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Palästina · 1936-04-01 · Heft 4 (April 1936) · p. Seite 172

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 4 (April 1936)
Article
Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas II.
Date
1936-04-01
Page
Seite 172 (sequence 6)
Language
German
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Bemerkenswert ist der starke Anstieg des Grundwasserspiegelniveaus östlich Karkur. Er ist wohl auf mächtige Sandschichten (fossile Dünen) zurückzuführen, welche ähnlich wie die lebendigen Dünen eine starke Anreicherung des Grundwassers verursachen. Aus diesem Grundwasser stammt die Quellgruppe Uyun el Assawir, östlich Karkur, unterhalb Wadi Ära, welche allerdings in regenarmen Jahren versiegt. Wasser wird dann nur in flachen Wasserlöchern angetroffen. Der sehr geringe Salzgehalt beweist die oben erwähnte Entstehung der Quelle, bzw. des Grundwassers, dem sie entstammt. Weiter nach Westen zu nimmt die Durchlässigkeit der Sande und der hellen marinen Sandsteine erheblich zu, offenbar auf das Maß für die im zentralen Teile der Küstenebene angetroffenen Schichten, Die Situation in der Gegend westlich von Hadera und Binyamina ist daher wieder als gut zu bezeichnen, sowohl was Wasserführung der Schichten als auch was Ergiebigkeit der Brunnen angeht. In einer Bohrung im Emek Hefer (Wadi Hawarit) wurde sogar ein derart grobporiger, stalaktitischer Kalksandstein erbohrt, wie er bisher noch nirgend angetroffen wurde. Der darin niedergebrachte Brunnen ist daher von ganz besonders hoher Ergiebigkeit6. Mächtigkeit. Entsprechend dem Einfallen der wasserführenden Schichten von Osten nach Westen, nimmt auch hier wieder die Mächtigkeit des Küstenebenen-Hauptgrundwassers von Osten nach Westen hin zu. Wegen Fehlens von genügend zuverlässigen Bohrregistern in der Gegend westlich Karkur-Pardess Hanna sehe ich von Zahlenangaben ab. Es sei jedoch festgestellt, daß der östliche Teil des Grundwassers (Gegend Karkur und östlich) auf weite Entfernung nach Westen sehr flach ist. Chemische Eigenschaften. Die beigefügte Tabelle bringt Angaben über den Gehalt an Chloriden. Derselbe ist im allgemeinen außerordentlich gering. Nur in der Nähe der Randverwerfung nimmt er erheblich zu. Auffallend ist das Vorkommen von stark salzhaltigem Wasser in größeren Tiefen von Bohrungen nordwestlich von Binyamina. Es wurde im hellen marinen Sandstein unter dem anfangs erschlossenen süßen Wasser gefunden. Ohne genauere Untersuchungen kann natürlich keine Erklärung für diese Erscheinung gegeben werden. Es sei nur in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen salzhaltigen Quellen in der nördlich anschließenden Kabara hingewiesen. Interessant ist ferner, daß das Wasser der Zerqa, deren Wassermenge ebenfalls von der Quelle zur Mündung hin zunimmt, sich nicht, wie die Auja, aussüßt, sondern im Gegenteil an Salzgehalt zunimmt. Sie drainiert daher nicht das süße Grundwasser, sondern nimmt salzhaltiges, etwa aus dem Carmelgebirge stammendes, Wasser auf. Wegen seines durchwegs geringen Salzgehaltes ist das Hauptgrundwasser der Küstenebene in diesem Bezirke fast überall zu Bewässerungszwecken hervorragend geeignet. Ostufer. Auch in diesem Bezirke hat das Küstenebenen-Hauptgrundwasser durchwegs einen freien Wasserspiegel. Es hat daher auch hier wieder ein meist wohldefiniertes Ostufer. Es wird durch die Linie gebildet, auf der der freie Wasserspiegel von den undurchlässigen auftauchenden Schichten, welche seine Basis bilden, geschnitten wird. Diese Uferlinie verläuft östlich von Karkur; die Quellen Uyun el Assawir sind nicht weit westlich dieses Ostufers gelegen. Im übrigen verläuft das Ostufer an- 6 Man muß wohl unterscheiden zwischen Ergiebigkeit eines Brunnens, welche die Wassermenge darstellt, die man bei gewissem Vakuum dem Brunnen entziehen kann, und der Wassermenge, welche man, ohne Raubbau am Grundwasser zu treiben, demselben entziehen darf. Beides sind völlig verschiedene Begriffe, obwohl beide unter anderem auch von der Durchlässigkeit und der Mächtigkeit der wasserführenden Schichten beeinflußt werden.

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