Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1936)
- Article
- Politik. Von a. b.
- Date
- 1936-06-01
- Page
- Seite 295 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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»Nein« entgegensetzt, da damit nichts gewonnen ist, ferner, wie die letzten Monate gelehrt haben, die Regierung an dem Willen der Juden zu einem Ausgleich zweifeln muß, sowie die Erregung der Gegenseite nur geschürt wird, was wachsenden Widerstand gegen die jüdische Position bedeutet. In bezug auf die Forderungen der Juden ist es klar, daß sie auf keinerlei von vornherein festzulegende Begrenzung ihrer weiteren Expansionsmöglichkeiten eingehen können. Wenn sie in anderen Punkten Entgegenkommen zeigen sollen, dann muß als Gegenbedingung die Lösung der trarisjordanischen Frage verlangt werden. Die völlig ungerechtfertigte Sperre des Ostjordanlandes für jüdische Einwanderung und Kolonisation, welches Gebiet völkerrechtlich einen Teil des Mandatsterritoriums Palästinas bildet, muß aufgehoben werden. Dann wird auch die Frage des Siedlungsraumes keine solche Rolle spielen, wie bisher. Daß diese Frage bisher stets in tendenziöser Weise behandelt wurde, da auch in Cisjordanien noch auf lange Zeit genügend Boden für jüdische Ansiedlung vorhanden ist, ohne die Araber zu verdrängen, ist bisher vergeblich der politischen Öffentlichkeit klar zu machen versucht worden. Wenn die Forderung, daß die Lösung des Problems Transjordaniens mit auf die Tagesordnung der künftigen Verhandlungen über die Mandatspolitik gestellt werde, durchgesetzt werden wird, so wird dies ein Übergang sein zu einer noch weiter gespannten Konzeption, so wie sie an dieser Stelle erst kürzlich (Nr. 5, Seite 259) wieder entworfen wurde, nämlich zur Frage einer Kooperation der Juden mit dem gesamten arabischen Volk Vorderasiens. Eine solche hat schon Lawrence vorgeschwebt, der auch Feisal seinerzeit dafür gewonnen hatte. Eine Lösung der schwierigen Fragen, die mit der Heimstättenpolitik verbunden sind, die beide Teile befriedigen kann, ist in so weitem Rahmen eher möglich, als im politisch so engen Räume Westpalästinas allein. Die Disziplin, Einigkeit, Opferwilligkeit, Unbeugsamkeit und unerschütterliche Zuversicht, die von den Juden in hervorragendem Maße während der Unruhen bewiesen wurden, sind das einzig Erfreuliche in dieser düsteren Epoche. Sie zeugen von einer gesellschaftlichen und politischen Reife, die selbst den überzeugtesten Zionisten überrascht, nachdem er die jahrelangen inneren Kämpfe in der zionistischen Organisation mit Schmerz miterlebt hatte. Diese Reife wird sich in der kommenden Zeit, die wichtige politische Entscheidungen bringen wird, neuerdings zu bewähren haben. WIRTSCHAFT. Von Dr. J, Adler, Tel Aviv. Das Wirtschafts-Barometen Mai 1936* Monatsbericht über den Palästina-Markt. Das palästinensische Wirtschaftsleben, dem heute die jüdische Komponente mehr und mehr nicht nur ein äußeres Geld- und Kapitalmarkt Gepräge, sondern auch den inneren Halt verleiht, hat den Unruhe- und Streikparolen arabischer Demagogen und ihres verhetzten Anhanges bisher sicher getrotzt. Dafür spricht besonders die Tatsache, daß der Geldumlauf, der beispielsweise seinerzeit auf die »Abessinien-Panik« im September 1935 so stürmisch reagierte, diesmal durchaus normal geblieben ist, mit 6,211.134 £P am 1. Mai gegenüber 6,236.134 £P am 1. April und 6,186,134 £P am 1. März. Die Bevölkerung hat also ihre Depositen ruhig bei den Banken belassen. Auch ein anderes Faktum ist interessant: Am 19. Mai wurden auf der Effektenbörse in Kairo, dem wichtigsten Wertpapiermarkt der Levante, die Pfandbriefe der »General Mortgage Bank of Palestine, Ltd.«, Tel Aviv, erstmals offiziell gehandelt und notiert. Folgen der Unruhen. So stark heute auch die täglichen Terrorakte an den Nerven eines jeden Einzelnen im Lande zerren mögen, so bleibt doch das Vertrauen