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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 475

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Juli 1935
Date
1935-08-01
Page
Seite 475 (sequence 3)
Language
German
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Ware noch nicht »verdaut« worden sind; starke Unsicherheit verbreiten außerdem die Gerüchte über eine von der Regierung geplante Zucker-Zollermäßigung, Unverändert stabil erscheint das Reis geschäft. Die im Aufbau befindliche Haifaer Reismühle hat jetzt die Rechtsform einer Aktiengesellschaft erhalten, als »The Palestine Milling and Trading Company, Ltd.« mit einem Aktienkapital von 35.000 £P, dessen Mehrheit aus Kreisen der englischen Reisindustrie gezeichnet wurde. Das Werk soll schon im Frühjahr 1936 den Betrieb aufnehmen und neben Palästina auch Transjordanien und Syrien— Libanon beliefern. Der Kaffee Umsatz ist sommerlich still; gemäß internationaler Tendenz geben die Preise nach, so daß man im lokalen Großhandel pro südpalästinensisches Rottel (2,880 kg) für Rohkaffee nur noch —130 (Vormonat: —145) £P gewährt, was für die brasilianischen Stapelmischungen gilt, während südarabische und abessinische Provenienzen etwas höhere Preislagen bedingen. Die internationale Schwäche des Kakao marktes berührt Palästina kaum, da es gegenwärtig saisongemäß sich mit diesem Artikel nur wenig beschäftigt. Der Tee markt ist im allgemeinen unverändert. Dessenungeachtet ist das altu Projekt einer palästinensischen Rübenzuckerindustrie neuerdings wieder von einer Kapitalistengruppe zunächst studienhalber aufgenommen worden, wobei man den Kapitalbedarf auf 600.000 £P beziffert. Eier: Bei Abwesenheit ägyptischer und türkischer Ware tendiert der Markt gegenwärtig recht fest Für syrische Ware muß man pro Kiste von 1440 Stück 2,900 bis 3,100 (Vormonat: 2 bis 2,500) £P bewilligen. Das jüdische Inlandsei (»Prima Trinkei«) erzielt, pro 100 Stück, je nach Größe bis zu —,670 (Vormonat: —,500) £P, und auch die arabischen Inlandseier haben sich wesentlich befestigen können. Butter, Margarine, Käse: Auf Grund der festeren internationalen Tendenz konnte sich in letzter Zeit auch der palästinensische Butter markt wieder etwas erholen, so daß im Großhandel pro 50 kg loko die litauische und lettländische Standardqualität 4,800 bis 5 (Vormonat: 4,500) £P erreicht, woran sich jedoch infolge der scharfen Konkurrenz unter den Detaillisten die Kleinverkaufspreise noch nicht angepaßt haben. Soeben hat die Regierung endgültig verfügt, daß Butter im Einzelhandel nur noch in vorschriftsmäßiger Verpackung abgegeben werden darf. Dies hat die Importeure, die dem kürzlich aufgelösten Butter-Kartell angehörten, zu einem Gedankenaustausch darüber veranlaßt, nunmehr das Butter-Verpackungsgeschäft hinsichtlich der Konditionen und der Preise zu kartellieren — ein Vorhaben, das nach Bekanntwerden sofort schärfsten Widerspruch bei Detaillisten und Konsumenten ausgelöst und zur Forderung einer Butter-Preiskontrolle durch die Regierung geführt hat. Der immer noch billigen Backbutter gegenüber vermag nach wie vor weder das englische noch das holländische Margarine -Angebot aufzukommen; soeben hat die Palästina-Regierung angeordnet, daß im amtlichen Sprachgebrauch die Bezeichnung »Kunstbutter« zu vermeiden und durch »Speiseöle und Speisefette« zu ersetzen ist. Im Käse geschäft ist der Preis des einheimischen Produktes unverändert, während Auslandskäse saisongemäß noch im Nachgeben ist. Konserven: In kondensierter Milch wird gegenwärtig im Hinblick auf die heiße Jahreszeit das besonders hochwertige und haltbare amerikanische Fabrikat gegenüber den englischen, dänischen und holländischen Provenienzen bevorzugt. Fisch-, Fleisch-, Obst- und Gemüsekonserven liegen vorläufig durchwegs still. Leder: Die Stille des Hochsommers wird stärker empfunden als im Vorjahr, besonders auf dem Markte des Sohlenleders, dessen Preis infolgedessen unverändert erscheint, während die Oberledersorten (Boxcalf, Rindbox, Chevreaux usw.), da

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