Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer Oktober 1935
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 611 (sequence 5)
- Language
- German
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den Importeuren bereits direkt in Päckchen an den Kleinhandel verteilt Und verlangt pro Päckchen von je 100 Gramm 18 (Vormonat: 16) palästinensische Müs. In sonstigen Provenienzen fehlt augenblicklich frische Ware. Dagegen werden früher zurückgehaltene Importeurbestände in holländischer und dänischer Ware jetzt herausgebracht, die freilich infolge ihres Alters nur noch als Backbutter zu verwenden sind und sich pro 50 kg loko mit etwa 4 £P begnügen müssen. Was die Käse Sorten ausländischer (meist polnischer, skandinavischer, holländischer und schweizerischer) Herkunft betrifft, so haben sich auf dem Weltmarkte die Preise gegenüber dem Vormonat bis um 100% erhöht, in Palästina indessen infolge des lebhaften Wettbewerbes nur erst um 20 bis 30%. Der inländische Weichkäse fordert heute durchschnittlich pro südpalästinensisches Rottel (2.884 kg) einen Preis von —.260 (Vormonat: —.240) £P, ist also nur um 8% gestiegen. Das Konsumenteninteresse an Margarine bleibt begrenzt, obwohl neben holländischer und englischer Ware jetzt auch ein im Inland fabriziertes Kokosspeisefett auf den Markt gelangt; das Olivenöl läßt sich nun einmal aus seiner Vorherrschaft in der palästinensischen Küche nicht verdrängen. Eier: Die Tendenz ist fest, die Zufuhr knapp, der Konsum nicht sehr bedeutend. Ägyptische Ware, die qualitativ gegenwärtig ziemlich schlecht ausfällt, fordert pro Korb (720 Stück) loko 3.650 £P (Vormonat kein Angebot), Syrische Ware ist, pro Kiste (1440 Stück) loko, neuerdings auf 4.80 bis 5 (Vormonat: 3.600) £P gestiegen; den gleichen Preis verlangt auch die hier und dort offerierte polnische Ware. Türkische Ware fehlt. Die arabischen und jüdischen Inlandeier gehen über das Vormonatsniveau nicht wesentlich hinaus, da bereits damals ihre Preise ziemlich hochgetrieben waren. Konserven: Die Weltmarktnotierung für kondensierte Milch hat letzthin um 75% angezogen, was jedoch in Palästina infolge der gegenseitigen Preisunterbietung der Importeure und ihrer Lieferanten kaum wahrzunehmen war. Kräftig belebt hat sich saisongemäß das Geschäft in verschiedenen Fischkonserven, insbesondere in norwegischen und portugiesischen Sardinen, japanischen Salmon- und Krabbenpackungen, lettländischen Sprotten. Obst- und Gemüsekonserven sowie Fleischkonserven liegen noch ziemlicn still. Leder: Gemäß der internationalen Tendenz haben die Preise für Oberleder und Sohlenleder gegenüber dem Vormonat um 20 bis 30% angezogen. Dabei ist das Geschäft äußerst ruhig, einesteils infolge der Kreditrestriktionen, die gerade die vorwiegend aus Kleinbetrieben bestehende Leder- und Schuhbranche besonders schwer treffen, andernteils infolge des Umstandes, daß der Herbstregen, der einen erhöhten Sohlenlederkonsum zu bringen pflegt, sich diesmal ganz besonders verzögert. Textilwaren: Die Umsätze im Einzelhandel lassen weiterhin sehr zu wünschen übrig und bewegen sich großenteils unter Vorjahrsumfang. Dazu trägt auch die Tatsache bei, daß die sommerliche Schön- und Warmwetterperiode diesmal ungewöhnlich lange anhält. Daher ist speziell der Umsatz in Wollstoffen vorläufig sehr unbedeutend. Der Großhandel bearbeitet gegenwärtig bereits die Einkaufsdispositionen für Frühjahr und Sommer 1936, wobei er sich weitgehende Reserve auferlegt; es dürfte kaum jemanden in seinen Reihen geben, der größere Orders als im Vorjahr unterzeichnet. Holz: Marktlage und Preisniveau haben sich im allgemeinen gegenüber dem Vormonat nicht verändert. Saisongemäß ist das Geschäft in Zitruskistenholz in Gang gekommen; hauptsächlich wird jugoslawische, rumänische und auch etwas russische Ware bezogen, wobei man loko pro Kiste etwa —.040 (Oktober 1934: —.045) £P bewilligt.