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Palästina · 1936-01-01 · Heft 1 (Januar 1936) · p. Seite 35

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 1 (Januar 1936)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Dezember 1935
Date
1936-01-01
Page
Seite 35 (sequence 2)
Language
German
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um so besser erkennen läßt» als sie mit der sehr regelmäßigen Vorjahrsentwicklung kontrastiert. Palästinas Geldumlauf (in £P): 1934: 1935: 1. September..........4,409.664 5,835.134 1. Oktober . . ......... 4,463.664 7,520.134 1. November ...... 4,536.964 7,545.134 j I.Dezember......... . 4,566.964 6,885.134 Vermutlich würde der Geldzeichenbedarf im Augenblick sogar noch wesentlich geringer sein, wenn nicht die Banken wohl durchweg die Vorsichtsmaßregel befolgten, einen etwas größeren Kassenbestand als sonst üblich zu halten. Das führt uns zu der gegenwärtig lebhaft diskutierten Frage einer Normierung der Mindestliquidität der Banken im Rahmen des wieder einmal als baldigst kommend bezeichneten neuen Bankgesetzes. Eine solche Vorschrift würde praktisch natürlich erst bei der nächsten Prosperitätswelle ihre Wirkung ausüben, da gegenwärtig die Banken sowieso bei der Investierung der ihnen anvertrauten Leihgelder mit äußerster Zurückhaltung verfahren. Eine wesentliche Lockerung der strengen Kreditrestriktionen hat sich bisher noch nicht wahrnehmen lassen, obwohl auf der Londoner Generalversammlung der Barclays Bank eine Milderung angekündigt wurde. Denkt man daran, wie sehr die Hochkonjunktur der letzten Jahre sich nicht nur auf den Faktor der Immigration, sondern ebenso auch auf den des reichlichst beanspruchten und gewährten Kredits stützte, so nimmt es nicht wunder, daß im Augenblick die nach wie vor umfangreiche Einwanderung allein offenbar doch nicht ausreicht, um die geschäftliche Aktivität, insbesondere die Bautätigkeit, wieder in Schwung zu bringen. Die guten Bemühungen verschiedener Stellen, namentlich der General Mortgage Bank of Palestine Ltd., die heute zwecks Beschaffung frischer Mittel für die Hypothekengewährung eine neue große Pfandbriefemission vorbereitet, sollen gewiß nicht unterschätzt werden, auch nicht der anregende Einfluß verschiedener öffentlicher Arbeiten, wie der soeben begonnene Bau des neuen Haifaer Hauptbahnhofes und das mittels einer 500.000-£P-Anleihe (seitens der Barclays Bank zugesagt) durchzuführende große Arbeitsprogramm der Stadt Jaffa. Anderseits freilich bewirkt die Regenzeit den Ausfall zahlreicher Arbeitstage im Hoch- und Tiefbau, und ganz besonders müssen die depressiven Momente in Ansatz gebracht werden, die aus der politischen Sphäre her die wirtschaftliche Erholung verzögern. Es handelt sich dabei nicht mehr so sehr um die Fernwirkung des äthiopischen Konflikts und der ägyptischen Unruhen als vielmehr um die Vorgänge in Palästina selbst. Am 15. Dezember hat in Tel Aviv die mehrmals vertagte Stadtratswahl nun endlich stattgefunden; aber nach dem Wahlergebnis, das vermutlich auf dem Klagewege angefochten werden wird, erscheint es immer noch sehr unklar, "wie sich das künftige Regime der größten Stadt Palästinas gestalten wird. Die Proklamation des Legislative Council, des palästinensischen Parlaments, hat begreiflicherweise das Empfinden hervorgerufen, daß man vor einer Epoche oder mindestens einem Intermezzo politischer Experimente stehe, die auf den wirtschaftlichen Unternehmungsgeist einen lähmenden Einfluß ausüben. Da die Mandatsregierung gegenüber der Notwendigkeit handelspolitischer Unterstützung des Zitrusexports in vollkommener Passivität Zitrusfrüchte verharrt, hat das Zentralinstitut der jüdischen Zitrusexporteure, die Jaffa Citrus Exchange in Tel Aviv, schon vor einiger Zeit selber die Initiative zu Zoll Verhandlungen mit dem Ausland ergriffen. Über die Resultate wird berichtet, daß die Schweiz den Zoll auf Grapefruits um 70 und den auf Orangen um 15% ermäßigt, Dänemark eine Einfuhrquote von 65.000 Kisten gewährt, Bulgarien den Zoll auf große Orangen (144 Stück pro Kiste)

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