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Palästina · 1936-04-01 · Heft 4 (April 1936) · p. Seite 186

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 4 (April 1936)
Article
Zur Problematik des palästinensischen Außenhandels
Date
1936-04-01
Page
Seite 186 (sequence 12)
Language
German
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gebnis staatspolitischer Eingriffe und muß daher bei einer Betrachtung der aus wirtschaftlichen Gegebenheiten resultierenden Einfuhrentwicklung ausgeschaltet werden. In dem Zeitraum 1932 bis 1934 verringert sich der Anteil des Einfuhrwertes der Warenkategorie Nahrungsmittel, Getränke usw. trotz seiner absoluten Steigerung um 60%, und zwar beträgt er im Jahre 1934 nur noch 28% des Einfuhrwertes der Kategorie Fertigwaren oder fast fertiggestellte Waren. Die hierin zum Ausdruck kommende Strukturveränderung des palästinensischen Importes findet ihre Erklärung in der progressiven Einfuhrsteigerung an Gütern, die zum Zwecke der Kapitalinvestierung und der Industrialisierung in Palästina benötigt werden. Symptomatisch hiefür ist das relative und absolute Ansteigen der Baumaterialieneinfuhr, die 21% der Gesamteinfuhr dieser Warenkategorie beträgt, sowie die Einfuhrsteigerung von Industriemaschinen um 100% gegenüber dem Vorjahr. Sie belief sich im Jahre 1934 auf 967.000 £P. Und in dieselbe Richtung weist die Einfuhrsteigerung an elektrischen Licht- und Kraftmaschinen um mehr als 350%. Wenn diese unmittelbar der Tauschwerterhöhung des palästinensischen Produktionsvolumens dienende Wareneinfuhr ein aufbauendes Element im Wirtschaftsprozeß der palästinensischen Volkswirtschaft darstellt, so führt eine Analyse der Einfuhrsteigerung der Warenkategorie Nahrungsmittel zu ähnlicher Beurteilung. Unter den Gütern, die eine Einfuhrsteigerung dieser Warenkategorie auf 2,102.000 Millionen Pfund — das bedeutet eine Mehreinfuhr von 476.276 £ gegenüber dem Vorjahre — hervorgerufen haben, stehen an erster Stelle: Schlachtvieh mit 180.000 £, Früchte mit 89.000 £, Butter mit 50.000 £, Eier mit 42.000 £, Kartoffel mit 28.000 £. Daraus erhellt, daß diese Waren mit mehr als 80% zur Einfuhrsteigerung der Kategorie Lebensmittel, Getränke und Tabak beigetragen haben. Wenn im Vergleich zum Vorjahre die Einfuhr von Weizen von 448.236 £ auf 321.802 £, die Einfuhr von Weizenmehl von 263.679 £P auf 321.802 £P gesunken ist, so ist diese Erscheinung als das Ergebnis einer guten Ernte zu werten. Für die Beurteilung der Entwicklung der einheimischen Bedarfsdeckung muß demgegenüber allerdings in Rechnung gestellt werden, daß im Zeitraum 1932/33 die Weizeneinfuhr von 182.700 £P auf 448.200 £P, die Einfuhr von Weizenmehl von 190.300 £P auf 265.000 £P gestiegen ist. Berücksichtigt man ferner, daß die Fischeinfuhr im letzten Jahre um 43.000 £P gestiegen ist, so erhellt daraus ohne weiteres, daß der Bedarf an Luxusgütern für die Einfuhrsteigerung in dieser Warenkategorie nur von untergeordneter JBedeutung ist. Vielmehr bildet die Hauptursache für diese Einfuhrsteigerung die Zunahme der notwendigen Bedarfsdeckung der am Produktionsprozeß teilnehmenden Bevölkerungsschichten. Damit erfüllt diese Wareneinfuhr weitgehend — und dies gilt uneingeschränkt, soweit sie zur Erhaltung und Unterhaltung des Produktionsfaktors Arbeit dient ~+ analoge Funktionen wie die Einfuhr von Produktionsmitteln: den Tauschwert des palästinensischen Produktionsvolumens zu erhöhen, sie verdient dementsprechend auch eine analoge Bewertung. Für die Beurteilung der Einfuhrsteigerung als Ergebnis der Ausweitung der palästinensischen Volkswirtschaft ist ferner von Wichtigkeit, daß an dieser Einfuhrsteigerung die Deckung des Regierungsbedarfes und des Bedarfes der Iraq Petrol. Co., keinen Anteil haben. Zwar ist die Einfuhr für den Regierungsbedarf von 326.000 £P auf 588.000 £P gestiegen, gleichzeitig ist aber die Einfuhr für den Militärbedarf von 344.000 £P auf 243.000 £P gesunken, und ebenso ist die Einfuhr der Iraq Petrol Co. von 695.000 £P auf 306.000 £P gesunken, so daß diese Posten insgesamt einen Einfuhrrückgang aufweisen.

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