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Palästina · 1935-08-01 · Heft 8-9 (August 1935) · p. Seite 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 8-9 (August 1935)
Article
Produktivierung der Juden in Palästina - ein Irrweg?
Date
1935-08-01
Page
Seite 441 (sequence 6)
Language
German
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waitungsstruktur und der Heeresstärken zerstören den Erkenntniswert der Ziffernreibe für uns; wir müssen ums also an die Entwicklung der Anteile von Handel und Verkehr halten. In Deutschland wuchs der Anteil dieser Berufe von 1882 bis 1895 von 8.6 auf 10.9%, d. h. um 27%; von 1895 bis 1907 von 10.9 auf 13.9%, d. h. um 28%; und von 1907 bis 1925 von 13.9 auf 16.5%, d. h. um 19%. In Böhmen stiegen die Quoten der beiden Sparten »Handel und Banken« und »Transport« zusammengenommen von 1890 bis 1900 von 8.3 auf 9.7%, d. h. um 17%; von 1900 bis 1910 von 9.7 auf 11.7%, d. h. um 20%; von 1910 bis 1921 von 11.7 auf 12.5%, d. h. um 7%, und von 1921 bis 1930 von 12.5 auf 15.1%, d. h. um 20%. ■— Die Entwicklung verläuft also so, daß die Zuwachsquote im Falle Böhmens nicht steigt, im Falle Deutschlands sogar abfällt. Da die Verengung des Weltmarktes im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts, wenn überhaupt, so doch viel weniger spürbar war, als im 20. Jahrhundert und besonders nach dem Weltkrieg, so müßte die Zuwachsquote, wenn sie Horowitz' Theorie bestätigen sollte, gerade umgekehrt verlaufen: sie müßte um so mehr ansteigen, je näher sie der Gegenwart liegt. Nun ist allerdings zuzugeben, daß das Material zu kärglich und der Beobachtungszeitraum zu kurz ist, um zu einer Widerlegung auszureichen; aber man wird wohl daraus ersehen können, daß die These Horowitzr dadurch auch in keiner Weise gestützt wird. Wir glauben aber, sie dadurch widerlegen zu können, daß wir eine sowohl einfachere und näherliegende, wie auch mit unseren Ziffern in Einklang stehende Erklärung haben; nach unserer Meinung tritt die Tendenz des Wachstums der sekundären Berufe viel früher zutage, als die Verengung des Weltmarktes, nämlich ebenso früh, wie die volkswirtschaftliche Arbeitsteilung. Während einst der Schmied Waffen, Pflüge, Schlösser usw. herstellte und unmittelbar an den Verbraucher absetzte, ist neben und für ihn heute eine Unzahl von Betrieben getreten, deren jeder einzelne oft nur ein Teilstück eines der genannten Gegenstände herstellt. Die horizontale Arbeitsteilung hat den Beruf Schmied in die Produktionsarten: Fabrikation von Waffen, von landwirtschaftlichen Maschinen aufgespalten, und gleichzeitig ist die vertikale Arbeitsteilung, d. h. die Zahl der Verarbeitungsstufen von der Erzgewinnung bis zur Fertigware, gewachsen. Mit diesem Prozeß muß der Verteilungsapparat, Handel und Verkehr nicht nur im gleichen Verhältnis, sondern überproportional wachsen. (In unserem Beobachtungszeitraum 1883—1925 ist in Deutschland die Zunahmequote des Produktionsapparates viel geringer als die oben angeführten Ziffern von Handel und Verkehr. Rechnet man die Ziffern der Landwirtschaft mit denen von Industrie und Handwerk zusammen, so fällt die Quote sogar absolut, nämlich von 76% 1883 auf 71.9% 1925.) Daß die sekundären Berufe stärker wachsen müssen, als die primären, ergibt sich aus der einfachen'mathematischen Tatsache, daß zwei Punkte nur eine verbindende Gerade haben, drei Punkte schon drei Gerade, vier Punkte sechs, fünf Punkte zehn usw. — Für die fortschreitende Arbeitsteilung in den sekundären Berufen, die nicht dem Handelsstand zugehören, nur einige Beispiele: Im Mittelalter zog der Kaufmann selbst

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