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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 649

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
Date
1935-12-01
Page
Seite 649 (sequence 21)
Language
German
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Ich lege im übrigen heute keinerlei Wert auf die Prioritätsfrage, wer zuerst diese oder jene Beobachtung gemacht hat. Ich habe auch niemals und hätte niemals in Abrede gestellt, daß Ing. Goldschmidt an der Erforschung der Wasserverhältnisse der Küstenebene seinen großen Anteil hat. Mein Artikel bezog sich auf ganz Palästina, war auf eine breite Öffentlichkeit gerichtet, daher in populärer Form und in der Absicht, in zionistischem Sinne das Publikum zu erziehen, daß die Lösung des Wasserproblems Palästinas in erster Linie eine sachlich wissenschaftliche Aufgabe ist. Zum Problem der „Haavarah" Von Dr. Ludwig Grünbaum, Jerusalem. Vorb. der Red. Der Vermögenstransfer aus Deutschland nach Palästina im Wege von Warenimporten, der technisch durch die »Haavarah« durchgeführt wird, ist in letzter Zeit Gegenstand heftiger Kritiken geworden. Nachstehender Aufsatz untersucht rein theoretisch das Grundprinzip des Transfers, ohne Bezugnahme auf die Methoden seiner Durchführung. Seit Gründung der »Haavarah Ltd.« im November 1933 sind die Angriffe gegen dieses Institut nicht verstummt. Auf dem Luzerner Kongreß haben sie eine Debatte hervorgerufen, die schließlich dazu führte, daß der Kongreß beschloß, die Gesellschaft der Exekutive der Jewish Agency zu unterstellen. Diese Maßnahme hat aber die Gemüter nicht etwa beruhigt, im Gegenteil, die Polemik in der Presse ist in den letzten Wochen mit verstärkter Heftigkeit aufgeflammt. Wir haben in diesem Aufsatz ein begrenztes Ziel: das der »Haavarah« zugrunde liegende volkswirtschaftliche Prinzip des Vermögenstransfers durch Wareneinruhr gegen gewisse Einwände zu verteidigen. Wir unterlassen es daher einerseits, die Geschäftsgebarung der »Haavarah Ltd.« daraufhin zu prüfen, ob sie ihre Kosten niedrig genug hält und ob sie ihren Kunden nicht zu große Abzüge von den Transfersummen macht — darüber haben die berufenen Auf Sichtsinstanzen zu wachen, die Einsicht in die Bücher der Gesellschaft nehmen können. Anderseits erörtern wir auch gewisse unbestrittene Vorzüge nicht, z. B. daß der Transfer gewisser zionistisch-öffentlicher Gelder aus Deutschland, wie Fonds und Spenden für KKL und KH, nur mit Hilfe der »Haavarah Ltd.« möglich gewesen ist. I. Der Grundgedanke der »Haavarah«-Gründung war folgender: Die deutsche Reichsbank stellte bei ihrer bekannten Devisenknappheit den jüdischen Auswanderern nur einen verhältnismäßig kleinen Anteil ihrer laufenden Deviseneingänge zur Verfügung. Da nun Deutschland anderseits die Auswanderung möglichst vieler Juden wünschte, wurden die für den Transfer freigegebenen Devisen in Portionen von 1000 £P pro Kopf zugeteilt; das heißt der auswandernde Kapitalist erhielt seitens der Reichsbank nur den Teil seines Vermögens transferiert, den die palästinensische Regierung als Minimaleigentum fordert, wenn der Einwanderer nicht gewisse persönliche Qualifikationen aufweist. Für die mehr als 1000 £P betragenden Vermögen sprang die »Haavarah Ltd.« ein; sie durfte für Rechnung der Auswanderer deutsche Waren nach Palästina exportieren und den Devisenausfall ihnen auszahlen. Somit war die »Haavarah Ltd.« eine Einrichtung für die »reichen Leute«. Das änderte sich in der letzten Zeit aus zwei Gründen: der Drang der deutschen Juden, nach Palästina auszuwandern, nahm infolge der bekannten Entwicklung in Deutschland zu; aber die

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