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Palästina · 1936-02-01 · Heft 2 (Februar 1936) · p. Seite 77

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 2 (Februar 1936)
Article
Einige Bemerkungen zur palästinensischen Aufbaukonjunktur
Date
1936-02-01
Page
Seite 77 (sequence 6)
Language
German
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arabischen Wirtschaftssektors, die Tätigkeit der internationalen Konzerne und der Mandatarmacht usw.), die von der Einwanderung nur mehr oder minder beeinflußt oder auch ganz unabhängig sind. Allein durch die Wirkungen der Judeneinwanderung wäre der von Abramowitsch geschilderte 3- bis 4jährige Konjunkturzyklus der palästinensischen Wirtschaft gar nicht zu erklären4. Denn die Entstehung und die Entwicklung einer Aufbaukonjunktur hängt vom Zusammentreffen einer Reihe von Faktoren in der Diaspora, in der Weltwirtschaft und in Palästina ab. Daher haben wir bisher nur zwei solcher Konjunkturzyklen gehabt, den einen 1924 bis 1926, den anderen 1931 bis 1935, von denen aber nur der letztere seine volle Entwicklung erreichen konnte5. Allerdings haben sich diese Einwanderungskonjunkturen als die bei weitem mächtigsten Hebeln bei der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Landes erwiesen, wir können aber vorerst nicht voraussehen, wann ein neuer Einwanderungsstoß von genügender Stärke einsetzen wird. Das Fehlen der Hochkonjunktur braucht aber keinesfalls das Aufhören der weiteren Wirtschaftsentwicklung und der Einwanderung bedingen. Im Gegenteil, nur die Konsolidierung und der ständige Fortschritt der palästinensischen Wirtschaft schaffen die Vorbedingungen für eine neue Aufbaukonjunktur auf einer gewaltig erweiterten Stufenleiter. Die Bedeutung der Industrie für die Absorbtion der Einwanderung nach Palästina Von Dr. Walter Preuss, Tel Aviv. Es ist eine alte Frage der Siedlungspolitik in Erez Israel, welcher Wirtschaftszweig für die Aufnahme der jüdischen Masseneinwanderung am meisten in Betracht kommt. Seit jeher wurde behauptet, daß Industrie und Handwerk als Schlüsselpositionen der Wirtschaft dazu in erster Linie berufen seien. Bis nun war eine Diskussion mehr oder weniger theoretisch. Nachdem in den letzten Jahren »gemischte« Landwirtschaft, Orangenwirtschaft, Industrie und Handwerk einen gewissen Sättigungsgrad und eine verhältnismäßig hohe Entwicklungsstufe erreicht haben, ist es jetzt zum ersten Male möglich, in dieser Hinsicht zu auf Erfahrung beruhenden Resultaten zu gelangen. Der Gesichtspunkt der Absorbtionsfähigkeit allein kann für die Siedlungspolitik der zionistischen Bewegung als solcher nicht ausschlaggebend sein. Die Produktivierung der Alijah gerade in der landwirtschaftlichen Urproduktion und die Tatsache, daß gewisse landwirtschaftliche (oder auch andere) Schlüsselstellungen aus vielen Gründen ausgebaut werden müssen, wenn auch ihre Absorbtionsfähigkeit zunächst nur gering ist, weil sie zumindest im Anfang nicht rentabel, wohl aber für die nationale Wirtschaft und die Stellung im Lande bedeutsam sind, müssen mit erwogen werden. 4 »Hameshek Hashitufi« 1935, Heft 16/17. Bei unserer Fassung fällt übrigens Abramowitsch' berechtigte Kritik an der Auffassung von Horowitz über die Sonderstellung der Bauindustrie fort. Wir scheiden die Bauindustrie von den anderen für den inneren Markt produzierenden Wirtschaftszweigen nur deswegen ab, weil a) sie in produktionstechnischer Hinsicht eine Sonderstellung ähnlich der Agrikultur einnimmt, b) bei ihr die Auslandkonkurrenz wegfällt. Es sei hier übrigens darauf hingewiesen, daß Horowitz' Auffassung dem Höhepunkt der Aufbaukonjunktur ebenso entspricht; wie die ersterwähnten Konjunkturauffassungen ihren früheren Stadien. 5 Vielleicht wäre auch die zweite Allijah als ein solcher Kulturzyklus aufzufassen.

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