Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Die Ansiedlung auf Emek-Chefer
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 429 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Hat die neue jüdische Kolonisation in Palästina die Küstenebene als wichtigsten Siedlungsrayon erkannt, so ist sie bisher südlich von Tel- Aviv und Jaffa nur zu den bekannten Kolonien Rechoboth, Ekron, Gederah und Beer-Tuvia gekommen, das im Küstenstrich als der südlichste alt-neue jüdische Jischuv angesehen werden kann. Von der anderen Seite ist sowohl von Tel-Aviv als von Haifa gegenwärts eine gewisse Expansion im Besitz, stärker noch in der Besiedlung, zu verzeichnen, die ihr Verbindungsstück für den jüdischen Bodenbesitz im E m e k- C h e f e r findet. Weiten Kreisen war früher und ist heute noch dieses Gebiet unbekannt geblieben, das von Jahr zu Jahr an Bedeutung für die jüdische Kolonisation zunimmt Der Emek-Chefer ist eine der größten Flächen, die durch den KKL für die Erweiterung des nationalen Bodenbesitzes erworben wurde, wahrscheinlich aber wird er das Gebiet sein, wo die Siedlungsdichte relativ die höchste sein wird und wo außerdem die Möglichkeit einer Entwicklung der intensiven Zweige der Landwirtschaft vorhanden ist. Wir werden später sehen, daß diesem Terrain erhöhte Bedeutung auch durch andere Momente zukommt. Die geographische Lage des Emek-Chefer wäre mit dem früher Gesagten ziemlich umrissen. Es liegt fast gleich weit von zwei großen Städten des Landes und ungefähr 35 Kilometer von Tel-Aviv, 45 Kilometer von Haifa. Mit der Vollendung der Chaussee Tel- Aviv—Haifa wird die Verbindung zu beiden Städten eine vorzügliche sein. Eine Stunde, bzw. einundeineviertel Stunde wird ein Lastwagen oder Omnibus zur Erreichung der Städte brauchen, womit für jedwede, auch leicht verderbliche Produkte der Markt rasch zu erreichen sein wird. — Durch die Straße Tul-Karm—Nathania, die soeben (Frühjahr 1935) beendet wird, ist eine bequeme Verbindung zur Bahnlinie Haifa—Ludd—Tel-Aviv—Jaffa geschaffen. Das Klima im Emek-Chefer ist das an der ganzen palästinensischen Küstenebene herrschende mittelländische Seeklima, nur mit dem Unterschied, daß die starken Seewinde und der durch diese mitgetragene Dünensand den Pflanzungen schädlich werden können. Aber sonst ist das Klima für Mensch und Tier sehr gesund, da es reine Seeluft ist — durch keinerlei Rauchbildung usw. beeinträchtigt — und meistens eine frische Brise vom Meere die Hitze stark mindert. Einteilung und Besetzung* Die Wirtschaftseinheiten im Emek-Chefer sind auf 17—20 Dunam pro Familie bestimmt worden, so daß auf diesem Boden ca. 1400 Landwirtschaft betreibende Familien angesiedelt werden können. Um eine solche Siedlerzahl auf einem der früheren Kolonisationsgebiete anzusiedeln, wäre eine Fläche von rund 140.000 Dunam nötig gewesen! Aber nicht nur, daß der geringe Bodenbedarf eine solch dichte Kolonisation zuläßt, ist auf Grund der objektiven Bedingungen die Führung einer intensiven Wirtschaft möglich, die nicht weniger einbringen wird als eine fünfmal größere Wirtschaftseinheit auf eintern der anderen früheren Kolönisationsgebiete. Der große Unterschied zwischen Emek-Chefer und z. B. dem Emek Israel liegt in der Hauptsache in der Anbaumöglichkeit und der intensiven Bewirtschaftung