Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1936)
- Article
- Die Levante-Messe in Tel Aviv
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 257 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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dritte Moment in Betracht zieht, und zwar den Einfluß der Messe auf Palästinas Position im Levante- und Orient-Handel. Wenn heute Haifa und Jaffa, die noch in den ersten Nachkriegsjahren in der Gesamtheit des Mittelmeerverkehrs eine ganz minimale Rolle spielten, an Schiffsfrequenz weit über die alten Levanteplätze Ismir und Beirut hinausgewachsen sind und selbst schon mit Alexandrien in ernstlichen Wettbewerb treten, wenn heute Tel Aviv als Großhandels-, Banken- und Versicherungszentrum im östlichen Mittelmeer-Raum einer Stellung zustrebt, die man etwa mit Kopenhagens Position als »Generalagentur des Nordens« im skandinavisch-baltischen Räume vergleichen darf, wenn in den letzten Jahren der Warentransit über Palästina nach dem Irak und darüber hinaus gewaltig zugenommen hat, so ist man berechtigt, einen wesentlichen Teil dieses Erfolges auf das Konto der Leyante-Messe zu setzen. Es ist in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens durchaus üblich geworden, zur Orientierung über das internationale Warenangebot die Tel-Aviver Messen regelmäßig zu besuchen. Daraus ergibt sich von selbst die ständige Geschäftsverbindung mit der jungen Handelsmetropole Palästinas. Unbeschadet voller Anerkennung des nationalen Vorrangs der Landwirtschaft und der lebenswichtigen Bedeutung des einheimischen industriellen Aufbaues wird man zugeben müssen, daß es Palästina nicht schaden kann, wenn wir einem derart produktiv-solid fundierten Wirtschaftsleben außerdem auch gewisse weltwirtschaftliche Funktionen übertragen, und wenn wir einesteils aus der günstigen wirtschaftsgeographischen Lage unseres Landes Nutzen ziehen wollen, andernteils aus dem Umstände, daß gerade die »Alijah« der letzten Jahre uns hervorragende Fachleute des internationalen Handels, Verkehrs- und Bankwesens zugeführt hat. Die Tel-Aviver Messe ist heute für die gesamte Wirtschaftswelt der Exponent sowohl des neuen Palästinas als auch des neuen Orients. Alle die Länder, deren Industrien auf der Messe ausstellen und deren Verkehrsverwaltungen den Messebesuchern Vergünstigungen gewähren, suchen dadurch Anknüpfungen mit einem Wirtschaftsgebiet, das sich vom Kaspischen Meer bis zu den Quellen des Nils erstreckt. Das ist eine Errungenschaft, deren man sich eben in dieser nicht leichten Zeit ehrlich freuen darf. Rundschau__ JEWISH AGENCY. Von d. e. Seit dem Ausbruch des italienisch-abessinischen Konfliktes ist Palästina nicht mehr recht zur Ruhe gekommen. Obwohl die im Anschluß an den Ausbruch der Feindseligkeiten im Herbst 1935 in Palästina eingetretene Unterbrechung des Aufstieges im wesentlichen wirtschaftliche Auswirkungen hatte, war dadurch doch in die seit 1933 anhaltende »Prosperity«-Stimmung zum erstenmal größere Beunruhigung getragen worden. Die Stagnation, die das Wirtschaftsleben seit dem Herbst getroffen hatte, ist jedoch im Laufe der Frühjahrsmonate soweit abgeklungen, daß man Anfang April bereits auf die vollkommene Erholung innerhalb der jüdischen Wirtschaft hinweisen konnte, und mit Recht ihre Widerstandskraft rühmte, die jetzt eine erste Probe nach dem großen Aufschwung der letzten Jahre hatte ablegen können. Der Ausbruch der Unruhen in der zweiten Hälfte des April hat nun von neuem schwere Wochen über ganz Palästina gebracht. Über den unmittelbaren Hergang der arabischen Überfälle ist in der jüdischen Presse bereits so detailliert berichtet worden, daß sich hier eine Chronik der Ereignisse erübrigt;. In mancher Hinsicht zeigen die