Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Article
- Das Bankenviertel von Tel Aviv
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 137 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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in vielen anderen Städten, bei denen die klimatischen Lebensbedingungen sogar häufig besser sind, durch Einführung der Randbebauung, einer vergangenen Periode an. Diesem gewissen städtebaulichen Vakuum zum Trotz, scheint nun wie eingangs angedeutet Tel Aviv von einer anderen Seite ein markantes Signum zu erhalten. Begünstigt durch die Lage am Meer mit dem nahen Hafen in dem benachbarten Jaffa, hinter sich die fruchtbare Scharon-Ebene mit der Entfaltungsmöglichkeit von Landwirtschaft und Industrie, hat sich Tel Aviv in den letzten Jahren zur Handelsstadt Palästinas entwickelt; Handel in ungünstigem, aber auch in gutem Sinne. In ungünstigen: Voriges Jahr waren es die »Migraschim« (Bauplätze), die unfruchtbarem Zwischenhandel Vorschub leisteten, dies Jahr ist es der »Transfer«, mit ähnlichen Folgen. — In gutem Sinne: Das Land befindet sich im Aufbau und bedarf der finanziellen Entfaltung. Die gewaltigen, importierten Kapitalien der Flüchtlinge suchen Anlagen, sie liegen vorläufig gehortet und ungenutzt in den Banken und diese wiederum bedürfen für die Transaktionen des Platzes und der Repräsentierung wie allerwärts. Hiedurch ausgelöst und durch die Prosperity in den Jahren 1933-—^35 hat sich eine Geschäftsstadt in Tel Aviv und in dieser wiederum das Bankenviertel fixiert. Es liegt, wie die Skizze zeigt, innerhalb eines verhältnismäßig kleinen und nahezu quadratischen Raumes mit Seitenlänge von etwa 450 m, im Westen und Osten durch die Herzl- und Allenbystr., im Norden und Süden durch die Montefiore- und Yehuda-Halevistr, begrenzt, in der Mitte ungefähr rechtwinklig zu einander durchzogen durch die Nachlat Benyaminstr. und den Blvd. Rothschild. Besonders in letzterem, nahe der Herzlstraße, reiht sich ein Bankgeschäft an das andere, und vielleicht wird hier in Tel Aviv der Geist des alten Welt- Bankhauses Rothschild in der Straße, die seinen Namen trägt, eine von ihm selber niemals geahnte Erneuerung finden. Einige Banken haben Läden zu eigenen Zwecken ausbauen lassen, z. B. die Banco di Roma in der Herzlstr., Jacob Japhet & Co. an der Ecke Jehuda Halevi und Nachlat Benyaminstr., viele domizilieren infolge von Mangel an Läden in dem kleinen Viertel in oberen Stockwerken, die großen Firmen dagegen haben in den letzten zirka 18 Monaten auf eigenen Grundstücken Bankhäuser errichtet, die sie ganz oder überwiegend zu eigenen Zwecken ausnutzen und die diesem Viertel nach Fertigstellung zweifellos eine starke städtebauliche Note verleihen werden. Noch im Jahre 1933 war es allein die Anglo-Palestine Bank (Skizze, Nr. 1), die an der Ecke Herzl- und Yehuda-Halevistr. auf eigenem Grundstück ihren markanten Neubau aus hellglasierten Ziegeln besaß. Durch Bebauung des Nachbargrundstückes in der Yehuda-Halevistr. und Aufstockung wird diese Bank bald über das größte Bankhaus in Palästina verfügen mit Gesamtfläche von zirka 1820 m2 und bebauter Fläche von zirka 970 m2, während die Fronten des Gebäudes an beiden Straßen zirka 73 m betragen. — Diagonal hiezu, am N. O. Pol dieses Viertels, Ecke Allenby- und Achad- Haam-Str. entsteht jetzt der dreistöckige Neubau der Barclays-Bank (Skizze, Nr. 2) auf einem Migrasch von zirka 788 m2, bebauter Fläche von zirka 520 m2 und mit Frontlängen von zusammen 47 m. An der anderen Ecke dieser Nordfront befindet sich am Anfang des Boulevard Rothschild die Ellern-Bank (Skizze, Nr. 3), die etwa vor Jahresfrist ihren Neubau mit Fläche von 562 m2, wovon 230 m2 bebaut sind, fertig gestellt hat, während hiezu diagonal an der südlichen Ostecke des Viertels vor zirka 2 Jahren die Hanuteya- und Bnei-Benjamin-Bank (Skizze, Nr. 4) an der Ecke der Allenby- und Yehuda-Halevistr. ihren Neubau auf einem Migrasch von 615 m2 mit bebauter Fläche von 250 m2 und Frontlänge von zirka 30 m hergestellt hat. In der ungefähren Verbindungslinie der Anglo-Palestine-Bank und der Barclays- Bank liegt dann weiter der Neubau der Ashrai-Bank (Skizze, Nr. 5) an der Ecke der Lilienblum- und Nachlat-Benjamin-Str. Von ihrem Besitz mit Gesamtfläche von etwa