlich für die Saison viel zu spät kamen. Über die Aussichten des Herbst¬ und Wintergeschäftes verbietet sich heute noch ein jedes Urteil. Der Großhandel hat sich dafür durch Abschlüsse, die noch aus der Zeit vor den Unruhen datieren, reichlieh eingedeckt. In umfassenden Vorräten, deren Absatz sich nur ganz schleppend vollzieht, sind eigene und fremde Kapitalien festgefroren; die Lage im Textilhandel muß daher heute als besonders angespannt gelten. Während sonst um diese Zeit der Lederkonsum der Schuh- und Pantoffelindustrie für das Wintergeschäft bereits kräftig einsetzt, zögert man diesmal die fabrikatorischen Dispositionen nach Möglichkeit hinaus, da über die Absatzaussichten noch völlige Unklarheit herrscht. Da auch das Schuhreparaturgewerbe gegenwärtig wenig zu tun hat, sind die Anregungen, die auf dem internationalen Ledermarkte von kleinen Preisbefestigungen für Rohware in Chikago und Buenos-Aires ausgingen, im Palästina-Geschäft gänzlich unbemerkt geblieben. Während der internationale Markt für Bauholz sich infolge der Stabilisierungsmaßnahmen der europäischen Schnittholz-Exportkonvention neuerdings Leder Höh befestigte, ist im palästinensischen Geschäft, wo die reichlichen Loko-Vorräte den Ansprüchen der Verbraucher noch vollauf nachkommen, bisher keine wesentliche Belebung zu verspüren. Die Preise sind noch ungefähr dieselben wie in den beiden Vormonaten. Das Gleiche gilt auch für M ö b e 1 h o 1 z. Das Geschäft in Baumstützen hat nunmehr saisongemäß den Höhepunkt überschritten und nähert sich im Einfuhrgroßhandel bald dem Ende. Anderseits haben bereits die ersten Anbahnungen für den Zitruskistenholz-Import zur Bedarfsdeckung der kommenden Saison eingesetzt, die ja voraussichtlich ein doppeltes Quantum als in 1935/36 beanspruchen wird. Es dürfte daher ein Leichtes sein, die noch aus der vorigen Saison verbliebenen Restbestände zu verwerten. Für den neuen Import liegen besonders günstige Offerte aus Jugoslawien, Rumänien, Polen und Rußland vor. Dem Vernehmen nach soll auch ein Versuch der Einführung finnländischer und lettländischer Ware unternommen werden. Viel Beachtung haben in Fachkreisen die neuen Vorschriften der Palästina-Regierung über Anlage und Betrieb der Holzlagerplätze gefunden, die eine wesentliche Verschärfung der Feuerschutzbestimmungen bedeuten. Das erscheint, wie der große Tel- Aviver Holzlagerbrand am 28. Juli soeben zeigte, heute besonders angebracht. Die Marktlage ist unverändert. In ausländischem Zement dominiert nach wie vor das jugoslawisches Erzeugnis, das Zement und Baukeramik Eisen pro Tonne loko heute stellenweise schon für 2,450 (Vormonat: 2,570) £P zu haben ist. Der Baukeramik-Markt ist von Angeboten aus Österreich, der Tschechoslowakei, Ungarn und anderen Ländern zu weiterhin abgleitenden Preisen umkämpft. Die feste Stimmung des internationalen Marktes vermag momentan auf d3S palästinensische Geschäft keinen stärkeren Einfluß auszuüben. Die Loko- Preise bewegen sich daher im allgemeinen auf dem Vormonatsniveau. Auch im Umsatz hat sich nicht viel geändert. Als »zeitgemäß« darf eine Neuerscheinung in der eisenverarbeitenden Industrie gelten. Eine Karosseriefabrik des Tel-Aviver Industriereviers hat erstmalig von der britischen Militärbehörde Bauaufträge für Panzerwagen erhalten. Nie hteisenmetalle gen, bzw. Der Beschäftigungsgrad in der Metallindustrie hat sich weiterhin vermindert, so daß es in letzter Zeit zu neuen Betriebsstillegun- Betriebseinschränkungen kam. Zugleich bewirkten die vorübergehend auf-