Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1936)
- Article
- Beschränkungen des Bodenverkaufes?
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 88 (sequence 4)
- Language
- German
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jüdischen Kolonisation geöffnet werde. Während in Palästina ein Gesetz geschaffen werden soll, daß einer Bauernfamilie ein Bodenbesitz von 50 bis 100 Dunam zu befestigen sei, beträgt in Transjordanien die gesamte Bevölkerung in Stadt und Land auf 40 Millionen Dunam 300.000 Seelen, wovon nur etwas über ein Drittel seßhaft sind. Es wäre nur recht und billig, um nicht den Eindruck einer Parteilichkeit der Verwaltung gegen die jüdische Kolonisation aufkommen zu lassen, wenn im Falle der Erlassung jener Beschränkungen als Kompensation Transjordanien endlich der jüdischen Kolonisation geöffnet werden würde. a. b. Übergangs- und Schulungslager für Mittelstandseinwanderer in Palästina« Von Ing. Joseph Loewy, Haifa. Palästina hat in den letzten Jahrzehnten weit mehr als alle Einwanderungsländer Elemente des Mittelstandes aufgenommen. Neben einem stetig fließenden und ansteigenden Strom gab es mehrere Fluten, von denen die interessantesten die polnische Einwanderung zur Zeit des Ministers Grabski (1925) und die heutige deutsche Einwanderung sind. Während der normale Strom des Mittelstandes mehr oder weniger unauffällig und ohne Störungen im Lande versickerte, haben sich schon zur Zeit der Grabski-Einwanderung große Mißstände herausgestellt. Die deutsche Mittelstandseinwandefung wurde von dem Lande zunächst alsein starker Impuls empfunden, da der aus Deutschland kommende Einwanderer in den ersten Jahren ausreichende Mittel und einen erhöhten Lebensstandard mitbrachte. Die sehr erfreuliche Prosperity des Landes in den letzten Jahren dürfte im wesentlichen auf diesen Umstand zurückzuführen sein. Ganz anders aber wird das Bild, wenn die weiteren Einwanderer, was zu befürchten ist, nicht mehr mit durchschnittlich 1000 £P, sondern mit erheblich niedrigeren Beträgen ins Land kommen werden. Schon Anfang 1933 erlaubte ich mir, darauf aufmerksam zu machen, daß man rechtzeitig und gründlich dafür sorgen muß, daß diese minderbemittelten Einwanderer nicht gezwungen werden, in die palästinensischen Städte zu ziehen, um dort in kurzer Zeit den Rest ihres Vermögens aufzuessen. Leider habe ich mich mit diesem Vorschlage nicht durchsetzen können, und die bisherige Entwicklung der Ereignisse scheint den Leuten Recht gegeben zu haben, die auf dem Standpunkte stehen, daß man die Dinge nur laufen lassen soll, da sich alles von allein einrenken wird. Je länger aber die Dinge so laufen, desto bedenklicher treten bereits die Störungserscheinungen auch in der Einwanderungswelle aus Deutschland zu Tage. Wir müssen damit rechnen, daß die Einwanderung minderbemittelten Mittelstandes in Palästina in einem größeren Umfange nunmehr eine ständige Erscheinung bleiben wird. Es ist hohe Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie man diesen Mittelstand davor bewahren kann, in kürzester Zeit zu verelenden und dann dem Lande endgültig zur Last zu fallen oder durch seine bedrohliche Existenz eine weitere Einwanderung ähnlicher Elemente unmöglich zu machen. Zunächst ist eine Forderung ganz klar: Diese Leute dürfen nicht in die überfüllten Stadtkerne, wo sie der unkontrollierbaren Ausbeutung und Auspowerung rettungslos ausgesetzt sind. Es ist ferner klar, daß man diese Elemente nur zum kleinen Teil, so wie sie kommen, auf Land schicken kann, da sie dann dort nur eine parasitäre Belastung darstellen werden.