Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1936-03-01 · Heft 3 (März 1936) · p. Seite 146

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 3 (März 1936)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Februar 1936
Date
1936-03-01
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379939-2379943-2407312--22256-2407517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zitrusfrüchte -j A£t konkrete Verschlechterung der Wirtschaftslage gegenüber dem Vormonat keineswegs vorliegt, so fehlt doch noch der Mut zu größeren Versuchen der »Wiederankurbelung«. Viel Verstimmung schafft auch die Tatsache, daß die Bereitstellung neuer Arbeitsmöglichkeiten durch die Regierung trotz verschiedener dringlichster Baubedürfnisse (direkte Straße Jaffa—Tel Aviv—Haifa usw.) immer noch auf sich warten läßt, obwohl das Schatzamt soeben per 1. Jänner 1936 bereits einen Überschuß von 6,219.076 £P ausweisen konnte, gegenüber 6,155.220 £P am 1. Dezember 1935. Schon der Einsatz eines Bruchteiles dieser öffentlichen Kapitalreserve könnte genügen, um eine Depression zu überwinden, die ja im wesentlichen nicht aus den wirtschaftlichen Gegebenheiten des Landes selbst herauswuchs, sondern in erster Linie durch politische Störungen verursacht wurde. Daß das Fundament der Volkswirtschaft unversehrt und auch tragfähig genug für weiteren Aufbau ist, beweist die unverändert feste Tendenz des Effektenmarktes. Vor allem liegen bemerkenswerte Kurssteigerungen bei den Werten der General Mortgage und der PLDC. vor. Der nunmehr veröffentlichte Entwurf der Ergänzung zum Bankgesetz hat keine Überraschung hervorgerufen, da sein wesentlicher Inhalt — Konzessionspflicht, monatliche Zwischenbilanz nach bestimmtem Schema, Kontrolle durch staatliche Bankprüfer — seit langem avisiert war. Man unterstreicht in jüdischen Wirtschaftskreisen mit Recht das Faktum, daß in der gesamten bisherigen Depressionsperiode keine einzige jüdische Bank des Landes auch nur zur vorübergehenden Betriebseinstellung genötigt gewesen ist. Beim weiteren Fortschreiten der Ernte hat es sich herausgestellt, daß die Schäden, die der außergewöhnliche Chamsin Ende April des Vorjahres im Fruchtstand anrichtete, doch ganz erheblich größer gewesen sind, als ursprünglich angenommen wurde. Während man bis vor einigen Wochen noch von einer voraussichtlichen Gesamtausfuhr in dieser Saison von 8J/2 Millionen Kisten gesprochen hatte, heißt es jetzt, daß auf kaum mehr als 6 Millionen zu rechnen ist, was rund ein Fünftel weniger sein würde als im Vorjahr; Mußte schon das überraschende Bekanntwerden dieser Tatsache befestigend auf den internationalen Markt der Palästina-Früchte einwirken, so kam noch hinzu, daß in den letzten Wochen plötzlich die konkurrierende spanische Ausfuhr nach Großbritannien, dem Hauptabsatzmarkt, auf ein Drittel der Vorjahrsmenge zurückging. Die Ursache davon war, daß das unlängst abgeschlossene neue französisch-spanische Handelsabkommen den Spaniern 96.2% der gesamten französischen Zitrus-Einfuhr übertragen hat, wodurch gegenwärtig der weitaus größere Teil des spanische Exportes absorbiert wird. Die Preise, die man auf den Londoner, Glasgower und Liverpooler Auktionen bewilligte, zogen daher in den letzten Wochen gegenüber dem Vormonat bedeutend an, teilweise, über das Vorjahrsniveau hinaus. Leider ist es freilich, da bis Ende Jänner bereits 3J^ Millionen Kisten die palästinensischen Häfen verlassen hatten, nur der kleinere Teil der diesjährigen Ernte, der von jener Erholung der Preise noch profitieren kann. Was den rumänischen Markt betrifft, so hat erfreulicherweise die dortige Regierung den Valuta- Entwertungs-Zollzuschlag auf palästinensische Zitrusfrüchte wieder aufgehoben. Ob das dem deutsch-palästinensischen* Zitrus-Abkommen zugrundeliegende Kontingent von rund 300.000 Kisten von den palästinensischen Exporteuren voll ausgenutzt werden wird, ist wohl zweifelhaft, da vielen Verkäufern der Transfer des Erlöses zu kompliziert erscheint. Das skandinavische Geschäft hält sich durchschnittlich im Vorjahrsumfange. Der Absatz in Österreich, Ungarn, der Tschechoslowakei und Jugoslawien ist noch immer ziemlich enttäuschend. Das Problem der nationalen Arbeit in den jüdischen Pflanzungen ist jetzt in ein neues Stadium eingetreten, auf Grund der fortschreitenden Vorarbeiten der Jewish Agency, um gemäß dem Luzerner Kongreßbeschluß eine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.