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Palästina · 1936-07-01 · Heft 7 (Juli 1936) · p. Seite 332

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 7 (Juli 1936)
Article
Die Genossenschaft-Organisationen Palästinas
Date
1936-07-01
Page
Seite 332 (sequence 4)
Language
German
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rechnen, daß aus der Erkenntnis des Nutzens, den die Genossenschaftsorganisationen der jüdischen Wirtschaft gebracht haben, die Araber selbständige Schritte zur Verbreitung dieser Wirtschaftsform in ihrem eigenen Wirtschaftssektor unternehmen werden. 2* Die Kreditgenossenschaften» Die palästinensischen Kreditgenossenschaften zerfallen in zwei Hauptgruppen: Der einen gehören die Korporationen des Mittelstandes an, die sich um den Revisicnsverband »Merkas« konzentrieren, die andere Gruppe umfaßt die Kreditgenossenschaften der Arbeiter, die im Revisionsverband der Arbeiterkreditorganisationen organisiert sind. Den bürgerlichen Kreditgenossenschaften gehörten am 1. Jänner 1936 39 Organisationen an mit 35.640 Mitgliedern. Ihr Eigenkapital betrug am 30. XL 1935 325.566 £P. Die Arbeiterkreditgenossenschaften sind später gegründet worden, als die allgemeinen bürgerlichen, haben sich aber sehr schnell entwickelt. Von den 25 Arbeiterkreditgenossenschaften sind drei in den Städten Tel Aviv, Jerusalem und Haifa, zehn in den großen Siedlungsorten und die übrigen an Siedlungspunkten der Arbeiterschaft. Die Zahl ihrer Mitglieder ist von 15.899 am L Jänner 1935 auf 20.268 am 1. November 1935 gestiegen; davon gehörten 65.8% den städtischen Kreditgenossenschaften an. Das Eigenkapital der Arbeiterkreditgenossenschaften betrug zusammen mit dem Reservefonds Ende 1935 annähernd 60.000 £P, die Depositeneinlagen zirka 228.000 £P. Die Arbeiterkreditgenossenschaften beschränken sich nicht nur darauf, die Kreditbedürfnisse ihrer Mitglieder zu befriedigen, sondern erfüllen auch durch Kreditgewährung für landwirtschaftliche Siedlungszwecke und für Errichtung von Arbeiterwohnvierteln in Stadt und Land gleichzeitig wichtige konstruktive Wirtschaftsfunktionen. 3* Die landwirtschaftlichen Genossenschaften« Unter den zentralen und örtlichen landwirtschaftlichen Genossenschaften, deren Zahl auf 40 angewachsen ist (hier sind die landwirtschaftlichen Siedlungsgenossenschaft in nicht eingerechnet) nehmen den wichtigsten Platz »Tnuvah«, »Pardess«, »Nir« und »Jachin« ein. Die »Tnuvah« ist die Absatzgenossenschaft der landwirtschaftlichen Arbeitersiedlungen. Sie umfaßt heute ungefähr 100 Moschawim, Kwuzoth, Kibbuzim und Moschawoth, die mehr als 2700 Einzelwirtschaften zählen. Außerdem liefert eine beträchtliche Anzahl von einzelnen Wirtschaften, die noch nicht genossenschaftlich organisiert sind, ihre Produkte an die »Tnuvah«. Im Jahre 1934 setzte die »Tnuvah« Millionen Liter Milch ab, im Jahre 1935 bereits mehr als 8J^ Millionen Liter bei einem Gesamtumsatz von 11H Millionen Liter und man hofft, daß sich der Umsatz im Jahre 1936 auf nahezu 16 Millionen Liter steigern wird. Der Gesamtumsatz der »Tnuvah« stieg von 291.000 £P im Jahre 1934 auf 410.000 £P im Jahre 1935, das bedeutet eine Werterhöhung des Absatzes um 40%. Die »Tnuvah« befaßt sich neben dem Verkauf von Milch und Milchprodukten auch mit dem Verkauf von Geflügel, Früchten, Gemüse, Honig. Der Umsatz dieser Produkte beträgt ungefähr 40% des Gesamtumsatzes. Unter den großen landwirtschaftlichen Genossenschaften ist besonders die Genossenschaft »Pardess« hervorzuheben, die Absatzzentrale für einen großen Teil der Zitrusfrüchte aus den Zitrusplantagen der kapitalistischen Pflanzer. Die Genossenschaft »Pardess« begann mit dem Absatz von zirka 20.000 Kisten, im Jahre 1935 stieg er auf ungefähr 1,600.000 Kisten. Die Zahl ihrer Mitglieder beläuft sich auf 470, ihre Tätigkeit erstreckt sich auf 19 Orte. Im Jahre 1935 verkaufte die Genossenschaft ihre Früchte nach 26 Staaten: England, Deutschland, Holland, Rumänien, Dänemark, Schweden, Norwegen, Frankreich, Kanada, um nur die wichtigsten zu nennen.

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