Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Article
- Zur Entwicklung der palästinensisch-syrischen Handelsbeziehungen
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 344 (sequence 5)
- Language
- German
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unsere Regierung in absehbarer Zeit der syrischen entsprechende Anträge unterbreiten wird. Wenn die syrische Regierung gut beraten ist, wird sie auf diese Vorschläge eingehen, die, was Industrieprodukte betrifft, unter anderem Bier, Zement, Schuhe, Möbel, Schokolade, Konfekt und vielleicht auch gewisse Textilien von der gegenwärtigen Regelung ausnehmen wollen. Denn wenn die syrische Regierung einmal eine Bilanz des syrisch-palästinensischen Außenhandels macht, so wird sie finden, daß sie zu ihren Gunsten in den vier Jahren folgende Überschüsse verbuchen konnte: 1932: 583.000 £P, 1933: 729.000 £P, 1934: 860.000 £P und 1935: 1,007.000 £P. Das ist ein Geschäft, das sie durch eine starre Ablehnung der palästinensischen Vorschläge nicht wird gefährden wollen — auch wenn die Überschüsse der syrischen Ausfuhr nach Palästina über die syrische Einfuhr aus Palästina sich durch die vorzuschlagende Neuregelung etwas verringern sollten. Die syrische Industrieausfuhr nach Palästina, die nach der Neuregelung den allgemein in Palästina geltenden Zollsätzen unterworfen werden soll, hatte 1935 einen Wert von etwa 250.000 £P. Selbst wenn man annimmt, daß durch die Zollzahlung der betreffende Export nach Palästina völlig aufhören würde — was ja keineswegs der Fall sein wird — bliebe der syrische Ausfuhrüberschuß nach Palästina noch hoch genug, um ein Entgegenkommen von syrischer Seite zu rechtfertigen. Kann sich aber die syrische Regierung wider Erwarten hiezu nicht entschließen, so bleibt unter den vorliegenden Verhältnissen kein anderes Mittel, als die Kündigung des ganzen Abkommens. Sowie die Dinge liegen, wäre das eher zu ertragen, als die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes. Nachbemerkung der Redaktion. Für die vorgeschlagenen Verhandlungen ist der gegenwärtige Zeitpunkt besonders günstig, da die Araber Syriens nicht nur den Import aus Palästina, sondern auch den bedeutend größeren Export von Syrien nach Palästina boykottieren. Eine Erhöhung der palästinensischen Zölle kann daher nicht als eine unfreundliche Abwehr der Einfuhr gedeutet und auch nicht wegen Störung des normalen Handelsverkehrs bezeichnet werden, da dieser ohnehin jetzt nicht besteht. Die Struktur der Bevölkerung Palästinas als Schlüssel für die Zusammensetzung des Legislative Council Die Frage des Legislative Council (L. C.) ist seit 1922 nicht gelöst worden. Seine Errichtung ist vorgesehen in der in diesem Jahre erlassenen Verfassung Palästinas (Teil 3, Art. 17—34). Die ersten Wahlen für den L. C. fanden 1923 statt. Die Juden beteiligten sich an ihnen, indes die Araber sie zum überwiegenden Teil boykottierten. Auch spätere Versuche, den L. C. aufleben zu lassen, sind nicht zu Ende geführt worden, bis im Dezember 1935 Sir Arthur Wauchope seine Einführung ankündigte. Der L. C. soll aus -28 Mitglieder bestehen, und zwar 5 Beamte, 11 ernannte Mitglieder (3 Moslem, 4 Juden, 2 Christen, 2 Wirtschaftsberater), 12 gewählte Mitglieder (8 Moslem, 3 Juden, 1 Christ).