Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 3 (März 1936)
- Article
- Arthur Ruppin
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 121 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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führern eigen ist. So blieben leider viele seiner Ideen unbeachtet. Aber seine großen positiven Leistungen, seine Ideenfülle, sein unbestechliches Urteil, die Integrität seines Charakters haben ihm trotzdem eine einzigartige Stellung verliehen: als Führer auf den schwierigsten Pfaden, als Bahnbrecher in Neuland, als moralische und fachliche Autorität. Was er geschaffen hat, lebt, ist in fortwährendem Wachstum begriffen und unsere beste Freude an seinem Jubeltag ist, daß er selbst in ungebrochener Kraft an seinem Werke weiter schafft. Ihn* umgibt die Liebe und Bewunderung aller, die je mit ihm in Berührung gekommen sind, was gleichbedeutend ist mit: eine Förderung erfahren haben. Wir wünschen Arthur Ruppin, wenn er von seinem Sitze mitten in dem von ihm geschaffenen schönen jüdischen Viertel Rechawja hinunterblickt auf das Land, in dem sein Wirken so viel erweckt hat, fühlen möge, daß das jüdische Volk zu ihm dankbar aufschaut als zu einem Helfenden in der Not, einem Wegbereiter zu einer besseren Zukunft, einem ihrer wenigen großen Führer und warmen Freund. ★ ★ ★ Die Exekutive der Jewish Agency hat beschlossen, eine Kolonie auf Namen Arthur Ruppins zu begründen. Bei einer Feier, die am 1. März in Dagania stattfand, wurde ein Garten für tropische Früchte auf den Namen Ruppins angelegt. Die jüdische Ärzteschaft in Palästina Von Dr* Sigismund Peller, Jerusalem. Am 1. Dezember 1935 trat ein Gesetz in Kraft, das über Palästina eine Ärztesperre verhängte. Die Sperre kam nicht unerwartet. Seit langem versuchte die Regierung den weiteren Zustrom an praxisausübenden Ärzten zu drosseln. Die zionistische Exekutive, der Waad Leumi, die Gewerkschaft der jüdischen Ärzte und die jüdische Öffentlichkeit waren gegen gesetzliche Beschränkungsmaßnahmen. Politische und ethische Bedenken waren für den ablehnenden Standpunkt der palästinensischen Juden maßgebend; nicht etwa die Auffassung, daß für das Land ein weiterer Zuzug an den Beruf ausübenden Ärzten nötig oder auch nur erwünscht sei. Nach den Aufzeichnungen des Health Department gab es zu Sommerbeginn 1935 etwa 1300 jüdische und 200 arabische Ärzte in Palästina. Nach Erhebungen der jüdischen Ärztegesellschaft dürften um diese Zeit nur etwa 1100 bis 1200 im Lande gewesen sein, die restlichen waren zum Teil gestorben, zum Teil emigriert. Ein kleiner Teil der Ärzte, die auf der Liste standen, war nach Palästina bloß für kurze Zeit gekommen, um sich die Praxisberechtigung für später zu sichern. Diese Kategorie hat sich inzwischen vermehrt, da knapp vor der Sperre im Oktober und November 1935 Hunderte von jüdischen Kollegen, die sonst erst später ins Land übersiedelt wären, nach Palästina kamen und wohl zum größten Teil hierblieben, zum Teil aber nur die Eintragung in die Ärztelisten erwirkten, worauf sie wieder das Land verließen. Die Gesellschaft der jüdischen Ärzte in Palästina hat im Frühjahr 1935 eine Enquete unter ihren Mitgliedern veranstaltet. Man wollte einen Überblick über die Verteilung der Ärzte nach Ortschaften, über die Art der Praxis, über die Zahl der angestellten Ärzte, ihre Ausbildung, Familienverhältnisse, Wirtschaftslage, Ursprungsländer, Aufenthaltsdauer im Lande usw. gewinnen. Die Unkenntnis dieser Details war erklärlich.