Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Einiges über Staubecken
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 600 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379926-2379937-2406222--21443-2406403- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bindung mit Nachbartälern, es sei denn durch Kalk- oder Gipshöhlen oder Bergbauten, ist äußerst selten. Die Spalten und Klüfte, außer denen, welche leicht bemerkbar der Wasserzirkulation dienen, pflegen mit den durch Bindemittel, wie Kalkspat, Kieselsäure, Eisensalze, dicht und fest verkitteten Trümmern der Spaltflächen, dichtem Lehm öder Letteneinlagerungen geschlossen zu sein. ... Im übrigen darf man darauf rechnen, daß die unfehlbar im Stauweiher entstandenen Schlammablagerungen im Laufe der Zeit kleinere Undichtigkeiten schließen.« Ein weiteres Argument ist, daß wir in bezug auf die Erforschung der Bedingungen für Errichtung von Talsperren noch im Anfang sind und daß jahrelange Studien nötig sind, bevor man an die Errichtung von Sperren schreiten kann. Nun gehöre gerade ich zu denjenigen, welche die gründlichste Erforschung der Bedingungen vor der Aufstellung der Detailprojekte stets bei allen Tief bauten, insbesondere bei Talsperren propagiere. Aber über die Dauer dieser Vorarbeiten sind sich die meisten im unklaren. Ich will deswegen die autoritativen Sätze des obenerwähnten Handbuches der Ingenieur-Wissenschaften, Seite 71, zitieren: »Es darf als Tatsache bezeichnet werden, daß wohl keine der neuzeitlichen großen Talsperren im Gebirge auf Grund langjähriger Abflußmessungen geplant wurde. Schätzungen und überschlägige Ermittlungen an Hand allgemeiner Anhaltspunkte haben meist das Fehlende ersetzen müssen. Bei ausreichendem praktischen Überblick und mit Zuhilfenahme von Abflußgesetzen, soweit sie aus unmittelbaren Beobachtungen abgeleitet werden könnten, führt dies Verfahren zu hinlänglicher Genauigkeit und wird auch für die nächste Zukunft — bis unmittelbare Messungen an allen Wasserläufen vorliegen — der gangbare Weg sein müssen. Es ist dann Sache des Ingenieurs, sich im Einzelfalle aus der Niederschlagsmenge des abgegrenzten, für die Absperrung in Frage kommenden Gebietes, die Abflußmenge zu errechnen.« Was nun das Argument der politischen Schwierigkeiten betrifft, so sind in Palästina die Verhältnisse bestimmt nicht so einfach, wie anderswo, aber bei der Befolgung der Tendenz, Werke zu schaffen, die beiden Teilen der Landesbewohner in gleichem Maße dienen sollen, deren sich die Regierung jetzt zu befleißen beginnt, sind diese Schwierigkeiten zu beseitigen. Große Sperranlagen und Kanäle können nur gebaut werden, wenn sie Juden und Arabern gleich dienen sollen. Ich sehe darin keinen Nachteil für unsere Kolonisation, wenn wir dadurch die Möglichkeit zur Seßhaftmachung von zehntausenden von jüdischen Familien gewinnen und die Freiwerdung (durch intensive Kultur, die es gestattet mit weniger Boden auszukommen) vieler hunderttausender Dunam arabischen Bodens für jüdische Siedlungszwecke erreichen. Was nun die Kosten betrifft, über die Dr. Picard spricht, so ist es nicht wichtig, wieviel Talsperren mit dem Betrag von 3,500.000 £P zu errichten sind, wohl aber, daß man damit soviel Stauraum schaffen kann, der ausreicht, um 500.000 Dunam zu bewässern, wie ich in meinem Artikel anführte. Die Kostenziffer, die ich anführte, ist eine Erfahrungsziffer. Wenn Dr. Picard über die Aussichten der Wasserversorgung in der Wüste anführt, so sind Wassermengen von tausenden Gallonen (nicht von tausenden Kubikmetern) für landwirtschaftliche Nutzung Mengen, die nicht der Rede Wert sind. Übrigens ist es auch bekannt, mit welchen verhältnismäßig hohen Opfern diese Wasserversorgung der Iraq Petroleum Co. erzielt wurde. , * *;■ ★ . Nachh,;d.. Red.: Im Anschluß an diese Ausführungen sandte uns der Autor einen Aufsatz; über den großen Bewässerungsplan Spaniens, denn wir leider aus Platzmangel