Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1936)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas III.
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 240 (sequence 5)
- Language
- German
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Wegen seines hohen Salzgehaltes ist das Küstenebenen-Hauptgrundwasser in einigen Bezirken zur Bewässerung von Zitruspflanzungen ungeeignet. Manche Pflanzer haben dies zu ihrem großen Schaden am Absterben ihrer Pflanzungen erfahren. Ostufer. Über das Vorhandensein eines Ostufers lassen sich auf Grund des mir zugänglichen Materials keine definitiven Angaben machen. Folgendes steht bisher fest: Östlich der Linie AI Mansura--At Tinat —- westlich von Hatta ist das Küstenebenen- Hauptgrundwasser, wenigstens in seinem obersten Stockwerk, wohl nur mehr äußerst flach, so daß dort die Brunnen, welche in dieses Wasser reichen, meist nur ganz geringe Ergiebigkeit aufweisen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß das undurchlässige Liegende des Grundwassers in dieser Gegend nicht eben ist, so daß die Mächtigkeit des Grundwassers von Ort zu Ort stark wechselt. Diese Annahme stützt sich auf die Ergebnisse geo-physikalischer Messungen, welche mir Herr Dr. W. Stern, Jerusalem, freundlichst mitteilte3. Ob nun östlich der oben erwähnten Linie, welche sich etwa über Faluja—Ruhama nach Süden zu fortsetzt, sich ein wohldefiniertes Ostufer befindet, oder ob sich das Grundwasser nach Osten zu noch weiter fortsetzt, etwa in den älteren Schichten, ähnlich wie in der Gegend Umm Kalkha (1. Teil, Heft 12, 1935, dieser Zeitschrift, Seite 639 f.), lasse ich unentschieden. Ebensowenig kann ich entscheiden, ob gegebenenfalls das etwa in den älteren Schichten vorhandene Wasser mittels einer Verwerfung oder durch Kontakt infolge diskordanter Lagerung der jüngeren Schichten über den älteren, in das Küstenebenen-Hauptgrundwasser übertritt. Ursprung des Küstenebenen-Hauptgrundwassers. Von den bereits in den vorigen Teilen dieser Abhandlung erwähnten vier Hauptzuflüssen des Küstenebenen-Hauptgrundwassers kommt auch für den südlichen Teil der Küstenebene vor allem die Versickerung der Niederschläge in Betracht, welche auf dieses Gebiet niedergehen. Die Anteile aus dem Regen, welcher im Gebirge und in den Vorbergen fällt, dort - in die Wadischotter gelangt, in diesen als Grundwasser abfließt und so schließlich in die Geröllschichten des Küstenebenen-Hauptgrundwassers übergeht, dürfte im Süden prozentual etwas mehr ins Gewicht fallen als im Norden. Der Grund ist in den beiden folgenden Tatsachen zu suchen: 1. Die Niederschlagsmenge in den Bergen von Hebron ist beträchtlich größer als in dem westlich vorgelagerten Teile der Küstenebene. 2. Die oberflächenbildenden Schichten der südlichen Küstenebene sind im allgemeinen wesentlich undurchlässiger als weiter gegen Norden. Der dritte Anteil, welcher in den Wadis auf dem Wege durch die Küstenebene versickert, dürfte wegen der geringen Durchlässigkeit der Wadibetten nur äußerst klein sein. Ob und inwieweit Wasser aus anderen Horizonten in das Küstenebenen-Hauptgrundwasser eindringt, und auf welche Weise, kann noch nicht entschieden werden. Allerdings deutet die stärkere Versalzung im Osten durchaus darauf hin, daß dort stärker versalzenes Wasser aus älteren Horizonten das Küstenebenen-Hauptgrundwasser speist; ebenso deutet die starke Versalzung um Muharraqia herum auf eine verborgene Verwerfung hin, auf welcher das versalzene Wasser aufsteigt. Aber wie bereits gesagt, genügen diese Indikationen nicht, um mit Sicherheit zu diesen Schlüssen zu gelangen. Jedoch scheint die bereits erwähnte Tatsache, daß unter den hellen Küstenebenen-Sandsteinen sich an mehreren Stellen ein wesentlich stärker gespanntes Grundwasser fand, ein weiteres Anzeichen für eine derartige Speisung aus älteren Horizonten zu liefern. 3 Eine ähnliche Erscheinung konnte ich kürzlich in der Gegend von Niana beobachten.