Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1935)
- Article
- 25 Jahre Dagania
- Date
- 1935-10-01
- Page
- Seite 517 (sequence 3)
- Language
- German
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welcher vor 25 Jahren 12 Personen siedelten, gegen 400, Erwachsene, Kinder und Großeltern. Und nicht nur dies. Im Ostjordanland, wo Dagania die einzige Siedlung an der Grenze war, existieren heute, Dagania A, Dagania B, Beth Sera, Haschomer Hazair, Gescher, Naharaim (Ruttenberg-Station) und jetzt wird ein neuer Punkt für Deutschland-Emigranten hinzugefügt werden, jenseits des Genezereth-Sees, östlich von Kinereth. Dagania ist nicht einsam . . . Dagania erlebte in diesen 25 Jahren vieles. Es litt in jeder Hinsicht, weil es die erste Kwuzahkolonie war. Aber am meisten litt es von der Kritik in der zionistischen Bewegung, die sich zwar nicht gegen Dagania allein richtete, sondern gegen alle Kwuzoth und Kibbuzim. »Sozialistisches Experiment« warfen die Männer der Wirtschaft und die strengen Rechner auf Kongressen und zionistischen Konferenzen den Leitern der Kolonisation vor. »Mit den Geldern der Nation, mit Geldern des Keren. Hajessod und Keren Kajemeth macht man sozialistische Experimente«, behaupteten die Gegner dieser Siedlungsform. »Defizite!« — »Kibbuz!«, und »Defizite!« wurden identifiziert, sobald man das Wort Kwuzah aussprach, fügte man sofort »Defizit« hinzu. Und gute Zionisten forderten die Einstellung dieser Siedlungsform, die nationales Geld »verschlingt« . . . Aber wir setzten diese »Experimente« fort. Wir pflanzten Bäume verschiedener Gattungen, wir entwurzelten sie, wir säten Getreide, und ernteten Heu, manchmal auch das nicht. Es erkrankten die Erwachsenen, es litten die Kinder durch das schwere Klima in der Jordansenke, wir überlebten die Kriegszeit und alle Schreckensperioden im Lande, wir erlebten das 25. Jahr des Bestandes von Dagania. Offenbar haben diese Experimente Früchte getragen. Es wuchsen die Bäume, es-, wuchs der Jischuw, es finden sich in der Siedlung erwachsene Kinder, die schon Mitglieder der Kwuzah geworden sind, die zugleich mit den Eltern den Weg fortsetzen, den diese vor 25 Jahren begonnen hatten. Offenbar hat auch die Kritik und die Geringschätzung der Kwuzah aufgehört. Diese selbst hat zweifelsohne ihren Platz im Jischuw sich erobert. Die größte Satisfaktion erhielt die Kwuzah auf dem XIX. Kongreß. Dr. Ruppin, dieser einzige Mann, der diese Kolonisation aktiv unterstützt und sehr viel zu deren Entwicklung beigetragen hat, hat über »25 Jahre zionistische Kolonisation« referiert und in sachlicher, mit Zahlen belegter Form, im Geiste des Zionismus und der Menschlichkeit über die Resultate dieser Ansiedlung im Laufe der 25 Jahre gesprochen. Und' ein schwerer Stein fiel vom Herzen der Zweifler, die Gemüter wurden gehoben, die Atmosphäre am Kongreß wurde durch das Lied Ruppins: das Lied der Landwirtschaft, und als Leitmotiv die Kwuzah, geändert. Aus der kleinen einsamen Kwuzah hat sich jetzt eine große kibbuzistische Bewegung entwickelt, reich an Menschen und wirtschaftlichen Gütern, im Aufbau Erez Israels wuchs der wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktor. Das ist der Sinn des Festes der Kwuzah — Dagania. Die Anleihe Tel Avivs Von Josef L, Cohen, London^ Vorb. d. Red. In Nr. 8/9 hat der Autor in einem Artikel über »Die öffentlichen Finanzen Palästinas« auch auf das Problem des. städtischen Anleihewesens hingewiesen. Nachstehender Artikel behandelt dieses Thema an dem Beispiel Tel Avivs näher. Die Anleihe von einer Million Pfund, die Tel Aviv gegeben wurde, ist die größte* die je einer öffentlichen oder privaten Körperschaft in Palästina — abgesehen von der-