Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer: Juni 1936
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 358 (sequence 2)
- Language
- German
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358 ver^e^r entstanden ist. Der Kundenbesuch, die Warenzustellung, das Inkasso ist von Stadt zu Stadt und zwischen Städten und flachem Land vielfach ins Stocken geraten. An dritter Stelle sind die finanziellen Einbußen zu nennen, die durch den plötzlichen Abbruch der Beziehungen zur arabischen Geschäftswelt entstanden sind, in Gestalt von vorläufig uneinbringlich gewordenen Außenständen und von heute nutzlosen Mietvorauszahlungen für einstweilen unbenutzbare Räume in arabischen Stadtteilen. Stark wenngleich in sehr verschiedener Weise, hat auf diese Sachlage der Grundstücksmarkt und das Versicherungsgeschäft' reagiert. Auf dem Grundstücksmarkt sind ausgesprochene Spekulationsobjekte, vor allem also noch nicht baureife Immobilien in unsicheren Gegenden, in großer Zahl zu recht schwachen Preisen angeboten, während Plätze und Häuser in guter jüdischer Ortslage im allgemeinen zu regulär kalkulierten Preisen umgesetzt werden, wie sie ja schon bekanntlich vor reichlich einem Jahr an die Stelle der überhohen Phantasiepreise von 1934 getreten sind. Im Versicherungsgeschäft hat sich in letzter Zeit begreiflicherweise eine Sonderkonjunktur für Sachversicherungen (Feuer-, Auto-Kasko, Transport usw.) entwickelt, wobei die Versicherungsgesellschaften sich die Bewilligung der Unruhen-Klausel reichlich bezahlen lassen. Trotz alledem fehlen doch Zeichen des fortschreitenden Aufbaues keineswegs. Für den ersten Emissionsabschnitt des Tel-Aviver Hafenbaufonds sind im Laufe weniger Tage, zu Anfang Juni, 79.800 £P gezeichnet und davon rund 85% sofort eingezahlt worden. Die Hafenanlage selbst hat sich bereits als wertvolles Instrument störungsfreier Baubedarfs¬ und Lebensmitteleinfuhr erwiesen. Ein anderes Moment: Die Tel-Aviver Levante-Messe, die nach einwöchiger Verlängerung am 6. Juni geschlossen wurde, konnte ungeachtet des Fernbleibens der Araber immerhin etwa 300.000 Besucher aufweisen und hat vor allem der Tozereth-Haaretz-Propaganda ausgezeichnete Dienste geleistet. Charakteristisch für das Selbstvertrauen des Jischuw und für das Vertrauen, das er auch im Auslande genießt, ist schließlich die Tatsache, daß gerade im Berichtsmonat ein Finanzinstitut, das die Verbindung Palästinas mit dem Auslande pflegt, die »Belgo- Palestine Bank, Ltd.« in Tel Aviv, ihre Wertpapier- und Börsen-Abteilung bedeutend erweitert und sich eine Depot- und Vermögensverwaltungs-Abteilung neu angegliedert hat. Nicht minder hervorgehoben sei, daß soeben die palästinensische Handelsflotte um einen neuen Dampfer der Haifaier Reederei »Atid« vermehrt wurde. Der gesamte Export-Erlös der abgelaufenen Saison wird auf Preisbasis »föb palästinensische Häfen« — mit rund 2,330.000 £P Zitrusfrüchte berechnet, gegenüber 3,096.958 £P in der Saison 1934/35 und 2,328.951 £P in 1933/34. Die neue Frucht, die in der kommenden Saison zum Export gelangen wird, entwickelt sich sehr günstig. Infolge der ungewissen Verhältnisse im Lande ist das Vorverkaufsgeschäft »ab Baum«, das sonst um diese Jahreszeit bereits in Gang kommt, augenblicklich kaum wahrnehmbar. Während vor zwei Jahren die Exporteure den Pflanzern beim Kauf der neuen Ernte ab Baum pro Kiste bis —,250 £P und vor einem Jahre noch bis —,220 £P bewilligten, werden diesmal nur Preise bis zu —,180 £P genannt, auf welcher Basis nennenswerte Umsätze bisher nicht zustande kamen. Angesichts reichlicher Inlandsbestände wird die Regierung das seit dem 1. Juli des Vorjahrs be- Getreide, Futtermittel und Mehl stehende Einfuhrverbot für Weizen voraussichtlich auch weiterhin aufrechterhalten. Die Notierung der einheimischen Ware ist unverändert geblieben. In Gerste, Mais und D u r r a h ist wenig Geschäft, bei gleichfalls etwa vormonatlichen Preisen. Zur Schwäche neigt gegenwärtig das Mehl geschäft. Da die Vorräte aus frischer Einfuhr ziemlich bedeutend sind und den Bedarf reichlich versorgen, wird die Regierung das Mehl-Einfuhrkontingent für das dritte Quartal 1936 vermutlich mit etwa 5000 Tonnen