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Palästina · 1936-07-01 · Heft 7 (Juli 1936) · p. Seite 346

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 7 (Juli 1936)
Article
Die Struktur der Bevölkerung Palästinas als Schlüssel für die Zusammensetzung des Legislative Council
Date
1936-07-01
Page
Seite 346 (sequence 3)
Language
German
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Der Bevölkerungsaufbau. Der Vergleich der bloßen Kopfzahl der Bevölkerungsgruppen gibt kein richtiges Bild ihrer Leistungsfähigkeit sei es auf wirtschaftlichem, sei es auf militärischem oder anderen Gebieten. Dazu ist es nötig, eine Altersklassen- Vergleichung durchzuführen. Da das Wahlrecht in fast allen parlamentarisch regierten Staaten erst vom 20. Jahr an gewährt wird, so wollen wir einen Vergleich des Altersaufbaus der kräftigsten Jahrgänge von 20 bis 40 durchführen. Bei der christlichen und moslemischen Bevölkerung nehmen wir dafür jenen Prozentsatz an, der bei der letzten Volkszählung (1931) konstatiert wurde, da er sich nicht wesentlich geändert haben kann2. Er berechnet sich (ohne Teilung nach Geschlechtern) für Christen auf 33.4%, für Moslem auf 30%. Bei den Juden ist infolge der Einwanderung vorwiegend junger, kräftiger Leute der Prozentsatz ein viel höherer. Er wird derzeit auf 46.1% geschätzt3. Es ergibt sich daher für Ende 1935 nach annähernden Schätzungen: Prozentsatz der Bevölkerungs- Gesamtzahl Zahl der 20—40jährigen 20—40jährigen gruppe (abgerundet) (abgerundet) (abgerundet) Juden 375.000 173.000 40 Christen 91.400 30.500 7 Moslem 760.000 , 228.000 53 ~~ ~ 1,226.400 —431.500 m Die Zahl der Juden in diesen Altersklassen ist daher 40% und ihr relativer Anteil vermehrt sich durch die Einwanderung dieser Altersklassen weiter sehr stark: Nach den Tabellen der statistischen Abteilung der J. A. über die Einwanderung 1928 bis 19344 betrug der Anteil der 20 bis 40jährigen in diesen Jahren 50.8% der Gesamteinwanderung. Nimmt man die Einwanderung für die nächste Zeit vorläufig mit 30.000 bis 36.000 Köpfen per Jahr an, so ergibt sich ungefähr folgendes Bild der mutmaßlichen Entwicklung: Die natürliche Bewegung in diesen Altersklassen wird ein Defizit der Juden von maximal rund 4000 Köpfen per Jahr bringen, die Einwanderung ein Plus von 15.000 bis' 18.000, so daß die Prozentzahl der Juden sprunghaft steigen muß. Umgekehrt, läßt sich ungefähr Folgendes berechnen: Die Altersklassen der Juden von 20 bis 40 zählen heute rund um 85.000 Köpfe weniger als die der Nichtjuden; in fünf Jahren wird dieses Defizit durch die natürliche. Bewegung auf zirka 105.000 Köpfe steigen. In diesen fünf Jahren müßte daher eine Einwanderung von je 40.000 Köpfen pro Jahr stattfinden, zusammen 200.000 (von welcher wieder 50.8% auf die Altersklassen 20 bis 40 zu rechnen wären 101.600 Köpfe), damit die Juden dieser Altersklassen 50% der Gesamtzahl in dieser ausmachten. Jene Einwanderungsziffer ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre keine utopische, denn in den letzten drei Jahren, 1933 bis 1935, sind 134.600 Juden eingewandert, das sind rund 44.600 pro Jahr. Die Bildungsstufe. Die Vorlage der Regierung sieht keinen Bildungsnachweis vor. Doch ist es überall in der Welt ein wichtiges Moment für die Zuerteilung des Wahlrechts, daß man Analphabeten kein solches geben kann. In bezug auf die einschlägigen Verhältnisse sind wir auf die Ziffern der Volkszählung 1931 angewiesen. 2 Siehe: Census of Palestine, 1933, Part. II, Seite 46, Table VIII. 3 Siehe: Ein historischer Schnittpunkt, von Ernst Kahn, Jerusalem, in »Jüdische Rundschau«, 1936, Nr. 47, Seite 3. 4 Siehe »Aljah«, Jerusalem 1935, Tabelle 24, Seite XXXV.

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