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Palästina · 1936-04-01 · Heft 4 (April 1936) · p. Seite 176

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 4 (April 1936)
Article
Zur Problematik des palästinensischen Außenhandels
Date
1936-04-01
Page
Seite 176 (sequence 2)
Language
German
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Diese Ziffern beleuchten die zunehmende Verflechtung Palästinas mit der Weltwirtschaft in einer Epoche der allgemeinen Kontraktion der weltwirtschaftlichen Handelsbeziehungen durch wirtschaftspolitische Autarkiebestrebungen, durch Kontingentierungsmaßnahmen und Devisenbeschränkungen. 2. Allgemeines zur Beurteilung der palästinensischen Handelsbilanz« Die Beurteilung der palästinensischen Handelsbilanz wird vornehmlich unter den zwei Gesichtspunkten zu erfolgen haben: wieweit ist die gegenwärtige Einfuhrsteigerung ein Mittel zur zukünftigen Aktivierung unserer Handelsbilanz? In welchem Umfange dienen die eingeführten Rohstoffe und Produktionsmittel zur Entwicklung eines eigenen Produktionsapparates, der geeignet ist, unseren Bedarf an Importwaren durch einheimische Produktion zu decken und als Basis für die Steigerung unseres Exportes zu dienen? Denn ein Vergleich der Größenverhältnisse zwischen der Passiv- und der Aktivseite der Handelsbilanz genügt nicht, um die Gunst oder Ungunst der Handelsbilanz zu beurteilen. Unter ökonomischem Aspekt ist vielmehr die Zweckbestimmung der Ein- und Ausfuhr von entscheidender Bedeutung: ob nämlich die eingeführte Ware zur Quelle eines neuen Tauschwertes wird, wie das bei allen Produktionsgütern der Fall ist oder zum mindesten beabsichtigt wird, oder ob sie lediglich als Konsumgüter dienen. Für die Beurteilung der in der Handelsbilanz verborgenen Tendenzen der volkswirtschaftlichen Entwicklung und damit für die Beurteilung der die Entwicklung fördernden und hemmenden Faktoren ist den Zwecken der Wareneinfuhr, den Konsumtion- oder Produktionszwecken, den Zwecken des Inlandsverbrauches oder des Reexportes ein ebenso großes Gewicht beizumessen wie ihrem Umfange. So bedeutet beispielsweise die diesjährige Einfuhr von Maschinen, die der Steigerung der Selbstversorgung durch mehrere Jahre dienen, eine übermäßige Belastung der Passivseite der Handelsbilanz in der Gegenwart zugunsten ihrer Entlastung in künftigen Jahren. Der rasch fortschreitende Prozeß der Industrialisierung Palästinas bedingt in diesem an Rohstoffen armen Land eine Erweiterung der Einfuhr an Gütern, die mittelbar oder unmittelbar der Verarbeitung dienen. Dieser Prozeß der Einfuhrerweiterung erscheint noch umfassender, wenn wir an die Stelle der oben angegebenen Reichsmarkziffern die palästinensischen Pfundziffern setzen. Ihnen zufolge hatte der Einfuhrwert bereits im Jahre 1932 mit 7,769 Millionen £P den des Jahres 1925 um 247.000 £P und im Jahre 1934 mit 15,133 Millionen £P um mehr als das Doppelte überstiegen. Da jedoch die Bedeutung dieser Handelswerte für den internationalen Vergleich durch die inzwischen eingetretene Pfundentwertung ungeeignet sind, sei zunächst noch beim Vergleich mit der Handelsbilanz anderer Länder auf die Reichsmarkbilanz wegen ihrer formalen Wertbeständigkeit Bezug genommen. Zwar soll keineswegs verkannt werden, daß auch einem solchen Vergleich Unvollständigkeiten anhaften; aber auch ein Vergleich des Handelsvolumens anstelle des Handelswertes würde Mängel aufweisen, da angesichts der Preis- und Valutaschwankungen die volumenmäßige Entwicklung nichts über die Entwicklung des Verhältnisses der Aktiv- und Passivseiten auszusagen vermag. Die Notwendigkeit, die Beziehung zwischen der Außenhandelsstruktur und der Entwicklungsstufe der Volkswirtschaft bei der Beurteilung der Güte der Handelsbilanz zu berücksichtigen, hat zur Folge, daß die Bewertung der palästinensischen Handelsbilanz nicht nach denselben Maßstäben erfolgen kann wie die eines auf der Höhe oder am Ende seiner kapitalistischen Entwicklung stehenden europäischen Industriestaates. Wenn in Europa in den letzten zehn Jahren die Tendenz der Kontingentierung und der systema-

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