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Palästina · 1935-10-01 · Heft 10 (Oktober 1935) · p. Seite 516

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 10 (Oktober 1935)
Article
25 Jahre Dagania
Date
1935-10-01
Page
Seite 516 (sequence 2)
Language
German
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Die Gründer von Dagania waren Anhänger des »Hapoel Hazair«. Diese Partei und ihr Zögling Dagania zeichneten sich dadurch aus, und zeitweilig litten sie darunter, daß sie kein geschriebenes, fest umrissenes Programm besaßen. Sie entstammten dem Boden des Zionismus. In der Realisierung des Zionismus wollten sie eine sozial-gesellschaftlich gerechte Ordnung für das jüdische Volk schaffen, das herkam, um sein Land zu beleben. Und die Männer von Dagania sahen den Weg zur Verwirklichung dieses Lebens in gemeinschaftlicher Arbeit, in gemeinschaftlichem Leben, in völliger Gleichheit aller Mitarbeiter — in der Kwuzah. Sie waren nicht die ersten, die diese Lebensform schufen. Weder in der großen Welt, noch in Erez Israel: es bestanden bereits die Essäer in alter jüdisch-geschichtlicher Vergangenheit in Palästina, es bestanden verschiedene religiöse Kommunen in Amerika und in der Schweiz und vor 40 Jahren eine Kommune sozialistischer Flüchtlinge in Rußland, welche in ihrem Bau, in ihren Grundlagen Dagania sehr ähnlich war. Die Genossen, die nach Dagania kamen, hatten von all dem nur wenig, nur wie durch einen Nebel vernommen. Einzelheiten über diese Siedlungen hatten sie bestimmt nicht gekannt. Es gab auch Kommune-Erscheinungen im Lande selbst. Zu verschiedenen Zeiten während der verschiedenen Alijoth hatten sich hie und da Pioniere zu gemeinsamer Arbeit zusammengetan, manchmal auch zu gemeinsamem Leben. Einer der wichtigsten Versuche, der um ein Jahr älter war als Dagania, war das Kollektiv in Sedjera. Dort erhielten Arbeiter die Bearbeitung des ICA-Bodens in kollektiver Form, es gab auch noch andere derartige mißlungene Versuche. Dagania war nicht eine konsequente Fortsetzung dieser Experimente. Es war eine Sondererscheinung, eine sehr primitive, am Anfang auf sich selbst beschränkt und im Laufe der Zeit mit einer Perspektive auf Erweiterung und Schaffung einer Bewegung. Dagania hatte kein Programm. Aber es gab in ihm Verkünder der Zukunft. Es hatte einen Genossen, der einen großen Schwung besaß. Er wollte vom ersten Moment an sich mit dem bloß Vorhandenen nicht begnügen. Er hat sich schon damals die Karte der Jordan-Senke als einen Bezirk von Daganioth vorgestellt (dementsprechend wurden die einzelnen Siedlungspunkte Dagania A, Dagania B, benannt). Er sprach schon damals von der Übertragung der Sorge der Kindererziehung auf die Gemeinschaft, auf die Kwuzah. Er sollte jedoch das Jubiläum von Dagania nicht erleben, er ertrank im Jam Kinereth — Josef Bussel. In Dagania lebte A. D. Gordon, er hat durch seine Arbeit, durch seine zionistische Treue, durch seine moralisch-intellektuelle Höhe auf den sozialen Charakter in Dagania großen Einfluß genommen. Dieser Ort diente als Zentrale für sehr wichtige gesellschaftliche Erscheinungen in der Arbeiter-Gemeinde und wichtiger kolonisatorischer Aktionen für die Arbeiterbewegung. Dagania begann mit 12 Arbeitern auf 3070 Dunam. Die Wirtschaft war sehr primitiv, nach Art der arabischen Wirtschaften, oder der Bauernwirtschaften in den Kolonien von Galiläa. Aber jahrjährlich wurde der Betrieb vervollkommnet, kamen neue landwirtschaftliche Zweige dazu, neue landwirtschaftliche Maschinen, wurde Bewässerung eingeführt und so wurden auf jenem Raum neue Mitarbeiter aufgenommen. Es offenbarte sich die Möglichkeit einer Erweiterung. Dagania wollte dies nicht. Es wollte nicht zu einem großen Kibbuz werden, durch Aufnahme von zufälligen Mitgliedern, und die Leute von Dagania teilten freiwillig ihre Bodenfläche in zwei Teile. Auf der zweiten Hälfte wurde Dagania B begründet, welches jetzt etwas mehr Menschen zählt als die Mutterkolonie A und dessen Wirtschaft nicht weniger entwickelt und vervollkommnet ist. Auf diese Weise leben heute auf einer Fläche von 3000 Dunam, auf

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