Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer Oktober 1935
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 609 (sequence 3)
- Language
- German
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palästinensischen Geldumlaufs gefunden, der sich von 5,561.228 £P am 1. August 1935 und 5,835.134 £P am 1. September auf 7,520.134 £P am 1. Oktober aufgebläht hat (Entwicklung im Vorjahr: 4,324.664 £P am 1, August; 4,409.664 £P am L September; 4,463.664 £P am 1. Oktober). Als Folge der Bargeldhamsterei'ist also die Valutazirkulation um rund \x/i Millionen £P über den normalen Geldzeichenbedarf hinaus gestiegen, und man wird daher den kommenden Monats-Ausweisen des »Palestine Currency Board« mit besonderer Spannung entgegensehen dürfen. Zitrusfrüchte: Da Italien infolge des Kriegsausbruches seine Zitronenausfuhr zwar nicht, wie es zuerst hieß, suspendiert, immerhin aber fühlbar eingeschränkt hat, versteiften sich international die Zitronenpreise, wovon auch der seit September laufende palästinensische Zitronenexport profitiert. Volkswirtschaftlich hat dies freilich nicht viel zu bedeuten, denn Palästina konsumiert seine relativ kleine Zitronenernte zum erheblichen Teile selbst und wird auch in der ganzen Saison 1935/36 kaum mehr als etwa 35.000 Kisten Zitronen zum Export verfügbar haben. In Grape-Fruits haben die ersten Sendungen zu Anfang Oktober Palästina verlassen; der Weltmarkt, im Augenblick noch hauptsächlich mit amerikanischer und auch etwas südafrikanischer Ware bedient, tendiert vorläufig günstig. Etwas Unruhe erweckt in palästinensischen Pflanzerkreisen die Nachricht, daß neuerdings auch Spanien umfangreiche Grapefruitskulturen anzulegen beginnt. Über das Mitte November einsetzende Orangengeschäft differieren .die Meinungen noch sehr. Im Mittelpunkt wird stärker denn je zuvor der englische Markt stehen, der diesmal mit allen modernen Propagandamitteln (sogar ein Jazzschlager zum Lobe der Jaffaorange!) bearbeitet werden soll. Die Absatzmöglichkeiten auf dem deutschen Markte werden angesichts der dortigen Devisenschwierigkeiten ziemlich pessimistisch beurteilt. Hingegen erwartet man einen starken Aufstieg des Exports nach Polen. Die polnische Regierung hat für palästinensische Zitrusfrüchte zunächst ein Einfuhrkontingent von 4650 Tonnen (etwa 140.000 Kisten) per Dezember 1935 und von 4500 Tonnen (etwa 136.000 Kisten) per Jänner 1936 gewährt; über die Höhe der Kontingente für die weiteren Monate wird noch verhandelt. Der Vorverkauf »ab Baum« hält sich weiterhin in engsten1 Grenzen, da viele Exporteure erklären, nicht noch einmal dieselbe schlechte Erfahrung machen zu wollen wie im Vorjahr, wo sie die zu relativ hohem Preis erworbene Vorverkaufsware schließlich infolge der sinkenden Preiskurve nur mit Verlust wieder abstoßen konnten. Seit Beginn der Saison bis zum. 27. Oktober wurden 12.414 Kisten Zitronen und 121.087 Kisten Grapefruits exportiert. — Wie soeben noch bekannt wird, hat die Tschechoslowakei den Zoll auf Palästina- Orangen um 13% gesenkt und bereitet weiter eine Ermäßigung des Zolles auf Palästina- Grapefruits um 50% vor. Inwieweit das am 18. November in Kraft tretende Sanktionsregime den italienischen Apfelsinenexport erschweren und damit eventuell die Chance Palästinas auf dem Orangenweltmarkte verbessern wird, entzieht sich noch jeder Voraussage. Getreide, Futtermittel und Mehl: Die Befestigung am internationalen Getreidemarkte, durch die weltpolitische Spannung und durch die argentinische Produktionseinschränkung (diesjährige Weizenanbaufläche Argentiniens nur 5.70 Millionen Hektar gegenüber 7.61 im Vorjahr!) verursacht, hat in den letzten Wochen auch auf Palästina übergegriffen, das bisher unter dem Drucke einer eigenen Rekordweizenernte sehr zur Baisse tendierte» Der Preis für Inlandweizen (Auslandweizen, mit Ausnahme des weichen Weizens für die Mazzothfabrikation, kommt infolge der prolongierten Kontingentsperre augenblicklich überhaupt nicht herein) ist pro südpalästinensischen Kantar (288.45 kg) von 2 £P in der ersten Septemberhälfte auf 2.750 £P gegen Ende September gestiegen, um sich dann allerdings im letzten Oktoberdrittel wieder mit 2.600 zu be-