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Palästina · 1936-02-01 · Heft 2 (Februar 1936) · p. Seite 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 2 (Februar 1936)
Article
Die Bedeutung der Industrie für die Absorption der Einwanderung nach Palästina
Date
1936-02-01
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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Dauer der Beschäftigung in der Industrie ist mehr von der Konjunktur abhängig als in der Landwirtschaft. Mit dieser Einschränkung, die aber mehr die grundlegende Bedeutung der gemischten Landwirtschaft für die dauernde »Eroberung« des Landes durch jüdische Arbeit oder Wirtschaft aufzeigt, als sie die von Industrie und Handwerk für die dichte Besiedlung des Landes einschränkt, können wir unsere Betrachtung abschließen, die über die grundlegende Wichtigkeit des industriellen Gewerbes als eines Hauptreservoirs zur Aufnahme einer immer steigenden Einwanderung keine Zweifel übrig gelassen hat. Ein Vorschlag zur Unterbindung des Lohndumpings durch außer-palästinensische Araber Von Dr» Ludwig Grünbaum, Jerusalem.. Das brennende Problem der »jüdischen Arbeit« rührt daher, daß der Araber mit seinem weit niedrigeren Lebensstandard sich mit einem geringeren Geldlohn begnügt als der anspruchsvollere Jude. Bei gegebener Nachfrage hängt der Preis einer Ware in der unternehmerischen Tauschwirtschaft von der Größe des Angebotes ab. Die Arbeitskraft ist ebenfalls eine Ware, und ihr Preis, der Geldlohn, kann unter sonst gleichen Umständen nur dadurch gehoben werden, daß man das Angebot verringert. Eine solche Angebotverringerung auf künstlichem Wege ist das Hauptziel der Arbeiter-, gewerkschaften und die jüdischen Gewerkschaften im Lande erfüllen diese Aufgabe im allgemeinen so befriedigend, wie es nach Lage der Dinge erwartet werden kann. Im Sektor der arabischen Wirtschaft dagegen ist die gewerkschaftliche Entwicklung nicht über bescheidene und vom jüdischen Standpunkt aus unzulängliche Anfänge hinausgekommen. Es scheint uns, als ob daran nicht nur die Unvollkommenheit der allgemeinen und sozialen Erziehung des Arabers schuld ist. Denn selbst wenn wir unterstellen, die arabische Wirtschaft habe durch Kapitalintensivierung die Arbeitsergiebigkeit auf das jüdische Niveau gehoben und damit höhere Löhne wirtschaftlich möglich gemacht; und die arabische Arbeiterschaft Palästinas habe die Stufen der Zivilisation und EHsziplinierbarkeit des jüdischen organisierten Arbeiters erreicht; so wären die arabischen Gewerkschaften dennoch von vornherein in ihrem Bestände aufs äußerste gefährdet, soweit sie nicht ihr Hauptziel: Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, preisgeben. Billige, weil anspruchslose, unorganisierte und unorganisierbare, weil zeitlich und personell wechselnde Arbeitermassen aus Syrien und dem Hauran, aus Ägypten und dem Sudan können die organisierten palästinensischen Araber jederzeit unterbieten und von ihren Arbeitsplätzen verdrängen. Eine künstliche Verminderung oder Regelung der Angebotmenge einer Ware ist eben nicht möglich, soweit und solange das Auftreten von Außenseitern nicht unterbunden werden kann, das gilt ebensosehr für das Industriekartell wie für die Gewerkschaft, die ja ebenfalls eine Monopolisierung, nämlich des Angebotes der Arbeitskraft, erstrebt. Ebenso wie der jüdische Arbeitsplatz und der jüdische Lohn auf die Dauer nur dadurch gesichert werden kann, daß Lebenshaltung und Lohn der palästinensischen Araber gehoben werden und sie dadurch keine Veranlassung mehr haben, als Außenseiter die jüdische

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