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Palästina · 1936-04-01 · Heft 4 (April 1936) · p. Seite 197

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 4 (April 1936)
Article
Das Wirtschaftsbarometer: März 1936
Date
1936-04-01
Page
Seite 197 (sequence 2)
Language
German
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aus, die nicht, wie teilweise in Europa, durch eine »Rüstungskonjunktur« kompensiert werden konnten, da Palästina hiefür in Betracht kommende Produktionszweige nicht besitzt — abgesehen etwa von der noch nicht zur vollen Kapazität ausgebauten Bromsalzgewinnung am Toten Meer. Unmittelbar mit den weltpolitischen Wirren hängt es zusammen, daß die Frühjahrs-Touristensaison vorläufig nur Enttäuschungen brachte. Die Einwanderung, der für die Bautätigkeit und damit für den Großteil der städtischen Erwerbszweige entscheidende Faktor, hat im bisherigen Verlauf von 1936, nur knapp die Hälfte ihres Ausmaßes im entsprechenden Vorjahrszeitraum erreicht. Gleichwohl wäre eine Neubelebung der wirtschaftlichen Initiative unschwer zu erzielen, wenn jetzt, in dem dafür gegebenen Moment, die in den »Prosperity«-Jahren aufgespeicherten Kapitalreserven des Landes systematisch zur produktiven Arbeitsbeschaffung auf dem immer noch stark ausbaufähigen und ausbaubedürftigen Gebiete der »public Utilities« eingesetzt würden. Der Regierungsüberschuß ist, nach letztem Ausweis, von 6,219.076 £P am 1. Jänner 1936 weiterhin auf 6,357.349 £P am 1. Februar gestiegen (am L Februar des Vorjahres: 4,270.659 £P). Umsomehr Verstimmung hat der Entschluß der Regierung gezeitigt, den von dem britischen Sachverständigen Sir Felix Pole empfohlenen gründe liehen Umbau der Eisenbahnlinienführung in der Tel Aviv-^Jaffa-Zone — die eine Lohnsumme von mehreren hunderttausend £P ergeben hätte — nicht vorzunehmen, sondern sich mit ein paar kleinen Verbesserungen, ohne wesentlichen Einfluß auf den Arbeitsmarkt, zu begnügen. Auch die kommunale Auftragsgewährung und Arbeitsbeschaffung hat nicht zu den erstrebten Resultaten geführt. Am schwierigsten ist dabei die Lage in der größten Stadt des Landes, Tel Aviv. Ganz abgesehen davon, daß die »Prudential«-Anleihe infolge der unbegreiflichen Verschleppungstaktik im Vorjahr bis auf weiteres nicht mehr realisierbar erscheint, ist auch das reguläre Budget der Stadt von der Depression in Mitleidenschaft gezogen worden und läßt für nennenswerte zusätzliche öffentliche Arbeiten keinen Raum. Der Etatsentwurf für 1936/37 sieht ein Defizit von rund 30.000 £P vor, wodurch es nötig wurde, die Hauszinssteuer wesentlich zu erhöhen, eine bei dem unsozialen Charakter dieser Abgabe nicht unbedenkliche Maßnahme. Der Querschnitt der Konjunkturlage bliebe jedoch unvollständig, wenn man nicht auch der Selbsthilfebemühungen jener Faktoren im Lande gedenken wollte, die in den Jahren der Hausse und Spekulation oft etwas unterschätzt worden sind. Der Sonderfonds der jüdischen Gewerkschaften für produktive Arbeitsbeschaffung hat auf Grund der freiwilligen Selbstbesteuerung der Arbeiter und Angestellten bereits Mitte März die Höhe von 60.000 £P überschritten und wird nunmehr, noch durch proportioneile Kreditmittel vermehrt, dem Arbeiterwohnungs- und Siedlungsbau, wie vorgesehen, zugeführt. Der »Keren Kajemeth l'Israel« hat sich soeben durch den Kooperationsvertrag mit der von der »Pica« ressortierenden »Emica« neue Arbeitsmöglichkeiten erschlossen. Die Bemühungen, den deutsch-jüdischen Kapital-Transfer systematisch in volkswirtschaftlich richtige Bahnen zu lenken, damit er hundertprozentig dem Aufbau und der Siedlung dienstbar werde, haben neue Erfolge zu verzeichnen. Besonders wird die ungebrochene Zuversicht des produktiven Palästina durch die Energie und Zielbewußtheit gekennzeichnet, womit man in den letzten Monaten die Vorbereitungen für die kommende »Levante-Messe Tel Aviv 1936« durchführte. Die Messe wird programmgemäß am 30. April eröffnet werden. Die Ausstellungsfläche mußte von 100.000 m2 zur vorigen Messe (1934) auf diesmal 130.000 m2 vergrößert werden. Im besonderen wird die Palästina-Abteilung (Industrie-Messe und Landwirtschafts-Ausstellung) das Sechsfache ihres vorigen Umfanges erreichen und damit dem »Tozereth- Haaretz«-Imperativ eine ungewöhnliche Resonanz verschaffen. In Verbindung mit der Auslandsbeteiligung (nationale Kollektiv-Ausstellungen Belgiens, Bulgariens, Finnlands,

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