Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Palästinensische Schiffahrt
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 665 (sequence 10)
- Language
- German
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nensische Schiffe mit durchwegs einheimischer Besatzung fahren können. Hier liegt eine der nationalen Aufgaben der jüdischen Reedereien und es muß anerkannt werden, daß sie diesen Weg der Arbeitsbeschaffung eingeschlagen haben, wenn auch natürlich das Endziel noch nicht erreicht ist. Erwähnt sei noch, daß die jüdischen Seeleute zu einer Vereinigung zusammengeschlossen sind, welche etwa 100 Mitglieder umfassen soll. Wie groß das Interesse der palästinensischen Öffentlichkeit an der Entwicklung nicht nur einer palästinensischen, sondern vor allem einer jüdischen Schiffahrt ist, ergibt sich daraus, daß auf der nächsten Levante-Messe in Tel Aviv 1936 auch eine Spezialausstellung gezeigt werden soll, welche die Entwicklung und den Stand der jüdischen Schiffahrt zeigt. So nützlich derartige propagandistische Unternehmungen zweifellos sind, so können sie doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß nur durch tatkräftige Mithilfe aller zu der Schiffahrt in Beziehung stehenden Personen und Gesellschaften ein Aufbau Palästinas zur See ermöglicht werden kann. Rundschau WIRTSCHAFT. Von Dr. J. Adler, Tel Aviv Das Wirtschaftsbarometer: November 1935» Geld- und Kapitalmarkt: Gegenüber 5,835.134 £P am 1. September 1935 und 7,520.134 £P am 1. Oktober hat der palästinensische Geldumlauf am 1. November 7,545.134 £P (am 1. November des Vorjahres: 4,536.964 £P) erreicht. Wie daraus ersichtlich, hat also einesteils die Geldabhebungspanik sich nicht fortgesetzt, sind aber auch andernteils die vom Publikum »gehamsterten« Barbeträge bis dahin noch nicht wieder in größerem Umfange zu den Banken zurückgeflossen. Die Ungewißheit im Wirtschaftsleben hält vorläufig noch an, bei noch unentschiedenem Wettbewerb depressiver und anregender Faktoren. Zu den depressiven Momenten zählt in erster Linie die politische Lage, die noch nicht übersehen läßt, zu welchen Konsequenzen das antiitalienische Sanktionsregime für Wirtschaft, Handel und Verkehr der Mittelmeerländer führen wird, und die außerdem durch die neuen Vorstöße des arabischen Nationalismus (Aufbauschung der Waffenschmuggelaffäre in Palästina, Unruhen in Ägypten) kompliziert wird. Ein zweites depressives Moment ist der (wie weiterhin im einzelnen dargestellt) auf gewissen Warenmärkten eingetretene Rückschlag, ein drittes die »Roßkur« der Krediteinschränkung, die verschiedenen Kleinunternehmungen die Lebensmöglichkeit entzogen und zu Liquidationen geführt hat, die für weitere Gläubigerkreise verlustbringend waren. Schließlich ist an vierter Stelle auf bestimmte Tatsachen der Kapitaldisposition hinzuweisen. Dazu gehört, daß sich die Kapital- Übertragung aus Deutschland immer schwieriger und langwieriger gestaltet, daß eine leichte Besserung der Wirtschaftslage in Polen viele dortige Mittel- und Großkapitalisten zum Aufgeben ihrer Palästina-Auswanderungs- und Gründungspläne bewogen hat, daß erhebliche Kapitalbeträge, die bisher in Palästina beschäftigungslos lagen und sich zu keiner hiesigen Investierung bereit finden ließen, neuerdings nach der Schweiz und Holland umgelegt oder zum Ankauf amerikanischer Wertpapiere benützt worden sind. Wenn wir nunmehr die anregenden Faktoren betrachten, so begegnet uns an erster Stelle das ehrliche Bestreben aller gesund gebliebenen Wirtschafts-