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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 256

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Die Levante-Messe in Tel Aviv
Date
1936-05-01
Page
Seite 256 (sequence 3)
Language
German
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Rechenschaft darüber geben, was sie in produktiver Arbeit in Stadt und Land erreicht hätte, und mit alledem sollte kräftig für die Verwendung einheimischer Erzeugnisse, »Tozereth Haaretz«, geworben werden. Es sei betont, daß der »Palästina-Teil« bis heute das Kernstück der Messe geblieben ist, rein topographisch dank des zentralen Standorts des »Tozereth-Haaretz«-Palastes, aber auch sachlich. Auf der diesjährigen Messe ist das Angebot unserer neuen Industrie in repräsentativer Form zu einem wirklich großartigen Gesamteindruck zusammengefaßt; zugleich ist erstmals die auf früheren Messen etwas zersplitterte Landwirtschafts-Schau zu einer umfassenden Landwirtschafts- und Siedlungs-Ausstellung ausgebaut, auch unter Beteiligung des zuständigen Regierungsdepartements. Erwähnen wir noch, daß auch die Jewish Agency, die nationalen Fonds und die Stadt Tel Aviv, die »Histadruth« und andere Organisationen des Jischuw auf der Messe mit instruktiven Darstellungen ihrer Arbeit erscheinen, so ist ein getreuer Querschnitt vom heutigen Stande unseres Aufbauwerkes gesichert. Das zweite Moment einer ökonomischen Würdigung ist der Zusammenhang zwischen Messe und Import, das heißt die Beteiligung der Aussteller aus dem Auslande. Seit 1929 ist sie an Umfang rapid gewachsen, und auf der diesjährigen Messe tritt sie mit zwei großen allgemeinen Auslandshallen und zahlreichen nationalen Pavillons in Erscheinung. Daran hat sich eine Kontroverse geknüpft. Auf mancher Seite befürchtete man, daß die Übermacht des Auslandsangebots die einheimische Produktion erdrücken würde. Aber, so sagen wieder andere Betrachter, würde der Ausschluß der Ausländer von der Messe auch die Importwaren von unserem Markte verscheuchen? Und außerdem: Ist nicht gerade die anschauliche Vergleichsmöglichkeit mit den Leistungen des Auslandes die beste Schule und der stärkste Ansporn für unsere eigene Industrie? Weiter heben die Freunde eines internationalen Charakters der Messe hervor, daß ein sehr wesentlicher und wachsender Teil unseres Importes überhaupt keine Konkurrenz für die einheimische Produktion bedeutet, sondern aus Maschinen und Geräten, aus Rohstoffen und Halbfabrikaten besteht, die für unser eigenes Schaffen von höchster Wichtigkeit sind. Gerade dadurch, daß sie uns die Bekanntschaft mit den neuesten Produktionsmitteln des Auslandes in breitester Auswahl gewährt, leistet ja die Messe in der Tat der palästinensischen Volkswirtschaft einen hochzuschätzenden Dienst. Übrigens ist diese ganze Diskussion heute nicht mehr so aktuell wie noch vor zwei und vier Jahren. Die Messeleitung hat selber Mittel und Wege gefunden, um Aussteller fernzuhalten, die etwa durch »Dumping«-Ware den einheimischen Gewerbefleiß schädigen könnten. Vergebens würde man auf der Messe nach einem japanischen Pavillon suchen! Bei anderen Staaten wiederum, z. B. bei der Tschechoslowakei, hat man durch freundschaftliche Arrangement mit der Leitung der betreffenden Kollektivausstellung erreicht, daß bei der Auswahl der einzelnen Aussteller auf das palästinensische Wettbewerbsinteresse gebührende Rücksicht genommen wurde. Die Verlagerung des Schwerpunkts der Auslandsbeteiligung zu den Produktionsmitteln und überhaupt zu solchen Darbietungen hin, die dem Palästina-Aufbau förderlich sind, zeigt ein Überblick der mit der diesmaligen Messe verknüpften internationalen Fachausstellungen: Bau-Messe, Automobilsalon, Maschinen-Messe, Elektro- und Radio-Ausstellung, Verkehrs-Ausstellung (Schiffahrt und Häfen; Eisenbahnen; Luftverkehr), sowie Fachgruppen für landwirtschaftliche Produktionsmittel, Zuchtvieh und Saatgut, die sich der palästinensischen Landwirtschafts-Ausstellung ergänzend anschließen. Mit der Ausgestaltung der Tel-Aviver Messe zu einer internationalen Institution ist die Messeleitung, in der Tel Avivs Gründer und Bürgermeister M. Dizengoff seit Anbeginn den Vorsitz führt, zweifellos gut beraten gewesen, wenn man nun auch das

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