Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 4 (April 1936)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer: März 1936
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 198 (sequence 3)
- Language
- German
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198 ^?ran^re^c^ls' Griechenlands, Großbritanniens, Hollands, Norwegens, Österreichs, Polens, Rumäniens, der Schweiz, der Tschechoslowakei und der Türkei) ist der Besuch von Handelsdelegationen verschiedener Länder avisiert, mit dem Ziele des Abschlusses von Wirtschaftsabkommen nach Art jenes ersten, das kürzlich zwischen der Jewish Agency und der staatlichen Außenhandelszentrale der Schweiz zustande kam. Nach alledem ist es gerechtfertigt, der kommenden Messe unter vielen wichtigen Aspekten des palästinensischen Wirtschaftslebens und seiner internationalen Beziehungen die Bedeutung einer Übersicht und Bilanz des bisher Erzielten und einer sicheren Basis der künftigen Planung und Arbeit beizumessen. Nach Abschluß dieser Bemerkungen wurde am 31. März, auf einer Pressekonferenz in Tel Aviv, die Konstituierung der Gesellschaft für Arbeitsbeschaffung durch Baufinanzierung, »Bizur, Ltd.«, bekanntgegeben. Das Kapital der Gesellschaft beträgt 80.000 £P, wozu die Anglo-Palestine-Bank mit 50.000 £P, die Jewish Agency mit 15.000 £P und die »Histadruth« mit 15.000 £P beitragen, und soll durch Ausgabe von Obligationen noch bedeutend erweitert werden. Auf dem Finanzierungsprogramm — mittels fünfjähriger Darlehen ^— stehen verschiedene wichtige Wohnsiedlungs- und Straßenbauten, die die zusätzliche Beschäftigung von 2000 Arbeitern erwarten lassen. Gesellschaften ähnlicher Struktur und Zielsetzung werden von der Jewish Agency und von der Anglo-Palestine-Bank auch für die Industrie (im Zusammenwirken mit dem Industriellehverband) und für das Handwerk (im Zusammenwirken mit dessen Organisationen) geplant. An der Marktlage ,hat sich gegenüber dem Vormonat nichts Wesentliches geändert. Bei knappem Angebot bewilligt Groß- Zittusftüchte britannien weiterhin günstige Preise, die sich für Orangen zwischen 8 und 14, für Grapefruits zwischen 9 und 15 engl. Shilling pro Kiste bewegen. Infolge des sehr begrenzten Ernteresultates nähert sich die diesjährige Exportsaison nunmehr rasch und früher als sonst ihrem Abschluß. Die Verschiffungen via Haifa waren schon Mitte März so gut wie beendet. Bis einschließlich 22. März wurden seit Beginn der laufenden Saison 5,674.956 Kisten Zitrusfrüchte (im entsprechenden Abschnitt der Vorjahrssaison: 6,448.027) exportiert. Inzwischen haben bereits die ersten organisatorischen Vorarbeiten für die nächste Saison begonnen, die ja voraussichtlich . in der Exportmenge einen besonders starken Sprung nach oben — vermutlich auf 10 Millionen Kisten — aufweisen wird. So wird aus Pflanzer- und Exporteurkreisen bei der Regierung angeregt, die Ausfuhr von Orangen größten Formats, von denen nur je 120 Stück in die Normalkiste gehen, also praktisch von Früchten aus junger Pflanzung, die noch nicht den vollen Wohlgeschmack darbieten, grundsätzlich zu untersagen, damit wirklich nur erstklassige Ware auf den Weltmarkt gelange. Weitere Bemühungen gelten einer genaueren Marktbeobachtung und einer einheitlichen Versandleitung, durch Ausbau der bereits rühmlichst bemühten »Jaffa Citrus Exchange« entweder zu einer wirklichen Gesamtorganisation aller Interessenten oder zu einem staatlichen »Citrus Shipping Board«, und schließlich seien die handelspolitischen Bestrebungen erwähnt, die ein zollpolitisches Entgegenkommen Großbritanniens, insbesondere auch eine Senkung des dortigen fast prohibitiven Grapefruits-Zolles, sowie zoll-, kontingents- und devisenpolitische Zugeständnisse in anderen wichtigen Absatzländern zum Ziele haben. Gute Dienste vermag hiebei eine offizielle Übersicht der gegenwärtigen handelspolitischen Bedingungen des Auslandes für Palästina-Zitrusfrüchte zu leisten, die soeben von der Gartenbau-Abteilung des Landwirtschaftsdepartements der Regierung publiziert wurde; sie behandelt folgende Länder: Ägypten (Zölle), Bulgarien (Zölle, Quoten, Devisen), Dänemark (Zölle, Quoten, Devisen), Deutschland (De-