Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1935)
- Article
- Nationale Bodenpolitik in Palästina
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 401 (sequence 9)
- Language
- German
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sich als unzulänglich erwiesen. Mit der steigenden Einwanderung wächst diese Gefahr und es zeigt sich, daß man ihr nur begegnen kann, wenn man die nationalen Gegenkräfte so stark macht, daß alle von persönlicher Profitgier geleiteten Privatinteressen daran scheitern. Niemand wird den anständigen privaten Bodenkauf in Palästina bekämpfen, der, bei aller Wahrung privatwirtschaftlicher Interessen, nicht zum Schaden des Volksganzen ausartet. Das kann aber nicht allein dem guten Willen Einzelner überlassen werden, sondern am besten durch die Ausführung der These 6 der Londoner Beschlüsse geschehen, die eine Verbindung von Privatkapital und nationalem Kapital und wirklich große Bodenerwerbungen durch Private ermöglicht. Das Fehlen eines zentralen Bodenkaufsinstituts schwächt gleichfalls unsere nationale Position im Lande und wird auch vom seriösen privat kaufenden Publikum schmerzlich empfunden. Dabei ist es nicht einmal notwendig, etwas Neues zu schaffen, denn in der Palestine Land Development Company (PLDC) besitzt die zionistische Organisation bereits ein solches Instrument, das nur gestärkt und ausgebaut zu werden braucht. Vielleicht darf man eine schwache Hoffnung an die steigende Bedeutung der PLDC iii den letzten zwei Jahren infolge der starken Einwanderung knüpfen, die in letzter Zeit auch zu einer Vermehrung ihrer Eigenmittel geführt haben. Dieses Bodenkaufsinstitut könnte allmählich zu jener zentralen Stelle werden, bei der alle jüdischen Bodenkäufe konzentriert sind. Bei der Londoner Konferenz hoffte man, in der These 3, daß »die Kreditmittel der zionistischen Organisation in erster Reihe solchen Siedlern zugute kommen sollen, die sich den Prinzipien des KKL unterwerfen«, ein starkes Druckmittel gegen die Bodenspekulation zu schaffen. Es ist nichts daraus geworden, weil man viele Jahre brauchte, bis man sich zur Erkenntnis durchgerungen hatte, daß Erbbaurechte beleihbar sind. Jetzt, wo der KKL selbst in Unterhandlung über eine große Anleihe steht, dürfte diese prinzipielle Frage endgültig entschieden sein. Gewaltige Anstrengungen sind noch nötig, um unsere Bodenpolitik in Palästina so zu festigen, daß sie ein unerschütterliches Bollwerk für die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes wird. In unserem unbeirrbaren Glauben, daß wir es zustande bringen, werden wir gestärkt, weil wir wissen, daß nur dies der rechte Weg sein kann. Einiges haben wir auf diesem Wege in den letzten 15 Jahren erreicht. Neben der erworbenen Bodenflächen und den darauf errichteten Positionen haben wir das aus Volksspenden im Laufe eines Menschenalters angesammelte nationale Kapital so angelegt, daß es sich fast um 100% vermehrt hat, hauptsächlich durch die Wertsteigerung des Bodens. Dieses Vermögen beginnt seine Zinsen zu tragen und eröffnet damit neue Wege und Aussichten für unsere Bodenpolitik im Lande. Eine Kreditbasis ist dadurch für uns entstanden, die von Jahr zu Jahr größer werden wird. Zu dem Vertrauen, das bisher nur die Hunderttausende von Spendern zum KKL gehabt haben, kommt das Vertrauen der großen Finanzwelt und man darf feststellen, daß wirklich eine neue Ära für den KKL eingeleitet ist. Wenn es gelingt, neben der bisherigen Finanzierung unserer Bodenpolitik durch Volksspenden — die