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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Die Landwirtschaftliche Versuchsanstalt in Palästina
Date
1936-05-01
Page
Seite 245 (sequence 3)
Language
German
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einfach die Gesundung der palästinensischen Wirtschaft die Umstellung der Landwirt" schaft nach sich gezogen hätte, denn ohne die innere Wandlung des jüdischen Bauern hätten die äußeren Verhältnisse, so wichtig sie auch sein mögen, nicht ausgereicht, die jüdische Landwirtschaft in solch hervorragender Weise zu sanieren, wie dies geschehen ist. Vielmehr war die Chaluzbewegung die dynamische Kraft, die den jüdischen Landwirt neu erstehen ließ. Diese Pionierbewegung kann für sich in Anspruch nehmen, nicht nur die Neugestaltung des jüdischen Menschen vollbracht, sondern auch der Landwirtschaft ihren Geist eingehaucht zu haben. Der Jude entdeckte seine innere Beziehung zu Natur und Boden, und begann die einfache Wahrheit zu verstehen, daß der jüdische Bodenbesitz allein den jüdischen Charakter des Landes nicht zu verbürgen vermag. Die Jugend hat der alten Renaissancebewegung des Zionismus neuen Geist durch die Parole der jüdischen Arbeit zugeführt. Der Leitsatz, der Jude müsse selbst die jüdische Scholle bestellen, und die Bodenprodukte erzeugen, ist die tragende Forderung der jüdischen Jugend Palästinas geworden. Diese neue Generation von selbstarbeitenden, sozusagen landwirtschaftlich autodidaktischen Menschen, hätte aber bestimmt an ihren technischen Mißerfolgen verzweifeln müssen, ihr Idealismus wäre buchstäblich im Sande verlaufen, wenn nicht gleichzeitig mit der inneren Wandlung eine Umwälzung in den technischen Methoden der jüdischen Landwirtschaft Palästinas vor sich gegangen wäre. Das Verdienst, diesen Umschwung herbeigeführt zu haben, gebührt der Landwirtschaftlichen Versuchsstation und deren Schöpfer, Agr. I z c h a k W i 1 k a n s k i (Wolcani). In gemeinsamer Arbeit mit den neuen jungen Siedlerpionieren gelang es ihm, die Grundlagen der Landwirtschaft neu zu gestalten. Stufenweise ging diese Wandlung vor sich. Die neue Erkenntnis» Dem Siegeszuge der landwirtschaftlichen Technik hat eigentlich die neue landwirtschaftliche Erkenntnis den Weg gebahnt. Sie besagt, daß nicht die Größe der Bodenfläche, wie es bis dahin geglaubt und gehandhabt wurde, sondern die Steigerung der in Verfall geratenen produktiven Kräfte des Bodens die Höhe der Erträge sichert. Diese neue Anschauung stellt die Selbsterhaltung in den Mittelpunkt des landwirtschaftlichen Betriebes. Zwecks Selbsternährung müssen alle dazu nötigen Zweige, so die Milchwirtschaft, Geflügelzucht, Gemüsebau, Futterwirtschaft usw. in den landwirtschaftlichen Betrieb eingeschlossen werden. Der jüdische Bauer darf nicht mehr Boden besitzen, als er selbst ohne Lohnarbeiter zu bewirtschaften imstande ist. Diese neuen Prinzipien für die landwirtschaftliche Ansiedlung Palästinas sind, heute Gemeingut der Kolonisationsinstanzen geworden. Zu jener Zeit waren sie neu. Ihr beredtester Vertreter war Izchak Wilkanski. In seinem Werke »Baderech« sind seine in der Vorkriegszeit erschienenen Aufsätze zusammengefaßt. Darin sind auch die Wege zur Verwirklichung dieser neuen Erkenntnis aufgezeigt worden. Das historische Verdienst Dr. R u pp i n s, des Leiters des zionistischen Kolonisationsdepartements, ist es, diese Ideen der jüdischen Jugend jener Jahre verwirklicht zu haben. Die Anfänge der Versuchsstation» Die neuen Ideen haben ihren Ausgangspunkt in der landwirtschaftlichen Lehrfarm in Ben Schemen, die von Dr. Ruppin 1909 gegründet und unter Leitung von Izchak Wilkanski gestellt wurde. Sie hatte folgende doppelte Aufgabe: Neue verbesserte Methoden ausfindig zu machen, die imstande wären, die Erträge zu heben, ferner jüdische Menschen für die Landwirtschaft so auszubilden, daß sie imstande wären, diese jüdische Wirtschaft einer besseren Zukunft entgegenzuführen. Rückblickend muß gesagt werden, daß die Lehrfarm in Ben Schemen ihre Auf-

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