Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Wirtschaft. Von Dr. J. Adler, Tel Aviv.
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 667 (sequence 3)
- Language
- German
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sehen Vorgängen ist zu erwähnen, daß Ungarn nunmehr definitiv die Einfuhr von 1500 Tonnen Orangen aus Palästina genehmigt hat und daß zugleich der ungarische Zoll auf Grapefruits von 60 auf 6 Goldkronen — gleiche Höhe wie für Orangen —• gesenkt worden ist. Zwecks Beschickung des deutschen Marktes wird, dem Ver^ nehmen nach, ein Spezial-Devisenabkommen der palästinensischen Export-Kooperativen direkt mit den deutschen Amtsstellen vorbereitet, um das vorjährige Warburg- Abkommen zu ersetzen. Was die für das Gesamtgeschäft maßgebende englische Marktentwicklung betrifft, so wurden loko London, Liverpool und Glasgow bisher für Zitronen 14 bis 18, für Grapefruits 10 bis 15 englische Shilling pro Kiste erzielt, was nicht für unbefriedigend gilt, und für Orangen schätzt man die englischen Anfangspreise auf etwa 10 bis 14J^ englische Shilling pro Kiste. Am 24. November erwartet man in Jaffa den ersten Dampfer der Welt, der speziell für den Transport von Palästina-Zitrasfrüchten erbaut worden ist, die »Karrad Fjell« der Reederei Olsen & Ugeistad (»Jaffa Orange Line«) in Oslo (Norwegen). Seit Beginn der Exportsaison bis zum 24. November wurden insgesamt 480.100 Kisten Zitrusfrüchte ausgeführt, und zwar 261.097 Kisten Grapefruits, 200.931 Kisten Orangen und 18.072 Kisten Zitronen. Getreide, Futtermittel und Mehl: Bei starkem Angebot aus der reichlichen Inlandsernte und unter dem Einflüsse der Verflauung, die inzwischen auf dem Weltmarkte der spekulativen Hausse gefolgt ist, muß gegenwärtig Inlandsweizen pro südpalästinensischen Kantar (288.45 kg) mit 2200 bis 2400 (Vormonat: 2600) £P vorlieb nehmen. In Gerste wird der südpalästinensische Kantar heute nur mit 1200 (Vormonat: 1300) £P bezahlt. Etwas Geschäft entwickelte sich; in importiertem weichen Weizen gemäß der jetzt einsetzenden verstärkten Produktion der Mazzothfabriken für den kommenden Peßach-Festbedarf. Äußerst matt liegt Mehl, zumal da die im September und Oktober spekulativ aufgehäuften Bestände nunmehr den Handel empfindlich belasten. Augenblicklich notieren pro Tonne loko australisches Weizenmehl 11.750 (Vormonat: 13) £P, amerikanisches Weizenmehl 15}^ (Vormonat: 16H bis 17) £P, Roggenmehl 14 (Vormonat: 16) £P und einheimisches Mehl konnte pro Sack von 86 kg nicht über 1.150 bis 1.180 (Vormonat: 1.250) £P hinaus. Auch Mais, Durrah, Pferdebohnen, Stroh und Heu verkaufen sich schleppend bei sinkenden Preisen. Viel Unruhe ruft die Frage hervor, wie die Regierung ihre Kontingentspolitik im nächsten Jahre gestalten wird. Wie verlautet, soll auch im ersten Quartal 1936 eine Mehleinfuhr von wiederum 10.000 Tonnen gestattet werden. Erwähnt sei, daß im Jänner 1936 eine neue jüdische Großmühle ihre ersten Produkte herausbringen wird, die »Modern Flour Mill« (A. Chajuß) in Tel Aviv. Kolonialwaren: Das Geschäft in Zucker hat soeben einen empfindlichen Rückschlag erlebt, wozu neben der internationalen Entwicklung auch gewisse spekulative Übertreibungen des Inlands während der ietzten »Kriegspanik«-Hausse beigetragen haben. Loko pro Tonne kann gemahlener Zucker augenblicklich nur 12J/£ (Vormonat: 13 bis 13^) £P und Würfelzucker 14 (Vormonat: 15% bis 16) £P erzielen. Reis tendiert schwankend bei nicht sehr bedeutendem Bedarfsgeschäft; aus dem benachbarten Ägypten wird von einer bevorstehenden großen Ernte berichtet, was die hiesigen Importeure zur Zurückhaltung bestimmt; eif Jaffa/Haifa notieren ägyptischer »Behrend Glace« bis zu 10.500 (Vormonat: 11.500) £P und birmesischer »Rangoon Drei-Stern« bis zu 8.500 (Vormonat: 9.250) £P, beides pro Tonne. In Kaffee gingen die Preisaufschläge des Vormonats wieder verloren. Auch Tee schwächte sich ab gemäß der abbröckelnden Preisbildung auf den internationalen Auktionen der letzten Zeit. Dagegen tendierte Kakao stetig.