Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1936)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas III.
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 237 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379945-2407921--22677-2408030- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Das Alter dieses Schichtenkomplexes reicht wohl bis ins Mittelpliozän hinunter. In den Bohrungen am Ostrande der Küstenebene wurde wieder hellgelber und grauer Mergel als Liegendes dieser Bildungen gefunden, sofern die Bohrungen nicht vor deren Erreichung abgebrochen wurden. Diese Mergel dürften mit den Saqie- und anderen Tertiärschichten zu identifizieren sein, wie sie uns schon früher begegneten. Sie wurden neuerdings in Bohrungen östlich von AI Masmiya al Kabira gefunden, sowie bei El Kheima und zwischen At Tina und Idhnibba; ferner in geringer Mächtigkeit anscheinend auch bei El Faluja. In die gleiche Reihe dürften möglicherweise .die von Range (6) aufgeführten Schichten »Schreibkreide, grauer Schieferton und graue Mergel« an der Basis der Bohrung »Wadi Fuilis« (Nr. 14) sowie der Ton an der Basis der Bohrung »El Faluja« (Nr. 5) zu setzen sein. In einer neuerlich ausgeführten Bohrung, 4 bis 5 Kilometer östlich Gedera, wurde unter hellen, kurkarähnlichen Sandsteinen eine Schichtengruppe angetroffen, welche den Saqie-Schichten auffallend ähnlich ist. Grauer, toniger Sand wechselt mit dichtem Sandstein derselben Farbe. Der ganze Komplex führt Fossilien einer Kleinfauna, welche lebhaft an diejenige der Saqie-Schichten erinnert. Angeschlagen wurde diese Schichtengruppe in 55.6 m Teufe und reichte bis 70.5 m Teufe, wo wieder heller, mariner, stalaktitischer Sandstein angetroffen wurde. Dieses Profil ist vom hydrologischen Standpunkt sehr wesentlich, da die grauen Schichten das Grundwasser in zwei völlig von einander verschiedene Horizonte teilen, von denen derjenige unter dem grauen, tonigen Sand und Sandstein ein wesentlich höheres Potential aufweist als derjenige über denselben. Eine ähnliche Erscheinung der Linterlagerung von dunkelfarbigen Tonen durch (helle?) Sandsteine konnte auch bei AI Masmiya al Kabira festgestellt werden. Hier wurde gleichfalls unter den dunkelgrauen Tonen ein Grundwasser gefunden, dessen Potential dasjenige des Wassers oberhalb der Tone wesentlich übertraf. Wie mir Herr Dr. W. Stern, Jerusalem, freundlichst mitteilte, konnte er bei einigen geo-physikaiischen Vermessungen im östlichen Teile des Küstenebenen-Hauptgrundwassers im Bezirk Gaza gleichfalls zwei, stellenweise sogar drei deutlich von einander getrennte Grundwasserstockwerke feststellen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Erscheinung in diesem Gebiete allgemein ist. Linter diesem Schichtenkomplex, der wohl den Saqie-Schichten entspricht, vermute ich, im Gegensatz zu dem Vorkommen weiter im Norden, eine nach Süden zu immer mächtiger werdende .Schicht von Kalken, welche in ihrem Alter wohl zwischen Unterpliozän und Senon rangiert. (Eozän?) Diese bedeckt die (senonen) bituminösen Kalke, welche in einer Bohrung bei Umm Kalkha unter geringer Überdeckung von weißen (Tertiär?) Kalken angetroffen wurden, während eine fast 200 m tiefe, noch nicht beendete Bohrung bei El Faluja noch in ähnlichen weißen Kalken steckt. Das Turon wurde nirgend erbohrt, außer in der Tiefbohrung Hulda, welche nahe der Bahnlinie nach Jerusalem, halbwegs zwischen El Mansure und Hulda gelegen ist. Randverwerfung. Bei Muharraqa befindet sich ein außerordentlich stark ausgeprägtes Versalzungszentrum des Grundwassers. Die Versalzung nimmt deutlich und sehr stark nach allen Seiten hin ab. Ich möchte jedoch allein auf diese Erscheinung hin nicht auf eine Rand Verwerfung mit aufsteigendem, stark versalzenem Gebirgsgrundwasser schließen, obwohl eine solche Annahme sehr nahe liegt. Die hydrologische Situation» Wenn man sich die Tatsache vor Augen hält, daß alles Wasser, das uns auf oder unter der Erdoberfläche in Palästina entgegentritt, den Niederschlägen in Palästina