Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 4 (April 1936)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas II.
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 171 (sequence 5)
- Language
- German
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Festgestellt ist nur, daß es wahrscheinlich in westlicher Richtung fließt. Man darf annehmen, daß es schließlich unter dem Küstenebenen-Hauptgrundwasser hindurch ins Meer gelangt. Um Gebirgsgrundwasser handelt es sich auch offenbar bei dem seit jüngstem stark ausgenützten Römerbrunnen, etwa 900 m östlich der schon mehrfach erwähnten Straße Tulkarm—Zikhron Yaaqov und etwa 2500 m südlich von Wadi Ära gelegen. Ferner ist das östlich von Binyamina, nahe der Straße Tulkarm—Zikhron Yaaqov, südöstlich der Zerqa-Quellen, in weißen Kalken erbohrte Wasser wahrscheinlich Gebirgsgrundwasser. Weiter westlich ist das Gebirgsgrundwasser noch nicht erbohrt worden. Die Tief- Bohrungen »PH« und »GA«, für die Kolonien Pardess Hanna und Givat Ada angesetzt, haben es nach immerhin mehr als 400 m Gesamtteufe nicht erreicht. (Siehe Karte 1 : 250.000, P. H. und G. A.) Selbst unter der Annahme, daß diese Bohrungen zufälligerweise in Mulden des Turon angesetzt seien, in denen die Überdeckung desselben, speziell die bituminösen Kalke, natürlich besonders mächtig sein muß, erscheint es mir wenig aussichtsreich und daher unwirtschaftlich, Gebirgsgrundwasser westlich einer Linie zu suchen, welche parallel der angenommenen Richtungen der Randverwerfungen durch Karkur gezogen würde, es sei denn, daß weiter westlich eine Aufwölbung des Turon sich befände, nahe dessen Scheitel es leichter zu erreichen sein könnte. Betreffs Entstehung des Gebirgsgrundwassers weise ich auf das im Abschnitt »Der zentrale Teil der Küstenebene« Gesagte hin4. Wasser im bituminösen Kalk. In einer einzigen Bohrung östlich Karkur (B., siehe Karte) ist in etwa 60 bis 70 m Tiefe ein gespanntes, recht ergiebiges Grundwasser in bituminösem Kalk gefunden worden. Es steht, wie sein abweichendes Potential und seine chemischen Eigenschaften zeigen, in keinem Zusammenhang mit dem Gebirgsgrundwasser. Eigentümlicherweise ist in dieser Schicht an keiner anderen Stelle Wasser gefunden worden, außer in der Bohrung »L«, wo nach Angaben eines Bohrmeisters in dem bituminösen Kalk ein Wasservorkommen festgestellt, aber nicht nutzbar gemacht wurde. Das Küstenebenen-Hauptgrundwasser. Genau so wie im zentralen Teile der Küstenebene, so ist auch in dem nun betrachteten Teile der Schichtenkomplex oberhalb der tertiären undurchlässigen Tone und Mergel von Grundwasser erfüllt. Dies Grundwasser steht in Zusammenhang mit dem Küstenebenen-Hauptgrundwasser des zentralen Teiles, dessen nördliche Fortsetzung es bildet. Es bewegt sich, dem in der beiliegenden Karte durch Höhenkurven des Grundwasserspiegels dargestellten Potentialgefälle entsprechend 5, im allgemeinen von Osten nach Westen, um schließlich ins Meer zu münden. Dabei sei jedoch bereits hier darauf hingewiesen, daß infolge der wesentlich geringeren Korngröße der Sande und der fast dichten Struktur der hellen marinen mittelpliozänen Sandsteine die Durchlässigkeit der wasserführenden Schichten in der Gegend Karkur-Pardess Hanna unvergleichlich viel geringer ist als diejenige der entsprechenden Schichten im zentralen Teil der Küstenebene. Es ergibt sich daraus, daß die Wasserführung des Grundwasserstromes, trotz des wesentlich höheren Spiegelgefälles (etwa 1 : 160), sehr viel geringer ist als im zentralen Teil der Küstenebene, sowie ferner, daß die Ergiebigkeit der Brunnen sehr stark hinter derjenigen von gleicher Tiefe in der zentralen Küstenebene zurückbleibt. * Jahrgang 1935, Heft 12. . 5 Diese Karte stellt das Grundwasser dar in »ungestörtem Zustande«, das heißt zu einer Zeit, als ihm noch keine oder nur sehr geringe Wassermengen entnommen wurden.