Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Article
- Die jüdische Ärzteschaft in Palästina
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
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und Telephonabgaben, durch Organisierung eines Ärzte-Telephondienstes ä la Ärztezentrale in Wien usw. sorgen. — Alle diese Maßnahmen sind nur Palliativmittel. Sie können die Situation erleichtern. Es wird auch noch andere Mittel geben, aber ob diese oder andere sie durchzusetzen ist eine schwere Aufgabe, die nur konsequente und zähe Zusammenarbeit. der Ärztevertretung mit den anderen zentralen jüdischen Institutionen lösen wird. Sie alle haben die moralische Verantwortung für die gegenwärtige Situation, sie haben durch ihren Widerstand gegen die Ärztesperre Rechte erworben und Pflichten auf sich genommen. Angesichts der gegenwärtigen Situation ist es angebracht, der medizinischen Fakultät der Jerusalemer Universität einige Worte zu widmen. Sie würde als Produzentin junger Ärzte ihren Zweck völlig verfehlen, sie hat aber wichtige Aufgaben auf dem Gebiete der Fortbildung und der Forschung zu erfüllen.• Beides ist dringend. Fortbildung in Wort und Schrift muß organisiert werden. Die Programme der Ärztesitzungen und die seltenen Kurse, die hier und dort abgehalten werden, tragen dem Bedarf kaum Rechnung. Der frisch eingewanderte Arzt muß hier vieles lernen und auch der länger in Palästina weilende Arzt muß in Kontakt mit dem Fortschritt der Medizin bleiben. Für beide müßten systematische und periodische Kurse in den Städten veranstaltet werden. Die Ärztegesellschaft denkt auch durch gründliche Reform ihrer Zeitschrift »Refuah« einiges zur Erhaltung des wissenschaftlichen Niveaus beizutragen. Man wird ferner den »Folia medica orientalia«, die hier in drei europäischen Sprachen erscheinen und bislang ein kümmerliches Dasein fristen, mehr Aufmerksamkeit widmen müssen. Die medizinische Fakultät hätte neben der Fortbildung der Forschung zu dienen. Allerdings, wenn die Forschung hier produktiv sein will, muß sie vor allem solche Probleme studieren, von denen es hier wimmelt, Probleme, die für das Land und die Nachbarländer wichtig sind und die hier eben besser oder die nur hier studiert werden können. Eine chirurgische Klinik mit einem Hirnchirurgen an der Spitze würde in Palästina a priori eine Totgeburt sein. Es ist dies nur ein Beispiel. Ein Krebsinstitut in Jerusalem, welches mit dem Radiumhemmet in Stockholm oder mit den Instituten in Brüssel, Paris oder Buenos Aires in edlen Forschungswettstreit treten wollte, ist von vornherein zum Mißerfolg verurteilt. Auch dies ist nur ein Beispiel. Es gilt, die vorhandenen und die aufzubringenden Mittel ökonomisch anzulegen und der Realität Rechnung zu tragen. Auch dabei erwächst der Organisation der Ärzte eine wichtige Aufgabe. Sie müßte auf Pläne und Realisierung rechtzeitig Einfluß nehmen. Hoffentlich wird man endlich einsehen, daß ein geplagtes, verarmtes Volk Luxus auch dort ablehnen muß, wo für diesen »Außenstehende« gerne aufkommen wollen. Die Geschichte der Hadassa und die Geschichte des jüdischen Schulwesens in Palästina lehren uns, daß späte Einsicht nicht alles gut machen kann. Zur Eröffnung des neuen Museums in Tel Aviv Von Dr* Karl Schwarz/ Tel Aviv. Nach mehrjähriger Vorbereitungsarbeit und unter Aufwendung großer Geldmittel kann nunmehr der Erweiterungs- und Neubau des Museums eröffnet werden. Das ehemalige Dizengoffsche Wohnhaus, eines der ersten Gebäude Tel Avivs, das im Laufe der Jahre mehrere Wandlungen durchgemacht und das der Bürgermeister und Begründer des Museums, M. Dizengoff, zur Verfügung gestellt hat, ist nach den Plänen des Architekten Carl Rubin in einen modernen Museumsbau umgestaltet worden.