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Palästina · 1935-11-01 · Heft 11 (November 1935) · p. Seite 607

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 11 (November 1935)
Article
Gemüsegärtnerei
Date
1935-11-01
Page
Seite 607 (sequence 6)
Language
German
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Pflanzen im Frühling und Spätherbst, sowie Anbau der wärmeempfindlichen während des Sommers. 2. Durch Kultur von sehr schnellwachsenden Gemüsen, wie Radieschen, Rettig, Blattspinat, Salat, Kohlrabi usw., die durch kurze Wachstumsdauer und hohe Flächenerträge aus dem Rahmen des Feldgemüsebaues fallen. 3. Durch Kultur von seltenen Gemüsen, die, da sie entweder nicht allgemein bekannt oder in ihrer Erzeugung zu teuer sind, nur bei einem beschränkten Kreis der Bevölkerung Absatz finden. 4. Durch Erzeugung mittels bestimmter Sortenwahl und Düngung von besonders edlen und vollkommenen Saisongemüsen, die einen entsprechend höheren Preis erzielen und dadurch für Gärtnereien rentabel werden. Zu dieser Beschränkung auf die oben erwähnten Kulturen muß eine äußerste Intensität treten. Sechs jährliche Ernten vom selben Boden sind das Minimum im intensiven Gemüsegarten, es sind aber auch mehr möglich. Im Gemüsegarten sind Arbeitskraft und Bodenmenge als feste Größen gegeben. Je rationeller der Betrieb bewirtschaftet wird, ein desto größeres Produkt an Gemüsen wird die Multiplikation dieser Größen ergeben. Ein solcher Betrieb hat keine Krise zu fürchten. Er wird zwar leiden, aber seine Existenzgrundlage wird nicht erschüttert werden im Gegensatz zu halbintensiven und unrationellen Betrieben. Der öffentliche Weg, Überproduktion zu bekämpfen, besteht in der Erweiterung des Absatzes. Ich glaube, daß es viel wichtiger wäre, öffentliche Mittel dafür zu verwenden, als Gelder für neue Kolonisierung auszugeben. Die Erweiterung des Absatzes ist auf zwei Arten möglich: Durch Organisation auf breitester Grundlage von Gemüseexport und durch Weiterverarbeitung der Gemüse im Lande durch Konservenfabriken und ähnliche Betriebe, z. B. Sauerkraut-, Tomatenpüreefabrikation und ähnliches. Ansätze dazu sind ja schon vorhanden, aber die genügen nicht, um den Gemüseanbau so zu erweitern, wie es für die Entwicklung des Landes wünschenswert wäre. Gemüsebau könnte für das Land dieselbe Bedeutung gewinnen wie die Orangen,* wenn nur planmäßig die natürliche langsame Entwicklung beschleunigt werden würde. Doch darauf können wir uns nicht verlassen. Ich möchte Ihnen zum Schluß nur nochmals wiederholen, daß ein rationeller Gemüsebetrieb weder Überproduktion fürchten, aber auch dessen Probleme nicht leicht nehmen soll. WIRTSCHAFT. Das Wirtschaftsbarometer Oktober 1935. Von Dr. J* Adler, Tel Aviv, Monatsbericht über den Palästina-Markt. Geld- und Kapitalmarkt: Die vor einem Monat in Palästina weit verbreitet gewesene Befürchtung, daß die kriegerischen Auseinandersetzungen von Nordostafrika her auch auf das Mittelmeergebiet übergreifen könnten, ist seitdem wohl ziemlich gegenstandslos geworden. Anderseits spricht man heute viel davon, daß ein Regime der wirtschaftlichen Sanktionen die vielfältigen palästinensisch-italienischen Handels- und Verkehrsbeziehungen empfindlich berühren würde. All dies Rätselraten um den weiteren Verlauf der weltpolitischen Ereignisse und um ihren Einfluß auf das palästinensische Geschehen tritt aber im Moment gegenüber den Problemen zurück, die gegenwärtig im Wirtschaftsleben Palästinas selbst zu lösen sind. Die mehrwöchige Wirtschaftsstockung, die den an sich nur wenigen Tagen der »Kriegspanik« folgte und ihren Ausdruck in den Kreditrestriktionen der Banken, in der Vertagung von Privatbauaufträgen, in einem allgemeinen Pausieren der Unternehmungslust ~~ »Erst einmal sehen, was wird, und was die andern tun!« — fand, hat, je länger sie sich hinzieht, desto schärfer gewisse Schwächen unseres Wirtschaftssystems ans Licht ge-

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