Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Das Volksvermögen und das Volkseinkommen Palästinas
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379941-2406761--21838-2406922- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gruppen. Der Weg dazu führt über eine vernünftige Kombination von Kapitaleinfuhr, Immigrationspolitik und Bodenbereitstellung. Die Gefahr der Bodenspekulation Von Ulitzur, Jerusalem. Vorbemerkung der Red. Die Bekämpfung der Bodenspekulation, insbesondere durch ein zentrales Bodenkaufsinstitut, ist von unserer Zeitschrift stets in den Vordergrund der Erörterungen gestellt worden. Die diesbezüglichen Beschlüsse der letzten zwei Zionistenkongresse sind bisher unausgeführt geblieben. Wir stellen im folgenden praktische Vorschläge zu diesen Beschlüssen zur Diskussion, die ein Autor erstattet, der seit fast 30 Jahren mit der Arbeit der zionistischen Organisation in Palästina verbunden ist. L Die Schäden der Spekulation. Es ist charakteristisch für unseren gegenwärtigen Zustand, daß man in unserem kleinen Lande kein Bodenproblem berühren kann, ohne zugleich die Frage der Bodenspekulation anzuschneiden. Schon viel ist über die Bodenspekulation geschrieben worden und fast alle Führer unserer Bewegung haben es als ihre Pflicht angesehen, in Wort und Schrift diese bedrohliche Erscheinung zu geißeln. r Und ebenso hat der letzte Kongreß in Luzern, wie schon alle früheren Kongresse, in Beschlüssen auf die großen Gefahren hingewiesen, die die Bodenspekulation in Palästina für die zionistische Bewegung und den jüdischen Jischuw Palästinas darstellt. Zur Zeit scheint zwar die Spekulation infolge der allgemeinen politischen Lage, ihren Höhepunkt überschritten zu haben, aber wenn es auch richtig ist, daß der Handel mit Grundstücken in der Stadt und auf dem Lande schwächer geworden ist, so sind doch klare Anzeichen dafür vorhanden, daß viele Gesellschaften und private Bodenmakler ihre Fäden nach anderen Ländern geknüpft haben und dort, durch Zwischenpersonen eine lebhafte und fieberhafte Tätigkeit des Verkaufs von Böden an Juden entfalten, die ihr Geld oder einen Teil desselben in Erez Israel investieren wollen. Es ist. nur natürlich, daß sich Bodengesellschaften bemühen, ihre Geschäfte im Ausland zu tätigen, wenn auf dem Binnenmarkt die Nachfrage nach Böden zu den angebotenen Bedingungen gering ist. Gerüchte über große Verdienste, die verschiedene Leute durch Bodenkäufe einsteckten, verbreiteten sich schnell in den Ländern der Diaspora, und es fällt daher den Vertretern der verschiedenen Gesellschaften nicht schwer, Juden zu veranlassen, ihr Geld in Bodenkäufen zu investieren, die ihnen zuweilen nach völlig unrealisierbaren Plänen angetragen werden. Ein Teil der jüdischen Presse bringt von Zeit zu Zeit Aufsätze von Anhängern der »Privatinitiative«, die den Ankauf von Böden in Erez Israel »zu jedem Preis« propagieren, und schreiende Anzeigen der Gesellschaften selbst in der Presse laden den unerfahrenen Käufer ein, sein Geld in Bauplätzen anzulegen. Wohnt der Käufer im Lande oder besucht er es als Tourist, so kann er sich bei einem Bekannten oder einer Institution Rat holen und selbst entscheiden, ob er den Bauplatz oder den Boden, der ihm angeboten wird, erwerben soll. Der Mann, der in der Diaspora lebt, hat jedoch keine Möglichkeit, sich zu überzeugen, ob der ihm offerierte Boden überhaupt existiert, ob die Grenzen festliegen, der Kuschan (Besitztitel) auf "den Boden vorhanden ist, ob die Parzellierung behördlich bestätigt, ob der Boden hypothekarisch belastet ist, ob keine Forderungen von Pächtern auf ihm ruhen und * ob ser überhaupt zu dem Zweck geeignet ist, für den der Verkäufer ihn als geeignet schildert.