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Palästina · 1936-01-01 · Heft 1 (Januar 1936) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 1 (Januar 1936)
Article
Die Industrialisierung Palästinas
Date
1936-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Zweite Hälfte 1934 Erstes Viertel 193d im Vergleich zum ersten Viertel 1934 Steigerung oder Abnahme in Prozenten: Rohmaterial: im Vergleich zur zweiten Hälfte 1933 Steigerung oder Abnahme in Prozenten: Tabakblätter Unverarbeiteter Marmor Möbelholz Leinsaat Molassen für Destillation Aluminiumblech Baumwollgarn Anilinfarben Oberleder Schmieröl für Maschinen + 45 + 321 + 62 + 98 + 35 + 46 + 9 + 122 + 33 + 51 + 30.6 + 27.9 + 108 + 333 + 25.4 + 80.2 + 7.9 — 26.1 + 89 + 87.6 Die oben angeführten Zahlen, die auf die Erweiterung der Produktion, Steigerung des Verbrauchs an elektrischem Strom, Verwendung größerer Mengen von Rohmaterialien und größerem Import von industriellen Maschinen hinweisen, deuten auf die große und steigende Bedeutung der Industrie, sowohl vom Standpunkt der Arbeitsbeschaffung, als auch der Kapitalsinvestitionen hin. Für die Analyse dieser industriellen Entwicklung ist es besonders wichtig, die treibenden Kräfte in diesem Prozeß zu erkennen. Es ist klar, daß im großen und ganzen die Rentabilität der Industrie in' Palästina diese stürmische Expansion keinesfalls rechtfertigt. Die Entwicklung einer europäischen Industrie im Rahmen einer autochthonen agraren Wirtschaft mit einem sehr niedrigen Lebensstandard und geringer Kaufkraft des größten Teiles der Bevölkerung in einer Periode der Disintegrierung des Weltmarktes und eines Rückganges der industriellen Produktion in der ganzen Welt, muß auf besondere Schwierigkeiten stoßen; besonders in einem Lande wie Palästina, in dem die Zollpolitik der Regierung in einem nur sehr geringen Maße von den Interessen der Industrie bestimmt wird. Es müssen also andere Momente vorhanden sein, die diese Entwicklung zu einer zwangsläufigen machen und als Anstoß für eine schnelle Expansion der industriellen Tätigkeit dienen/ Einer der wichtigsten Gründe für die Beschleunigung des Industrialisierungsprozesses ist zweifellos der Druck des anlagesuchenden Kapitals. Der Schatzmeister der palästinensischen Regierung hat vor einigen Monaten * die Zahl der Depositen in den palästinensischen Banken mit ungefähr 16 Millionen £P angegeben. Die Anlagemöglichkeiten für dieses Kapital sind sehr beschränkt und deshalb besteht ein großer Anreiz, jede Möglichkeit einer Investition wahrzunehmen, wenn auch ein Risiko mit der neuen Anlage verbunden ist. Diese Tendenz, wird besonders durch den Transfer aus Deutschland gefördert. Viele der Kapitalisten in Deutschland betrachten einen großen Teil des dort zurückgelassenen Kapitals als »totes Kapital« und sind bereit, es fast um jeden Preis nach Palästina zu bringen. Sie sind bereit, einen beträchtlichen Teil ihrer Gelder einzubüßen, um sie nach Palästina zu bringen. Deshalb ist es leicht, Kapital zur Finanzierung von Neugründüngen in der Transferform % aufzubringen, das heißt als Maschinen und Rohmaterialien zu bekommen, während die Aufbringung von Betriebskapital in Bargeld auf ziemlich große Schwierigkeiten stößt. Der Transfer durch eine industrielle Anlage im Lande erspart dem Transferenten einen großen Teil der Transferausgaben und vor allem kürzt er die Zeit des Transfers ab und setzt

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