Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 638 (sequence 10)
- Language
- German
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Chemische Eigenschaften, Die Tabelle gibt eine Zusammenstellung über den Gehalt an Chloriden des Küstenebene-Hauptgrundwassers. Folgende Tatsachen ersehen wir daraus: 1. Der Salzgehalt des Grundwassers nimmt von der Gegend Ramie nach Norden, d. h. im Gebiete der Randverwerfung, ab in Richtung Osten nach Westen, ausgehend von der voraussichtlichen Lage der Randverwerfung. Östlich dieser ist der Salzgehalt wieder geringer. In der Nähe der Randverwerfung ist der Salzgehalt etwa roh genommen in der Mitte zwischen demjenigen des Gebirgsgrundwassers und demjenigen des Hauptgrundwassers der westlichen Küstenebene gelegen. 2. Es zeigte sich ferner die sehr interessante Erscheinung, daß das Wasser, c.us den tiefen Schichten allein entnommen, im Bereich der Randverwerfung weit nach Westen hin seinen hohen Salzgehalt beibehält, über 230 mg Chlor per Liter, während aas Wasser aus höheren Schichten hier wesentlich süßer ist. 3. In der Gegend Nathanya—Hertseliya—Tel Aviv nimmt der Salzgehalt des Grundwassers wieder deutlich zu. 4. Außer an ganz wenigen Stellen, deren geologischer Aufbau unbekannt ist, wo jedoch von »sehr tiefen Bohrungen« die Rede war, also man auf tiefere Wasserhorizonre schließen muß, hat man im Küstenebenen-Hauptgrundwasser nirgends H2 S festgestellt. 5. In allernächster Nähe des Meeres trat in den tieferen Schichten eine erhebliche Versalzung auf. 6. In der Gegend südlich Ramie, d. h. außerhalb des Bereiches der Randverwerfung, ist der Salzgehalt des Wassers im allgemeinen weniger wechselnd und geringer als in der Nähe der Randverwerfung. Diese Tatsachen sind wesentlich für die Feststellung des Ursprunges des Grundwassers, der weiter unten erörtert wird. Der Salzgehalt des Küstenebenen-Hauptgrundwassers ist in dem betrachteten Bezirke fast ausnahmslos derart gering, daß es zu Bewässerungszwecken durchaus geeignet ist. Nur in der Aujasenke, in der Gegend nordöstlich und nördlich von Petach Tikwa ist er reichlich hoch. Eine völlig einwandfreie Erklärung für diese Erscheinung ist bisher noch nicht gegeben worden, jedoch möchte ich hinweisen auf die Möglichkeit der Versalzung durch salzhaltiges Wasser aus tieferen Horizonten. Ostufer, Der Wasserspiegel des Küstenebenen-Hauptgrundwassers ist überwiegend ein freier, nicht von undurchlässigen Schichten überdeckter. Also befindet sich der Wasserspiegel, der das Potential des Grundwassers darstellt, meist in derselben Tiefe, in der das Grundwasser angetroffen wird. Wo nun im Osten die undurchlässigen tertiären Schichten, die das Küstenebenen- Hauptgrundwasser tragen, diesen Grundwasserspiegel schneiden, befindet sich das Ostufer dieses Grundwassers. Auf der Linie Tulkarm—Ras el Ein verläuft es nahe dem Fuße der Vorberge, wie recht gut ergiebige Brunnen am Rande der Berge beweisen, welche ihr salzarmes Wasser Kiesschichten und hellen marinen Sandsteinen entnehmen, ähnlich den in der Küstenebene als Grundwasserhorizont auftretenden. Zwischen Ras el Ein und Ramie befindet sich dies Ostufer in der Nähe der Bahnlinie nach Ramie— Um Kalkha. Bei Niana gelang es mir, die Uferlinie recht genau festzustellen. Weiter südlich biegt die Uferlinie in rein südliche Richtung um, während gleichzeitig der Wasserspiegel hier ein wesentlich höheres Niveau erreicht und Küstenebenen-Sandsteine, welche sonst in diesem Niveau schon wasserleer sind, hier noch etwas Küstenebenen-Hauptgrundwasser führen. Es sei schon hier bemerkt, daß in einigen Seitentälern des Wadi es Sarar nahe der Bahnstation Wadi es Sarar und beim Dorfe Sajad in ihren jungen Talschottern Grundwasser sich talabwärts bewegt, ferner die oberflächennahen weißen