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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 474

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Juli 1935
Date
1935-08-01
Page
Seite 474 (sequence 2)
Language
German
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fundiert ist, um von unvermeidlichen Rückschlägen der Spekulation oder von vorübergehenden Verstimmungen am Warenmarkte nicht sogleich eine wirkliche Erschütterung befürchten zu müssen. Zitrus-Früchte: Zwecks Vorbereitung der kommenden Saison hat eine umfassende handelspolitische Vorarbeit eingesetzt, von deren Erfolgen erwähnt sei, daß die rumänische Regierung ein Importkontingent von 200.000 Kisten und die ungarische Regierung ein solches von 50 Waggonladungen bewilligt hat. Augenblicklich befindet sich der Präsident der Zitrus-Börse Tel-Aviv—Jaffa, Konsul Tolkowsky, in Europa, um die sehr schwierigen Zoll-, Kontingents- und Devisenverhand'lungen mit verschiedenen Staaten zu führen. In gleicher Absicht ist auch ein Delegierter der arabischen Handelskammer in Jaffa nach dem Kontingent gereist. Im Vordergrund des Interesses stehen die Frage der »Imperial Preference« in England und das Devisenzahlungsproblem in Deutschland. Gemäß dem gesunden Prinzip, daß auf die Dauer nur Ware von hoher Qualität international konkurrenzfähig bleibt, hat die Palästinaregierung verfügt, daß in der nächsten Saison die amtliche Qualitätskontrolle sich auf den gesamten Orangenexport erstrecken wird, lediglich mit Ausnahme der Verkäufe nach Transjordanien und Syrien—Libanon. Viel Beachtung hat die Nachricht gefunden, daß Cypern in der letzten Saison nur 118.526 Kisten Orangen exportiert hat, gegenüber 194.000 im Vorjahr, ein Zeichen, daß von dieser Seite eine ernsthafte Bedrohung des Absatzmarktes der Palästina-Orange noch für längere Zeit nicht aktuell ist. Wie reserviert man gegenwärtig in Palästina die Preisaussichten der nächsten Saison beurteilt, geht daraus hervor, daß augenblicklich im Verkauf »ab Baum« die Pflanzer von den Exporteuren nur —.200 bis —.225 £P pro Kiste Orangen bewilligt erhalten, gegenüber —.250 bis —.275 £P zum entsprechenden Vorjahrzeitpunkt. Getreide, Futtermittel und Mehl: Die Regierung hat für das dritte Quartal 1935 die Einheits-Warenwerte, die der Einfuhrverzollung von Getreide und Mehl zugrunde zu legen sind, in folgender Höhe pro Tonne festgesetzt: Roggen 6,375 (2. Quartal: 6,625) £P, Semolina und Semoule (in 2 Wertklassen) 7,145 und 7,340 (2. Quartal: 8,250 und 9,080) £P, Weizenschrot 7,245 (2. Quartal: 8,750) £P, Weizenmehl (in 4 Wertklassen) von 5,850 bis 11,500 (2. Quartal: von 5,495 bis 11,625) £P, Roggenmehl (in 3 Wertklassen) von 5,750 bis 9,375 (2. Quartal: von 6,250 bis 11,500) £P. Bereits diese Zahlen zeigen deutlich die schwache Verfassung des Marktes, die sowohl eine Folge der internationalen Flaute als auch der einheimischen Rekordernte ist. Loko pro südpalästinensischen Kantar (288,45kg) erzielt Weizen bei nur nach Bedarf auftretender Nachfrage knapp 2 bis 2,300 (Vormonat: über 2,500) £P. In Roggen zeigt sich nach Hereinnahme des Importkontingents augenblicklich fast gar kein Geschäft. Auch Gerste ist still und erzielt pro südpaläst. Kantar an manchen Plätzen bloß noch 1,100 (Vormonat: 1,150) £P. In Durrah gewährt die für Ende September bevorstehende neue Ernte quantitativ sehr günstige Aussichten. Unter dem Drucke starker lokaler Warenbestände und angesichts des sommerlich verminderten Verbrauchs liegt das Mehl geschäft sehr matt; pro Tonne loko muß sich Roggenmehl mit 13 (Vormonat: 13J^) £P begnügen, und ähnliche Preisabschläge haben sich auch für amerikanisches und australisches Weizenmehl ergeben, Kolonialwaren: Die internationale Verstimmung hat in den letzten Wochen auch den Zucker markt Palästinas mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen, so daß pro Tonne loko gemahlener Zucker nur noch 16 (Vormonat: 16H) £P und Würfelzucker 19^ (Vormonat: 20) £P melden; die lokalen Vorräte übersteigen den normalen Bedarf bedeutend, da die während der kurzen April-Hausse bezogenen umfangreichen Zufuhren ägyptischer, tschechoslowakischer und niederländisch-indischer

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