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Palästina · 1935-07-01 · Heft 7 (Juli 1935) · p. Seite 374

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 7 (Juli 1935)
Article
Das Wirtschafts-Barometer: Juni 1935
Date
1935-07-01
Page
Seite 374 (sequence 2)
Language
German
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vorläufig gar nicht oder nur unter erheblichen Opfern zu denken ist. Daher zeigt sich gegenwärtig in der Zitruswirtschaft eine ziemlich gedrückte Stimmung, Neupflanzungen werden kaum noch angelegt. Im Gegenteil, man ist stärker denn je zuvor bemüht, Pardessim in der Nähe von Ortschaften als Bauplätze zu parzellieren und junge Pflanzungen, die noch auf Jahre hinaus eine regelmäßige Kapitalinvestierung verlangen würden, durch Gemüse- und Weinkulturen zu ersetzen. Das Urteil über die Erntechancen der nächsten Saison 1935/36 hat sich in letzter Zeit ungünstiger gestaltet, da die Folgen der schweren Chamssin-Welle von Anfang Mai erst jetzt voll übersehbar geworden sind. Man erwartet, auch seitens des Regierungs-Landwirtschaftsdepartements, nur noch eine Exportmenge von höchstens 8 (frühere Schätzung: 9) Millionen Kisten, da insbesondere die Orangen durch Fruchtabfall gelitten haben, während die Grapefruits sich hesser behaupteten und eine Exportmenge von 1,250.000 Kisten erwarten lassen. Getreide, Futtermittel und Mehl: Im Hinblick auf die reichliche Inlandsernte hat die Regierung für das dritte Quartal 1935 von der Gewährung eines W e i z e n-Einfuhrkontingents völlig abgesehen, während im ersten Quartal das Kontingent 7000 und im zweiten Quartal 10.000 Tonnen betrug. Man vermutet jedoch auf Grund früherer Erfahrungen, daß durch das »Loch im Osten«, über Transjordanien, viel syrischer Weizen, zumal aus der Gegend von Damaskus und aus dem Hauran (wo die Ernte diesmal das Doppelte des Vorjahres erreichte), illegal hereinkommen und die Marktpolitik der Regierung durchkreuzen wird. Vorläufig ist das Geschäft bei reichlichstem Angebot und nur streng bedarfsmäßig kaufender Nachfrage äußerst still und der gegenwärtige Preis von etwa 7 (Vormonat: 8) £P pro Tonne loko erscheint weiterem Abbröckeln ausgesetzt. Für Roggen, dessen Import nach neuester Gesetzgebung ebenfalls der Kontingentierung unterliegt, hat die Regierung zum dritten Quartal ein Einfuhrkontingent von 2500 Tonnen bewilligt, das voraussichtlich besonders für syrische und türkische Ware benutzt werden wird. Weiterhin zur Schwäche neigt Gerste, die pro südpalästinensischen Kantar 288.45 kg) loko kaum noch 1,150 (Vormonat: 1,300) £P erzielt, während Mais und Durrah sowie andere Futtermittel im Augenblick überhaupt nicht interessieren. Was Mehl betrifft, so hat die Regierung für das dritte Quartal 1935 das Einfuhrkontingent an Weizenmehl auf 5000 Tonnen (im 1. u. 2. Quartal je 9600 Tonnen) und an Roggenmehl auf 500 Tonnen (im 1. und 2. Qartal je 400 Tonnen) bemessen. Da bei den palästinensischen Importeuren gegenwärtig noch etwa 6000 Tonnen Weizenmehl lagern, ist die Tendenz äußerst flau. Man zahlt loko pro Tonne für amerikanisches Weizenmehl kaum mehr als 14J/£ (Vormonat: \5lA) £P, für australisches Weizenmehl 11 (Vormonat: 12) £P und für Roggenmehl 13}^ (14H) £?♦ Für die Beurteilung der Aufnahmefähigkeit des palästinensischen Mehlmarktes ist es ein wichtiger Maßstab, daß von den Fachleuten der monatliche Verbrauch an »weißem« Mehl (für »europäische« Konsumansprüche) auf höchstens 2250 Tonnen Weizenmehl und 400 Tonnen Roggenmehl veranschlagt wird. Ein neuer Großbetrieb der mehlverarbeitenden Industrie wird Ende Juni eröffnet werden, die in modernster Weise ausgestattete Brotfabrik »Beth-Lechem« in Sch'chunath-Borochow bei Tel-Aviv. Kolonialwaren: Gemäß der internationalen Tendenz erscheint Reis auch auf dem Palästina-Markte weiterhin sehr fest. Angesichts des starkes Konsums ägyptischer Ware hat die Nachricht interessiert, daß die ägyptische Regierung zur Qualitätsüberwachung des Reis-Exports amtliche Kontrollstellen in Alexandrien und Port-Said eingerichtet hat. Der Aufbau der ersten palästinensischen Reismühle in Haifa schreitet allmählich vorwärts. In Zucker ist wieder ein Tendenzumschlag \

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