Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Mai 1936
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 298 (sequence 4)
- Language
- German
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Was die einzelnen Fruchtgattungen betrifft, so entfiel die Hauptraasse des Exportes naturgemäß wiederum, auf Orangen, und zwar mit 5.25 Millionen Kisten, gegenüber 6.5 in 1934/35 und 5.1 in 1933/34. An zweiter Stelle sind die Grapefruits zu nennen, mit diesmal 580.000 Kisten, gegenüber 670.000 in 1934/35 und 330.000 in 1933/34. Einen kleinen Zuwachs erfuhr der Zitronen-Export, der heuer 35.000 Kisten erreichte, gegenüber 30.000 im Vorjahr und 14.200 vor zwei Jahren. Der Rest verteilte sich im wesentlichen auf Ethrogim und Mandarinen. Eine Analyse der wichtigsten Absatzmärkte zeigt, daß der Export nach Großbritannien nicht nur absolut, wie es der geringeren Ausfuhrmenge überhaupt entsprechen würde, sondern auch relativ gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen ist, aber immerhin noch höher blieb als vor zwei Jahren. Großbritanniens Anteil am Zitrus-Export Palästinas: 1933/34: 63.8% 1934/35: 72.0% 1935/36: 67.1%. Die Ursache der Abschwächung ist wohl vor allem darin zu sehen, daß der Absatz der palästinensischen Grapefruits (die ja im Rahmen unseres Zitrus-Exportes immer wichtiger werden!) auf dem britischen Markte durch den dortigen Zollsatz stark erschwert wird. Ungewöhnlich hat sich das deutsche Geschäft vermindert, eine Folge der Devisenschwierigkeiten. Auch der französische Markt hat sich mehr, als es dem allgemeinen Export-Minus entsprechend würde, abgeschwächt, eine Tatsache, die sich aus dem neuen spanisch-französischen Handelsabkommen erklärt, das nunmehr der spanischen Apfelsine nahezu, ein Monopol im französischen Konsum einräumt. Auch der Absatz nach Belgien und Kanada schrumpfte mehr als normal ein. Relativ befriedigend behauptet blieb das Geschäft mit Holland, Rumänien, Norwegen, der Schweiz und Jugoslawien. Schließlich darf man es mit hoher Genugtuung verzeichnen, daß in der abgelaufenen Saison das Geschäft mit Polen und Schweden bedeutend ausgebaut werden konnte, und daß auch der Absatz nach Dänemark, der Tschechoslowakei, Finnland, Rußland und Österreich sich erheblich erweitern ließ. Der im Zuge der Vorbereitungsarbeit des vorigen Sommers großzügig unternommene Versuch, die skandinavischen, osteuropäischen und Donau-Märkte handelspolitisch und propagandistisch systematisch zu entwickeln, hat also bereits jetzt wertvolle Ergebnisse gezeitigt, die ein weiterer Ansporn auf diesem Wege sein dürften. Die Preisbildung in der jetzt beendeten Saison nahm einen sehr eigenartigen Verlauf. In der ersten Hälfte der Verschiffungsperiode waren die Preise außergewöhnlich schlecht und direkt verlustbringend. Erst, als gegen Ende Jänner das Ernte-Manko stark in Erscheinung trat, zugleich auch die spanische Konkurrenz sich auf den französischen Markt konzentrierte und aus beiden Ursachen die bisherige Warenüberflutung des britischen Marktes verschwand, schlug die'Tendenz völlig um, so daß bis zum Ende der Saison London, Liverpool und Glasgow sehr gute Preise bewilligten, denen kraft der entscheidenden Position des britischen Marktes auch die kontinentalen Märkte sich anpassen mußten. Leider kam die Aufbesserung für das Gros der Pflanzer und Exporteure zu spät, da bis dahin schon reichlich drei Fünftel des Gesamtexportes zum Verkauf gelangt waren. Da die Saison 1935/36 ausgeprägt irregulär gewesen ist, gestattet sie kaum Schlüsse, auf die nächste Saison. Wenn die Entwicklung der Früchte weiterhin normal vor sich geht, haben wir für die kommende Saison über eine Exportmenge von 10 bis 12 Millionen Kisten zu disponieren, also glatt das Doppelte der abgelaufenen Saison. Die schweren Sorgen, die diese voraussichtliche »Orangen-Schwemme« unseren